Früherer Boxweltmeister Holyfield träumt weiter
48 Jahre und noch immer nicht weise: Der frühere Schwergewichtsweltmeister Evander Holyfield träumt auch im greisen Box-Alter weiter von einem großen Titel.

«Ich will immer noch der unangefochtene Schwergewichts-Weltmeister werden. Ich bin kein Kneifer, ich gebe nicht auf», sagte der Amerikaner in Kopenhagen nach dem technischen K.o.-Sieg in der zehnten Runde über den auch schon 46 Jahre alten dänischen Box-Opa Brian Nielsen.
Der wortgewandte Holyfield hat aber nicht wirklich die Chance, einen der Weltmeister der großen Verbände Wladimir Klitschko (WBO, IBF), Vitali Klitschko (beide Ukraine/WBC) und David Haye (Großbritannien/WBA) herauszufordern. In keinem der Verbände ist der Box-Methusalem unter den besten 15 geführt.
Holyfield war seinem Widerpart Brian Nielsen, der zum ersten Mal seit 2004 wieder im Ring stand und sich in Güstrow bei Trainer Karsten Röwer vorbereitet hatte, in allen Belangen überlegen. «Nielsen hat einen couragierten Fight abgeliefert. Aber ein Rematch brauche ich nicht», sagte der Amerikaner nach dem Abbruch des Kampfes. In der Bilanz Holyfields, der insgesamt viermal Weltmeister war, stehen nunmehr 57 Kämpfe, von denen er 44 gewann.
Vor dem Duell mit dem zwei Jahre jüngeren Dänen bestritt Holyfield seinen bis dato letzten Kampf am 22. Januar gegen seinen Landsmann Sherman Williams. Das Duell endete nach einer Verletzung des einstigen Weltmeisters ohne Wertung. Zuvor hatte Holyfield im April 2010 in Las Vegas den Südafrikaner Francois Botha im Kampf um den vakanten WM-Titel des unbedeutenden Verbandes WBF durch technischen K.o. in der achten Runde bezwungen.
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