Inline-Festspiele in Oedheim

Inline Alpin  Trotz verpasster Podestplätze seiner Asse feiert der TSV Degmarn ein gelungenes Weltcup-Comeback

Von Sebastian Kohler

Inline-Festspiele in Oedheim

Nachdem er den internationalen Cup im vergangenen Jahr für sich entschieden hat, reicht es diesmal nur zum fünften Platz für Jörg Bertsch.

Fotos: Matthias Heibel

 

Erstmals seit 2014 begrüßte der TSV Degmarn am Sonntag die Welt-Elite des Inline-Alpin-Sports in Oedheim wieder bei einem Weltcup. Zum 3. Michael-Sandel-World-Cup trafen sich die Cracks der internationalen Szene. Am Samstag waren die Athleten in Oedheim bereits beim BaWü-Cup die Neuenstädter Straße hinuntergeschossen. Am Sonntag erfolgte das lang ersehnte Comeback im Weltcup-Kalender. Auf einen "Qualitätssprung" hatte Organisatorin Melanie Remmlinger bereits vorab gehofft. Bei sonnigem Wetter sahen die Zuschauer in einem packenden Wettbewerb die Bestätigung. Obwohl die Gastgeber nicht ganz die Spitze erreichten, schaut man beim TSV Degmarn auf ein gelungenes Renn-Wochenende zurück.

"Mit dem Lauf selbst war ich zufrieden", sagte der entthronte Titelverteidiger Jörg Bertsch. Trotzdem reichte es dem Weltranglistenvierten beim Heimrennen mit einer Gesamtzeit von 52,35 Sekunden nur zu Rang fünf. Ebenfalls auf dem fünften Platz fand sich Ulrike Bertsch nach einem beherzten Finallauf wieder. "Ich hatte nach dem ersten Lauf eine sehr gute Ausgangsposition", sagte Ulrike Bertsch. Vor allem dank der drittschnellsten Laufzeit im Finale war sie letztlich klar besser als der anvisierte zehnte Platz.

Inline-Festspiele in Oedheim

Ulrike Bertsch landet nach einem furiosen Schlusslauf auf Rang fünf.

 

Spitzengeschwingikeit von mehr als 50 km/h

Mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 50 Stundenkilometern flitzen die Skater durch den 321 Meter langen Slalomparcours. Jeder Fahrfehler hat Folgen. Deswegen treten die Sportler mit Helm, Skistöcken und Protektoren aller Art an.

Vater Eugen Bertsch zeigte sich trotz der verpassten Podestplätze mit den Leistungen seiner Kinder zufrieden. "Die Läufe waren okay", sagte der Vater, der gleichzeitig als Trainer fungiert. "Jörg hatte leider einen Wackler im ersten Lauf", merkte er an. Im technisch anspruchsvollen ersten Lauf war er am viertletzten Tor ins Straucheln geraten, was ihn einige Hundertstelsekunden kostete. Zwar setzte er sich mit dieser Leistung in der Spitzengruppe fest, allerdings war das Tempo im Finaldurchgang zu hoch.

Stockwechsel bei Jörg Bertsch

"Ich musste kurz vor dem ersten Durchgang meinen Stock wechseln", sagte Jörg Bertsch. In einem Sport, bei dem es auf viele Kleinigkeiten ankommt, kann ein gebrochener Stock den Ausschlag geben. Im Gegensatz zum Finale sei der Vorlauf meist etwas technischer. "Im Finale wird der Torabstand oft auf das Maximum ausgedehnt", erklärte Celine Greis. Die Degmarner Nachwuchsläuferin hatte den BaWü-Cup am Samstag gewonnen und landete im Weltcup-Rennen auf einem guten 14. Rang.

Inline-Festspiele in Oedheim

Bei besten Inline-Bedingungen strömen die Zuschauer an die 321 Meter langen Piste. Neben den deutschen Inline-Alpin-Cracks sind in Oedheim Athleten aus Japan, Tschechien, Italien, Spanien, Lettland und der Slowakei an den Start gegangen.

 

Durch den größeren Abstand zwischen den Toren entwickeln sich höhere Geschwindigkeiten, was für den Zuschauer spektakulärer ist. Jörg Bertsch hatte darauf mit einer größeren Rollenschiene für seine Inline-Skates reagiert. "Als Leichtgewicht hat er es bei den Umständen schwer", sagte Eugen Bertsch über die schnelle Piste.

Am Ende triumphierte Sven Ortel von der DJK Adlkofen auf dem Oedheimer Asphalt. Der Bayer, der neben Bertsch für die Nationalmannschaft startet, errang damit bereits seinen zweiten Saisonsieg und verdrängte den Degmarner damit auf Platz vier der Weltcup-Gesamtwertung. Bei den Frauen fuhr Mona Sing vom SV Winnenden der Konkurrenz davon.

Europa- und Weltmeisterschaften stehen an

Noch in diesem Jahr stehen sowohl die Europa- als auch die Weltmeisterschaften auf dem Programm. Voraussichtlich werden auch bei den Titelkämpfen im japanischen Saitama die Deutschen den Takt angeben. Vorher tourt der Rennzirkus noch durch Italien und Spanien.

Der größte Gewinner des Events war, trotz verpasster Podestplatzierungen seiner Athleten, der TSV Degmarn. Zahlreiche Helfer hatten die 21. Ausgabe des Inline-Wettbewerbs möglich gemacht. Nach der Siegerehrung ging es für die Athleten erstmal zum Feiern auf das Degmarner Sommerfest.