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Wo Hoffenheim auf dem Abstiegsrang landet

Die Zuschauerzahlen bei der TSG Hoffenheim sind ausbaufähig: Im letzten Heimspiel am Samstag war die Sinsheimer Arena nur zu zwei Dritteln gefüllt. Standorte mit ähnlicher Stadiongröße stehen besser da.

Florian Huber
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Wo Hoffenheim auf dem Abstiegsrang landet
Nicht nur im vergangenen Oktober im DFB-Pokal gegen Kiel blieben viele Sitzschalen in Sinsheim frei. Foto: Archiv/dpa  Foto: Uwe Anspach

Viele blieben etwas länger. Freibier und Ballermann-Musik halfen einigen Anhängern der TSG Hoffenheim am Samstagabend bei der Bewältigung der 2:4-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen.

Gerade einmal zu zwei Dritteln war die Sinsheimer Arena am Samstag von den 20 033 Zuschauern gefüllt, während sieben andere Stadien entweder fast oder ausverkauft meldeten, die Leipziger Arena war am Sonntagabend immerhin zu rund 75 Prozent ausgelastet.

Beim Zuschauerzuspruch steht die TSG nur auf dem Relegationsrang

Mit einem Zuschauerschnitt von 11 227 belegt die TSG 1899 aktuell beim Zuspruch den Relegationsrang 16, der VfL Wolfsburg (10 894) wird allerdings durch das Heimspiel gegen die Bayern am Samstag vorbeiziehen. Auch wenn die Zahlen aufgrund unterschiedlicher Corona-Vorgaben über die Saison 2021/22 nicht hundertprozentig vergleichbar sind, lässt sich ein Trend aus den Zahlen herauslesen. Gewiss ist eins: An Standorten mit ähnlicher Stadiongröße wie Mainz oder Augsburg kommen die Zuschauer nicht so spärlich zurück.

Für Alexander Rosen ist das Thema als Sportdirektor nix Neues, sondern ein steter Begleiter seit April 2013. "Wir hatten dieses Thema seit ich hier arbeite, es ist immer situationsabhängig, immer Gegner abhängig. An Ostersonntag gegen Fürth war meine Hoffnung auf ein ausverkauftes Haus nicht so groß." Halbleer blieb die Arena bei der bitteren Nullnummer gegen das abgeschlagene Schlusslicht.

In der Vergangenheit war das Stadion beim letzten Heimspiel immer voll

Am Samstag bei der Saisonanalyse verwies Rosen auf Ex-Trainer Julian Nagelsmann, der kurz vor seinem Vertragsende beim Kraichgauclub 2019 dem einen oder anderen unzufriedenen Fan mit auf den vorzeitigen Heimweg gab: "Vielleicht ist da der Opernbesuch doch besser."

In der Vergangenheit war das Sinsheimer Stadion fürs letzte Heimspiel quasi immer voll, meist ging es auch noch um etwas. Das ist auch am Samstag nicht anders gewesen. Trotzdem waren es nur rund 20 000 und damit so wenige wie nie zuvor in einem letzten Saison-Heimspiel der TSG 1899 ohne Zuschauer-Beschränkungen.

Um Besucher muss man mehr kämpfen als um Dauerkartenbesitzer

"Bei Wolfsburg oder auch in Leverkusen geht es auch zögerlicher mit der Fan-Rückkehr als bei den Clubs mit einer großen Fanbase", sagt Rosen und stellt klar: "Mein Blick geht immer auf die, die da sind." Auch wenn die Fan-Akquise nicht zu seinen direkten Aufgaben gehört, indirekt hat Rosen doch damit zu tun. Nur mit Erfolg und attraktiver Spielweise ist auch die Gegentribüne gefüllt, kommen Familien mit Kindern, zudem muss auch der Eintrittspreis passen. "Das sind nicht Hardcore-Fans, das sind Besucher", sagt Rosen. Und um die muss man eben mehr kämpfen als um den Dauerkartenbesitzer.

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