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Wer füllt bei der TSG Hoffenheim die Hübner-Lücke aus?

Hoffenheims großer Abwehrumbruch wird durch den Ausfall von Kapitän Benjamin Hübner komplexer. Einen Ersatz hat Trainer André Breitenreiter für den Saisonauftakt bei Borussia Mönchengladbach bereits im Visier.

Florian Huber
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Wer füllt bei der TSG Hoffenheim die Hübner-Lücke aus?
Nach solch einem Duell wie hier verletzte sich Hoffenheims Benjamin Hübner (rechts) am Sonntag im Pokal-Spiel in Rödinghausen. Foto: dpa  Foto: Friso Gentsch

Wenn ein Verein binnen elf Tagen drei Spieler für eine Position verpflichtet, dann wirft das Fragen nach dem Warum auf. Die TSG Hoffenheim hat ihren Verteidigungsetat zuletzt beträchtlich erhöht. Nach Ozan Kabak (Schalke 04/rund sieben Millionen Euro) sind in dieser Woche auch noch Stanley Nsoki (FC Brügge/rund 12 Millionen Euro) und Eduardo Quaresma (Sporting Lissabon/Leihe) zum Kraichgau-Club gestoßen.

Drei neue Innenverteidiger gilt es kurz vor dem Bundesligastart an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Borussia Mönchengladbach zu integrieren.

Vorbereitet sein, falls es doch wieder länger dauert bei Benjamin Hübner

André Breitenreiter weiß um die öffentliche Wirkung von drei auf einen Streich, aber auch um die in seine Mannschaft hinein. "Die Transfers haben in keiner Weise stattgefunden, weil wir keine Überzeugung mehr in das bestehende Personal haben", sagt Hoffenheims Trainer. Die Einkäufe seien als Folge von Abgängen (wie Kasim Adams) zu sehen. Es gehe darum, den Kader in der Spitze und Breite so aufzustellen, "dass wir Ausfälle wie jetzt von Benjamin Hübner kompensieren", sagt Breitenreiter.

Dessen erneute Sprunggelenksverletzung ist der Grund, dass nun drei neue Innenverteidiger, statt deren zwei da sind. Kapitän Hübner ist am Sonntag beim 2:0 im DFB-Pokal in Rödinghausen nach einem Luft-Zweikampf unglücklich gelandet, dass das einst operierte Sprunggelenk in Mitleidenschaft gezogen wurde. "Er war auf einem sehr, sehr guten Weg, die alten Blessuren hat man ihm nicht angemerkt", sagt Breitenreiter über den Kapitän, der in der Vorbereitung noch so viel Optimismus ausgestrahlt hatte, die Verletzungsmalaise der vergangenen zwei Jahre endlich hinter sich gelassen zu haben. Der verletzte Fuß wird für drei Wochen mit einem Spezialschuh ruhiggestellt. Für ungewisse Zeit fehlt der 33-Jährige.

Breitenreiters Devise: nicht blauäugig sein

Weil auch ein dauerhaftes Comeback von Ermin Bicakcic bald zwei Jahre nach einem Kreuzbandriss in den Sternen steht, ist Breitenreiters Devise in Sachen Abwehrpersonal: "Wir dürfen da nicht blauäugig sein." Daher die ganzen Transfers. Zudem ist Kevin Akpoguma eher für die Rechtsverteidigerposition als Ersatz für Pavel Kaderabek vorgesehen. "Wenn sich ein, zwei Verteidiger verletzen, dann haben wir gar nicht mehr so viele", sagt Breitenreiter: "Bei einer Dreierkette braucht man schon mindestens sechs Innenverteidiger, um wechseln zu können", sagt der 48-Jährige, der sich zu einem möglichen Abgang von Stefan Posch gen Premier League nicht konkret äußern wollte.

Gesetzt sein dürfte am Samstag bei Borussia Mönchengladbach Ozan Kabak, der mit einem Tor im DFB-Pokal bereits sein Potenzial andeutete. "Ozan hat sehr gute Chancen, für Benjamin Hübner zu beginnen", sagt Breitenreiter. Bei den anderen beiden Neuen, die erst wenige Trainingseinheiten mitgewirkt haben, will er schauen, ob noch Eingewöhnungszeit nötig ist.

Die Hübner-Lücke als Führungsspieler müssen auch andere füllen, das ist nicht der vordringliche Job eines 22-jährigen Neuzugangs. Breitenreiter sagt über seinen verletzten Kapitän Hübner: "Er ist jemand, der die Kabine in der Hand hat, jemand der auf dem Platz lautstarke Kommandos gibt, das fehlt uns schon." Das war in den vergangenen beiden Spielzeiten bereits schon zu sehen und zu hören. Die Kapitänsbinde trägt vorerst wieder Torwart Oliver Baumann.

Augen und Ohren offen in Sachen Raum-Nachfolger

Das neue Innenverteidiger-Trio dürfte nicht das Ende des Hoffenheimer Personalumbruchs sein. "Augen und Ohren" seien in Sachen Linksverteidigerposition geöffnet. Gesucht: Einer der den Raum-Raum (für 26 Millionen Euro zu RB Leipzig) füllt. "Natürlich schauen wir für die Position, wir werden aber nur einen holen, der uns tatsächlich hilft", sagt Breitenreiter.

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