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Weiterkommen als Pflicht für den Hoffenheimer Trainer

TSG Hoffenheim ist am Sonntag im DFB-Pokal bei Viertligist SV Rödinghausen gefordert. Endlich soll es mal weit gehen im ruhmreichen Wettbewerb.

Florian Huber
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Lesezeit 2 Min
Weiterkommen als Pflicht für den Hoffenheimer Trainer
Nach einer erfolgreichen Vorbereitung − hier im Test gegen Heidenheim − legen Christoph Baumgartner (Dritter von links) und Co. im DFB-Pokal los. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

An persönlicher Unterstützung wird es André Breitenreiter bei seinem ersten Pflichtspiel als Trainer der TSG Hoffenheim nicht fehlen. Sohn Emil und der Schwiegervater sind beim Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal an diesem Sonntag (15.30 Uhr/Sky) beim SV Rödinghausen vor Ort dabei, Ehefrau Claudia ist hingegen verhindert. Seine Familie sei "fußballverrückt", sagt André Breitenreiter - und deshalb oft live dabei.

Fußballverrückte Sachen passieren oftmals gerade in der ersten Runde des DFB-Pokals. Zehn Jahre alt wird die Mutter aller Hoffenheimer Niederlagen demnächst. Im August 2012 kassierte die TSG um Kapitän Tim Wiese ein 0:4 beim Viertligisten Berliner AK, auf dem Mannschaftsbus prangte damals das Kürzel EL für Europa League.

Luft nach oben im Pokal-Wettbewerb

Das Debakel wurde zum Sinnbild und Anfang eines Endes, das etliche Monate später beinahe in Liga zwei führte. Seither ging es für die TSG Hoffenheim in allen Bereichen voran, nur mit dem DFB-Pokal fremdelt der Kraichgauclub beinahe traditionell Jahr für Jahr.

Das weiß auch der neue Trainer. "Die TSG hat sicherlich Luft nach oben, mal mehr als das Viertelfinale zu erreichen", sagt André Breitenreiter. Endlich mal nicht raus sein, bevor es so richtig ernst wird im Wettbewerb, das ist das Ziel. "Wir nehmen es uns auf jeden Fall vor. Meine Erfahrungen als Trainer haben gezeigt, dass man auch das nötige Losglück benötigt, das hatte ich nicht immer", sagt Breitenreiter.

Ein alter Bekannter auf der anderen Trainerbank

Persönlich pflegt er eine besondere Pokal-Beziehung, seit er vor 30 Jahren als 18-Jähriger mit Hannover 96 den Titel gewann. "Ich weiß, wie das ist, den Pokal in die Luft zu heben", sagt er. Dementsprechend ernst nimmt der Neue den Pokal. "Als Testspiel sehe ich das nicht für die Bundesliga. Denn der Pokal ist ein toller Wettbewerb", sagt der 48-Jährige vor dem Trip nach Ostwestfalen, wo der SV Rödinghausen beheimatet ist. Der verzichtete 2020 aus infrastrukturellen Gründen auf den Drittliga-Aufstieg und ist fest etabliert in der Regionalliga West.

Mit Rödinghausens Trainer Carsten Rump (damals beim VfB Lübeck Spieler) lieferte sich Breitenreiter vor 17 Jahren in Diensten von Holstein Kiel "heiße Duelle" als Spieler auf dem Platz. Da liefen sich Abwehrspieler Rump und Stürmer Breitenreiter nämlich öfters über den Weg. Auch abseits des Platzes übrigens. Die beiden haben auch privat schon gemeinsam Zeit verbracht, "weil wir gemeinsame Freunde haben", sagt Breitenreiter.

Geschenke sind allerdings keine zu erwarten. "Den größten Respekt" habe er vor Rödinghausen, aber "es ist unsere Pflicht, dort in die nächste Runde einzuziehen", sagt Breitenreiter. Möglichst in 90 Minuten, um nicht um 18 Uhr den Spielbeginn des EM-Finales der Frauen zu verpassen, wie er anmerkte.

Bebou weiter im Wartestand

Fehlen werden der TSG 1899 am Sonntagmittag Ihlas Bebou (Knie), Dennis Geiger (Aufbautraining nach einem Infekt) und David Raum (Aufbautraining nach einem Schlag auf die Wade). Wie lange Bebou noch ausfällt, ist aktuell schwer zu prognostizieren. Der schnelle Stürmer lässt seine Probleme konservativ behandeln.

Klar ist zudem, dass Neuzugang Ozan Kabak noch nicht für die Startelf infrage kommt. Es mangelt noch an Spielpraxis, weil der 22-Jährige nur 45 Testspielminuten mit Schalke absolvierte. Beim Hoffenheimer Geheim-Test gegen Oberligist Arminia Ludwigshafen (9:0) kamen am Mittwochabend die ersten 90 Minuten im TSG-Trikot hinzu. "Andere Spieler auf der Position haben die ganze Vorbereitung durchgezogen, unsere Art des Fußballs schon mehr verinnerlicht.

Da möchte ich ihm die Zeit geben, dass er nicht verbrannt wird", sagt Breitenreiter. Kabak sitzt damit erst mal auf der Bank, Benjamin Hübner, Kevin Vogt und Stefan Posch dürften beginnen. "Ozan soll die Atmosphäre des Teams aufsaugen. Er wird zeitnah sicherlich eine sehr wichtige Option sein können", sagt der TSG-Trainer. Hoffentlich auch in Runde zwei des DFB-Pokals.

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