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Letztes Hoffenheimer Heimspiel: Abschied nehmen als Motto?

Die TSG erwartet am Samstag Bayer Leverkusen in der Sinsheimer Arena. Dann wird sich der Kraichgau-Club womöglich endgültig von den Europa-Ambitionen trennen müssen.

Florian Huber
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Letztes Hoffenheimer Heimspiel: Abschied nehmen als Motto?
Seine Zukunft ist ungewiss bei der TSG Hoffenheim: Beinahe zwei komplette Spielzeiten hat Ermin Bicakcic verletzt verpasst. Nun läuft Ende Juni sein Vertrag beim Kraichgauclub aus. Foto: dpa  Foto: Uwe Anspach

Bevor die digitalen Pressekonferenzen der TSG Hoffenheim beginnen, flimmern Woche für Woche Jubelszenen aus vergangenen Tagen über den Monitor. Manche davon sind schon älteren Datums. Wie die Szene, in der Ermin Bicakcic Ende September 2020 über sein 1:0 gegen den FC Bayern München jubelt. Wenige Minuten später verletzte sich der Innenverteidiger schwer, das Kreuzband riss. Seither sind nun fast zwei komplette Spielzeiten vergangen.

Ermin Bicakcic kann nicht vorspielen

Der Vertrag des 32-Jährigen läuft Ende Juni aus. Ein Comeback in dieser Saison, zum Beispiel im finalen Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Bayer Leverkusen, ist unrealistisch. Vorspielen für einen neuen Vertrag ist deshalb nicht möglich. "Er muss um den Anschluss kämpfen, weil er sehr, sehr lange raus war", sagt Sebastian Hoeneß über Bicakcic.

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Das Hoffenheimer 3:4 gegen die Südbadener ist zu wenig für die Top sieben. Vor allem eine Frage beschäftigt Alexander Rosen.

Ob es eine gemeinsame Zukunft bei der TSG 1899 gibt? "Er ist in Gesprächen mit dem Club. Da muss man abwarten, wie und in welcher Form man zusammenkommt", sagt Hoffenheims Trainer, der in seinen zwei Jahren nur zu Beginn auf den Innenverteidiger mit seiner "positiven, ehrgeizigen, professionellen Art" setzen konnte.

Abschiedsstimmung könnte trotzdem aufkommen am Samstagnachmittag. Nicht so sehr in Bezug auf Abgänge wie Havard Nordtveit und Florian Grillitsch, die beide verletzt fehlen. Eher schon, weil das große Saisonziel Europapokal am Samstag dann auch rechnerisch nicht mehr erreichbar sein könnte.

Um fünf beziehungsweise sechs Punkte in zwei Spielen aufzuholen, muss Vieles zusammenkommen. Die Ausgangslage sei sehr, sehr schwierig, sagt deshalb auch der Trainer. Zunächst einmal muss zwingend der erste Hoffenheimer Heimsieg seit Ende Februar her, seit dem späten 2:1 gegen den VfB Stuttgart. "Es ist rein rechnerisch noch möglich, wir haben die verdammte Pflicht, jetzt alles dafür zu tun", sagt Sebastian Hoeneß mit Blick auf die Ränge sechs und sieben: "Wenn es am Ende nicht reicht, dann haben wir es nicht in den letzten beiden Spielen verspielt." Sondern in den vergangenen sieben sieglosen Bundesliga-Partien.

Marschroute Richtung drei Punkte

Obwohl die Europa-Chancen auf ein Minimum gesunken sind, einen Spannungsabfall macht der TSG-Trainer nicht aus bei seinem Team. "Wir haben es nicht in der eigenen Hand, die Ausgangslage ist sehr, sehr schwierig. Aber wir haben die die Art und Weise, wie wir die letzten Spiel angehen, in der eigenen Hand: Es gibt nur eine Marschroute und die geht Richtung drei Punkte."

Bayer Leverkusen hingegen möchte Rang drei und das Ticket für die Champions League perfekt machen. Für Bayer-Geschäftsführer Rudi Völler ist es übrigens das letzte Auswärtsspiel nach 24 Jahren im Verein in verschiedensten Funktionen. Auf sechs Jahre kommt bei der TSG Hoffenheim mittlerweile Andrej Kramaric. Der Kroate bleibt nun bis zum Saisonende Mannschaftskapitän.

Kramaric trägt in Absprache mit Torwart Oliver Baumann die Kapitänsbinde am Oberarm. "Oli braucht nicht die Binde, um als Führungsspieler wahrgenommen zu werden", sagt Sebastian Hoeneß. Dem bisher so glücklosen TSG-Stürmer Kramaric soll das Zeichen nach außen wie beim 3:4 gegen den SC Freiburg in der Vorwoche helfen.

Der Blick richtet sich schon auf die Spielzeit 2022/23 und den neuen Kader, mit dem dann mehr als Rang acht gelingen darf. Verstärkungen werden gesucht, wofür der Club Geld in die Hand nehmen sollte. Zumindest lässt sich ein Satz von Sebastian Hoeneß am Donnerstag so interpretieren. "Für die Mischung aus Talenten und Qualitätsspielern müssen wir investieren", sagt der TSG-Trainer mit Blick auf die Sommerpause und seine dann dritte Spielzeit bei der TSG 1899. Die Top sechs als Vorgabe sind durch den Mehrheitsgesellschafter Dietmar Hopp unwiderlegbar gesetzt.

Angeblich war der Kraichgauclub auch mit im Rennen um Nationalspieler Matthias Ginter, der nun ablösefrei aus Mönchengladbach nach Freiburg zurückkehrt. Dort spielt er künftig im Europapokal. Hoeneß wollte ein Interesse weder bestätigen noch dementieren.

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