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In vielen Bereichen ist noch Luft nach oben bei der TSG Hoffenheim

Die TSG Hoffenheim kommt im finalen Test zu einem 3:2-Sieg gegen Hellas Verona. Grischa Prömel zeigt mit einem Doppelpack, dass er auch aufgrund seiner Torgefahr verpflichtet wurde.

Florian Huber
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Lesezeit 2 Min
In vielen Bereichen ist noch Luft nach oben bei der TSG Hoffenheim
Sein zweiter Streich: Grischa Prömel erzielt hier das 3:2 für Hoffenheim gegen Verona, im Hintergrund Vorlagengeber Georginio Rutter. Foto: imago images/Sascha Meiser  Foto: IMAGO/Sascha Meiser

Grischa Prömel kam strümpfig zum Gespräch, der Nachweis seiner 90 Minuten auf dem Spielfeld war auf den einst blütenweißen Socken zu sehen. Genau dafür haben sie ihn bei der TSG Hoffenheim verpflichtet. Spuren soll der Neuzugang hinterlassen, die über Grasflecken auf der Arbeitskleidung hinausgehen. Tore sind gefragt vom neuen Achter. Bei seinem Heimdebüt im Hoffenheimer Trikot gelangen Prömel gleich zwei Stück.

Sie halfen mit, aus einem zwischenzeitlichen 0:2 im letzten Vorbereitungsspiel gegen Hellas Verona noch ein 3:2 zu machen. "Klar ist, dass ich auf dieser Position Tore machen muss", sagte Prömel, der sofort als Leistungsträger gesetzt ist. Bei acht Bundesliga-Treffern für Union Berlin liegt die Messlatte für Grischa Prömel. "Daran will ich anknüpfen. Eine genaue Zahl habe ich nicht im Kopf", sagt er nach den 120 Minuten, bei denen er 90 Minuten lang mitwirkte. Natürlich sei noch nicht alles perfekt, gab der gebürtige Bad Cannstatter berechtigterweise zu Protokoll.

Die Abwehr ist immer noch eine Baustelle

Die Hoffenheimer Abwehr wirkte vor allem in den ersten 30 Minuten mitunter so wacklig wie im Frühjahr. Zu viele Ballverluste und Ungenauigkeiten im Spielaufbau prägten das Spiel aus der Dreierkette um Kevin Vogt, Benjamin Hübner und Stefan Posch. "Gerade am Anfang haben wir nicht nur von der letzten Reihe aus zu viele Fehler gemacht, sondern auch davor die Bälle nicht festgemacht", sagte Trainer André Breitenreiter. "Gut, dass wir Dinge haben, an denen wir arbeiten können. Wäre ja schon ein bisschen zu früh, wenn alles perfekt wäre."

Das gilt auch für die Kaderzusammensetzung, an der sich noch etwas ändern dürfte. Der am Samstagvormittag für bis zu sieben Millionen Euro verpflichtete Neuzugang Ozan Kabak schaute zu, war auch schon kurz in der Mannschaftskabine und dürfte die Defizite, die er beheben soll, auch wahrgenommen haben. Hellas Verona führte sehenswert mit 2:0, weil Kevin Lasagna zwei Geniestreiche fabrizierte. Zunächst ließ er Benjamin Hübner bei einem Schlenzer schlecht aussehen (12.), dann zirkelte er den Ball gefühlvoll aus der Distanz über Oliver Baumann (29.) zum 2:0 ins Tor. Zwei Gegentore mit Wow-Effekt. In der Pause nach dem ersten Spielviertel sagte Breitenreiter seinen Spielern: "Es ist wunderbar, dass wir in einem Spiel zwei Mal das Tor des Monats gegen uns kriegen. Das wird in naher Zukunft wahrscheinlich nicht mehr passieren."

Am Sonntag steht das erste Pflichtspiel an

Kurz vor Ende des zweiten Viertels schaffte der fein von Pavel Kaderabek freigespielte Prömel den 1:2-Anschlusstreffer, weil Jacob Bruun Larsen clever den Ball durchließ. Im dritten Viertel zeigte Publikumsliebling Georginio Rutter seine Klasse und legte das 2:2 für Christoph Baumgartner (84.) und den 3:2-Siegtreffer durch Grischa Prömel (89.) auf, womit die Hoffenheimer ungeschlagen (vier Siege, ein Remis) ins erste Pokal-Pflichtspiel am Sonntag beim Regionalligisten SV Rödinghausen (15.30 Uhr/Sky) gehen.

David Raum hat die ganze Woche nicht trainiert

Auf dem Spielfeld fehlte am Samstagmittag David Raum. Gesprochen wurde trotzdem über den wertvollsten Spieler im Kader der Kraichgauer. Der 24-Jährige war am Samstagmittag in zivil unterwegs im Innenraum, er schaute zu, wie sich Robert Skov 90 Minuten lang auf der Raum-Position als linker Schienenspieler schlug. 30 Minuten durfte Marco John ran. Die Frage, ob sich der umworbene David Raum denn schon von ihm verabschiedet hätte, weil er den Verein verlässt, sie schmeckte André Breitenreiter ganz und gar nicht. "Warum?", antwortete er trocken und auch ein bisschen hungrig-bissig: "Vielleicht verlässt ja auch Peter Pommes den Verein?"

Von dem hatte bisher noch niemand etwas gehört. Soll aber übersetzt heißen: An den Spekulationen um den Nationalspieler, den es gen Leipzig ziehen soll, will sich Hoffenheims Trainer nicht beteiligen. Überhaupt fehlte das Spekulationsobjekt ja nur, weil es schon im Trainingslager einen Schlag auf die Wade bekommen habe. "Er hat die ganze Woche nicht trainiert", sagte Breitenreiter zur Vorsichtsmaßnahme, Raum nicht mitwirken zu lassen. Eins ist klar: Peter Pommes wird David Raum nicht ersetzen.

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