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Die Gewinner und Verlierer der Hoffenheimer Saison

Liga-Neuling David Raum überrascht als Vorlagenkönig, der langjährige TSG-Topstürmer Andrej Kramaric trifft erstmals seit 2016 nicht zweistellig.

Florian Huber
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Lesezeit 2 Min
Die Gewinner und Verlierer der Hoffenheimer Saison
Auf der Suche nach der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor: Andrej Kramaric.  Foto: Sebastian Kahnert

Saison Nummer 14 in der ersten Bundesliga endet für die TSG Hoffenheim auf Rang acht oder neun. Zwei Drittel habe das Team "überperformed", sagte Sportdirektor Alexander Rosen vergangene Woche nach dem 2:4 gegen Bayer Leverkusen. Habe also über dem eigentlichen Leistungsvermögen gepunktet. Im letzten Saisondrittel gab es eine "gravierende Unterperformance", sagt Rosen. Das sind die Gewinner und Verlierer der Hoffenheimer Saison.

Gewinner

David Raum: Als Sebastian Hoeneß am Donnerstag nach der größten Überraschung der Saison gefragt wird, da sagt Hoffenheims Trainer: "Der kometenhafte Aufstieg von David Raum hat mich nicht überrascht, nur dass es so schnell ging." Vom Zweitligaspieler zum DFB-Hoffnungsträger für die linke Seite innerhalb weniger Monate. Raum ist der Flankenkönig der Liga, mit elf Vorlagen liegt er nicht nur bei der TSG weit vorn. Verbesserungspotenzial sieht Hoeneß trotzdem. Defensiv müsse Raum sich entwickeln. Im Kraichgau oder woanders? "Wir sitzen am Steuer", sagt Sportdirektor Alexander Rosen mit Blick auf einen Abgang im Sommer.

Georginio Rutter: Der junge Franzose ist der einzige TSG-Profi, der in allen Ligaspielen zum Einsatz gekommen ist. Diese Serie wackelt, weil den 20-Jährigen vorm Saison-Finale in Mönchengladbach Schulterprobleme plagen. Alle 200 Spielminuten traf Rutter ins Tor, liegt mit acht Saisontoren in der internen Rangliste an der Spitze. Macht er so weiter, wird er in ein, zwei Jahren für einen gewaltigen Transfergewinn sorgen.

Oliver Baumann: Als stabilsten Spieler der Saison bezeichnete Sebastian Hoeneß unlängst seinen Torwart, der für die vielen Gegentore der vergangenen Wochen am wenigsten konnte. Im Gegensatz zu vielen anderen Leistungsträgern kam er verletzungsfrei durch die Spielzeit.

Die Gewinner und Verlierer der Hoffenheimer Saison
Durchstarter aus Liga zwei ins DFB-Team: David Raum.  Foto: Uwe Anspach

Verlierer

Andrej Kramaric: Auch wenn der Kroate sehr gerne und sehr oft am finalen Spieltag trifft - wie 2020 gleich vier Mal in Dortmund. Erstmals kommt der Stürmer (fünf Treffer) in einer kompletten Saison beim Kraichgauclub nicht auf eine zweistellige Anzahl an Toren, dafür aber an Vorlagen. Das Problem: Für Stürmer zählen Tore, nicht Vorlagen. Reihenweise beste Chancen ließ der 30-Jährige liegen, Möglichkeiten, die er früher genutzt hätte.

Sebastian Rudy: Sein letztes Spiel über 90 Minuten ist lange her, sehr lange. Seit Anfang November kommt der Ex-Nationalspieler nicht über sporadische Kurzeinsätze hinaus. Wie zuletzt gegen Leverkusen fiel er dann eher durch Patzer denn durch Leistung auf. Dass in Grischa Prömel (Union Berlin) und Finn Ole Becker (St. Pauli) neue Konkurrenz fürs Mittelfeld kommt, dürfte die Perspektiven des 32-Jährigen nicht verbessern. "Wir müssen daran arbeiten, dass er stabiler durch die Saison kommt", sagt Sebastian Hoeneß über den TSG-Rekordmann in Sachen Bundesliga-Erfahrung.

Marco John: muskuläre Probleme, eine Schulterverletzung, Viruserkrankung, Corona und nun wieder die Schulter. Der junge Mann aus Obersulm ist der Seuchenvogel der Saison. Unfassbar sei dieses Pech, findet Sebastian Hoeneß. John war der Shootingstar der vergangenen Saison mit 14 Einsätzen, nun kamen gerade einmal 40 Minuten hinzu.

 
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