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Alexander Rosen will die TSG-Abwehrkräfte stärken

Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen spricht nach dem Verpassen des Europapokals über Kader-Planungen und das Thema Geld. Die laufende Saison wird ein Rekordminus nach sich ziehen, sagt Rosen.

Florian Huber
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Alexander Rosen will die TSG-Abwehrkräfte stärken
Versteckspielen bringt Robert Skov nach der 2:4-Niederlage gegen Bayer Leverkusen nichts. Der Hoffenheimer Traum von Europa ist endgültig ausgeträumt. Foto: dpa  Foto: Uwe Anspach

Der Großteil des Hoffenheimer Kaders war schon auf dem Weg in Richtung Mannschaftskabine. Dann ging es nach der 2:4-Niederlage der TSG 1899 gegen Bayer Leverkusen doch noch vor die Kurve, wo auch nach dem achten sieglosen Spiel Applaus auf die Profis wartete. "Mich hat das sehr gefreut", sagte Sportdirektor Alexander Rosen.

Mehr Grund zur Freude gab es am Samstagabend (07.05.) anderthalb Stunden nach Spielende allerdings nicht. Dass Alexander Rosen schon vor dem letzten Spieltag Bilanz ziehen konnte, das liegt am Verpassen des Europapokals. Die TSG wird diese Spielzeit am nächsten Samstag in Mönchengladbach bestenfalls als Tabellenachter beenden. Rosen sprach nach dem 2:4 (2:1) gegen Bayer Leverkusen über Themen wie?

...das Saisonfazit: "Die Ausgangsposition war nach zwei Saisondritteln eine andere, wir haben eine Chance liegenlassen", blickte Rosen zurück in den März, als die Kraichgauer Vierter waren, und kündigte intern nach den langen sieglosen Wochen mit nur drei von 24 möglichen Punkten "eine schärfere Analyse" an, weil die Saison nun im Mittelmaß endet.

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Alexander Rosen  Foto: Uwe Anspach

...die Gründe für die Talfahrt der vergangenen Wochen: "Es liegt nicht an der Spielweise, es liegt nicht an der Zahl der Torchancen, wir haben mehr herausgespielt als Dortmund und Leipzig", sagt Rosen. Vorne fehlt es an Effektivität, hinten an Stabilität - auch aufgrund immer wieder wechselnder Formationen. "Es muss Gründe haben, warum uns Spieler wegbrechen. Da gibt es jede Menge offene Fragen, die kritisch geklärt werden müssen", sagt Rosen mit Blick auf Kaderzusammensetzung, aber auch die medizinische Abteilung.

...die Baustellen im Kader: Sie liegen eindeutig in der Abwehr. Acht Gegentore in zwei Heimspielen binnen einer Woche, 55 nun insgesamt - damit ist nicht mehr möglich als ein Platz außerhalb der Top sieben. Bei den Umbauarbeiten im Sommer müsse eine Fokussierung auf die Defensive her. "Da brauchen wir ein Upgrade", sagt Rosen. Der zu oft fehlende Kapitän Benjamin Hübner ist nicht zu ersetzen. Heißt: Die TSG will etwas für ihr Immunsystem tun, die Abwehrkräfte stärken. Mehr Mentalität ist gefragt, mehr Kopfballstärke, mehr Robustheit in den Zweikämpfen.

Wie schon in der Vorwoche gegen den SC Freiburg wurde in Durchgang zwei innerhalb weniger Minuten aus einer 2:1-Führung ein 2:3-Rückstand, weil die überragenden Moussa Diaby (73.) und Patrik Schick (76.) trafen. Als Witz bezeichnete Rosen das eigene Abwehrverhalten bei den Gegentoren. Ebenso symptomatisch: Andrej Kramaric verfehlte aus zehn Metern freistehend das leere Tor und das mögliche 3:3 (79.). Ob der Umbruch im Sommer nicht doch ein bisschen größer ausfällt als noch vor kurzem erwartet, der eine oder andere trotz zuletzt verlängertem Vertrag den Kraichgauclub verlässt? "Warten wir mal ab", sagte Rosen und lächelte vieldeutig.

...die finanzielle Situation: Nach zwei Corona-Spielzeiten ist das finanzielle Polster aus dem Sommer der Rekordeinnahmen 2019 aufgebraucht, auf 120 Millionen Euro belief sich das Plus damals im letzten großen Transfersommer vor Corona. "Die laufende Saison wird ein Rekordminus nach sich ziehen", sagt Rosen. Für Ausgaben müssen Einnahmen her. Auch im Badischen orientiert man sich an der schwäbischen Hausfrau: Ausgegeben wird nur, was eingenommen wird. Für die schwarze Null müssen deutliche Millionen-Erlöse her. "Ohne Ablösen können wir selbst eine im besten Sinne durchschnittliche Mannschaft nicht finanzieren", sagt Alexander Rosen.

...mögliche Abgänge: Dass Senkrechtstarter David Raum, der aus Liga zwei bis in die Nationalelf durchgestartet ist, auch ein zweites TSG-Jahr dranhängt, "das kann ich nicht sagen", betont der Sportdirektor. Klar ist aber auch: Im Fall der Verkaufsfälle würde Raum nicht nur 20 Millionen Euro einbringen. Bisher ist Raum noch nicht mit einem Verkaufswunsch an den Verein herangetreten. Drei, vier potenzielle Verkaufskandidaten gebe es, darunter neben Raum sicherlich auch Christoph Baumgartner, der gegen Leverkusen mit der Vorlage zum 1:0 durch Georginio Rutter (22.) und dem 2:1 (36.) der offensivstärkste Hoffenheimer am Samstag war. Meinung "Leichtfertig"

 
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