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Alexander Rosen ist mit 43 Jahren auf dem Weg zum Alterspräsidenten der Liga

Alexander Rosen verlängert seinen Vertrag als Hoffenheimer Sportdirektor bis 2025 und spricht über die Personalplanungen der TSG.

Florian Huber
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Lesezeit 2 Min
Alexander Rosen ist mit 43 auf dem Weg zum Alterspräsidenten der Liga
Im April 2023 wird Alexander Rosen zehn Jahre Hoffenheims Sportdirektor sein, nun hat er seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Foto: Archiv/  Foto: Schmidt, Christoph

Glückwunsch gefolgt von Glückwunsch ploppt am Freitagvormittag auf dem Handydisplay von Alexander Rosen auf. Dabei hat er weder Geburtstag, noch hat seine TSG Hoffenheim gerade den FC Bayern besiegt oder ein 40-Millionen-Euro-Transfer wäre perfekt.

Rosen nimmt die vielen Kurznachrichten beim Mannschaftstraining in Kitzbühel mit einem Lächeln zur Kenntnis. Kurz zuvor hat sein Arbeitgeber die Vertragsverlängerung mit dem Direktor Profifußball bis 2025 verkündet. Dessen Vertrag wäre am Saisonende ausgelaufen, es gibt nun auch eine elfte und zwölfte gemeinsame Spielzeit.

Im April 2013 war Rosen der jüngste Manager der Liga

Schon länger sei man sich klar gewesen, verrät der 43-Jährige beim Plausch in kleiner Medienrunde auf der Tartanbahn des Kitzbüheler Stadions. "Ich hab' schon richtig Bock", sagt Rosen über seine Vertragsverlängerung und betont, dass es sich dabei nicht um eine Vernunftentscheidung handele, sondern um eine aus Liebe: "Ich brenne für die TSG."

Alexander Rosen war im April 2013 der jüngste Manager der Fußball-Bundesliga, das ist er fast zehn Jahre später nicht mehr. Da sind mittlerweile jüngere dabei. "Mit dem Achter vorne beim Geburtsjahr", sagt Rosen, Baujahr 1979. Ist es nun das neue Ziel, bald der Dienstälteste der Branche zu sein, Herr Rosen? Altgediente wie Max Eberl, Rudi Völler oder Michael Zorc sind nicht mehr dabei im Bundesliga-Business. Nur noch Stefan Reuter beim FC Augsburg ist rund drei Monate länger in Amt und Würden, Jochen Saier vom SC Freiburg wenige Wochen kürzer.

"Dafür muss man sich nicht schämen. Darauf darf man auch stolz sein, wenn man sieht, was für eine Fluktuation zum Teil auf der Sportdirektoren-Position herrscht", sagt Rosen und spricht augenzwinkernd von einem "lohnenden Ziel", irgendwann mal der Alterspräsident zu sein. Aber andere Ziele sind noch lohnender, zum Beispiel in der neuen Bundesliga-Saison mit der TSG Hoffenheim. Unter dem gebürtigen Augsburger hat sich der Kraichgauclub drei Mal für den Europapokal qualifiziert. "Dass der Club diese beeindruckende Entwicklung genommen hat, ist eng mit seinem Namen verknüpft", sagt Geschäftsführer Frank Briel.

Sicht- und messbare Entwicklung, finanziell wie sportlich

Diese Entwicklung ist in vielen Bereichen sicht- und messbar. Finanziell wie sportlich. Der Verein steht anders da als vor zehn Jahren. Rosen verweist zurecht auf die stattliche Anzahl der TSG-Akademiespieler im eigenen Team und im deutschen Profifußball bei anderen Clubs. "Bei den Transfererlösen der vergangenen Jahre sind wir die Nummer eins in Deutschland, vor Borussia Dortmund", sagt Rosen.

Weitere Einnahmen dürften zeitnah folgen. David Raum radelte am freien Donnerstagmittag mit den Teamkollegen durch Kitzbühel, am Freitag trainierte der deutsche Nationalspieler mit. Wie konkret die Angebote für ihn sind, zum Beispiel aus der Premier League, das verrät Alexander Rosen nicht, spricht aber von bestehendem "Interesse, das weit über die Gerüchteküche hinausgeht".

Robert Skov und Marco John als Raum-Ersatz?

Für den Fall der Fälle sei man gerüstet, da Robert Skov als auch Marco John die Position bereits gespielt haben. Trainer André Breitenreiter mahnte im Interview mit dieser Redaktion ja bereits einen Ersatz an für den Fall eines Raum-Abgangs. Die Hoffenheimer Ziele lauten ja nicht Platz elf oder neun. Klar ist auch für Rosen, dass es nicht darum geht, jemand zu holen, damit jemand kommt. Sondern: "Wir werden wieder einen finden, bei dem die Chance auf eine Entwicklung besteht."

Entwickeln sollen sich die vielen Jung-Profis im TSG-Kader. Der eine oder andere wohl aber bei einem anderen Verein. Melayro Bogarde (20) ist ein heißer Kandidat für eine erneute Ausleihe, um Spielpraxis zu sammeln. Das gilt auch für den erst 18-jährigen Justin Che, seit dem vergangenen Winter im Kraichgau. Im Trainingslager fehlt der Innenverteidiger aus den USA. "Er muss in einem anderen Umfeld spielen. Bei uns reicht es im Moment nicht, was aber keine Schande ist", sagt Alexander Rosen.

 

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