Weiterhin viel Ungewissheit für den TSB Horkheim

Handball  Es gibt verschiedene Szenarien für den Spielbetrieb in der 3. Liga der Handballer. Weiter geht es frühestens ab März. Im Moment besteht beim TSB Horkheim deshalb eine gewisse Ungewissheit,

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TSB-Kapitän Pierre Freudl lässt es krachen. Das war im einzigen Horkheimer Heimspiel der Drittliga-Runde 2020/21 gegen die TGS Pforzheim.

Foto: Veigel

Es ist ein Stöhnen. Und das ist verständlich. Von Michael Roll ist erstmal ein Geräusch zu hören, dann folgen die erklärenden Worte. Der Vorstand des Drittligisten TSB Horkheim muss die Coronavirus-Krise managen, ohne eine klare Perspektive zu haben.

Am vergangenen Montag hat der Deutsche Handballbund (DHB) bekanntgegeben, dass der Spielbetrieb noch länger ausgesetzt wird, jetzt bis zum 28. Februar. Es folgte ein digitaler Staffeltag mit den 72 Vereinen der vier Drittliga-Staffeln bei den Männern. Hinterher war klar, dass es wenig Klarheit gibt.

"Es sind drei verschiedene Szenarien vorgestellt worden", berichtet Michael Roll, "aber das sind theoretische Überlegungen, schwer umzusetzen, weil ja auch die Politik noch nicht darüber befunden hat, wie es mit dem Lockdown im Februar weitergehen wird".

Drei verschiedene Szenarien wurden vorgestellt

Er persönlich hat ein Szenarium, das er bevorzugt. "Keine Aufsteiger in die 2. Liga, keine Absteiger aus der 2. Liga in die 3. Liga, die bisher gespielte Saison annullieren und nach den Sommerferien ein Neustart in der aktuellen Konstellation." Das wäre Szenarium Nummer drei.

Die erste Zukunftsperspektive würde die Wiederaufnahme des Spielbetriebs Anfang März vorsehen und die Beendigung der im vergangenen Herbst begonnenen Hinrunde bis Ende Juni. Die Rückrunde würde entfallen. Trotz einer solchen Halbierung des Spielprogramms würde die Zeit knapp werden. Ein Neustart im März erscheint angesichts der weiterhin sehr hohen Infektionszahlen und des zuvor unbedingt nötigen mehrwöchigen Trainingsvorlaufs unrealistisch.

Szenarium zwei wäre, nur den Aufstieg in die 2. Liga auszuspielen. Der sportliche Abstieg aus der 3. Liga wäre dann ausgesetzt. "Sollte es eine solche Aufstiegsrunde geben, würde der TSB Horkheim dafür melden. Der Aufstieg in die 2. Liga ist und bleibt das Ziel des Vereins", sagt Michael Roll. Immerhin hatte der TSB zu Beginn der Saison stark losgelegt und 4:0 Punkte geholt. Dann gab es Corona-Absagen an den Spieltagen drei, vier und fünf. Dann war monatelang Pause.

Warten auf die Entscheidungen der Politik

Noch gibt es keinen konkreten Termin, an dem Beschlüsse gefasst werden sollen. "Der DHB hat sich nicht geäußert, aber die müssen auch erstmal auf die Politik warten", berichtete Roll.

Die Mannschaft des TSB Horkheim hat zuletzt rund einen Monat lang nicht trainiert. "Am kommenden Dienstag geht es jetzt wieder los", sagt der Vereinsvorsitzende. "Erstmal aber nur mit zwei Einheiten pro Woche."

Weil die Horkheimer Stauwehrhalle zum Corona-Impfzentrum umgerüstet worden ist, wird nun in der Heilbronner Maybachhalle trainiert. "Die ist für den Betrieb mit Harz freigegeben. Sollten wir irgendwann wirklich wieder spielen, würden wir dazu dann in die Römerhalle gehen und dort auch einmal pro Woche trainieren."

Auch der Nicht-Spielbetrieb kostet Geld

Alles steht im Konjunktiv. Keiner weiß Genaues. Sicher ist nur, dass auch der Nicht-Spielbetrieb Geld kostet. "Aber die Mannschaft hilft uns mit einem teilweisen Gehaltsverzicht", sagt Roll. "Der ist sozial gestaffelt. Wer mehr verdient, verzichtet auf eine größere Summe."

Die Corona-Krise soll, wenn sie denn mal ausgestanden sein wird, nicht zum wirtschaftlichen Betonklotz werden, der den TSB Horkheim nach unten zieht. "So wie es jetzt aussieht, kommen wir mit einem oder anderthalb blauen Augen durch. Vom Prinzip her kommt von allen Sponsoren Geld."

Unklar über den Rest der Runde 2020/21 hinaus bleibt die Perspektive für 2021/22. "Sollten uns da Großsponsoren wegbrechen, hätte das Auswirkungen, logisch", sagt Michael Roll. Deshalb hat es bisher keine Vertragsgespräche mit Spielern gegeben. "Die beginnen erst. Wir müssen noch ein bisschen klarer sehen, was die Finanzplanung für die kommende Saison angeht." Positive Signale wichtiger Sponsoren gibt es.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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