TSB-Kapitän Pierre Freudl hört auf

Handball  Pierre Freudl hat das Horkheimer Handballspiel im Rückraum geprägt, seit er 2017 zum TSB gekommen ist. Seit Februar hat der 37-Jährige einen neuen Job und wird wohl nur noch zwei Spiele bestreiten.

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Pierre Freudl stand im Flur vor den Mannschaftskabinen und plauderte entspannt mit Florian Möck, dem einstigen Teamkollegen beim TSB Horkheim und heutigen Spielmacher des VfL Pfullingen. Freudl hatte nur zugeschaut beim Horkheimer 40:35-Sieg. Er hätte spielen können, ist fit. Aber der 37-Jährige ist am Ende seiner Karriere angelangt. Jetzt sind die Jungen dran. Freudl, der Kapitän der Horkheimer Drittliga-Mannschaft, findet das in Ordnung. "Natürlich will man immer spielen", sagte er. "Aber ich habe dieses Spiel auch von draußen in vollen Zügen genießen können. Die Emotionen waren da."

Pierre Freudl hat das Horkheimer Spiel im Rückraum geprägt, seit er 2017 zum TSB gekommen ist. Jetzt war er begeistert vom 21-jährigen Nick Fröhlich, der auf der linken Rückraumposition neun Tore zum ersten TSB-Sieg in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga beigesteuert hatte. "Ich gönne das dem Jungen."

Seit Februar hat Freudl einen neuen Job

Freudl hat sich entschlossen, Schluss zu machen. Noch zwei Spiele sind es wohl im Horkheimer Trikot, dann hört er auf. "Ich habe seit Februar einen neuen Job." Der 37-Jährige ist nicht mehr bei einer Bank angestellt, sondern im Immobiliengeschäft tätig. "Ich hätte gerne weitergespielt, vom Herz her. Aber mit reduziertem Trainingsaufwand in der 3. Liga, das war keine echte Option. Ich bin noch fit und motiviert und habe Spaß am Handball, aber man muss im Leben die Dinge priorisieren. Und wenn man bei mir die Fakten zusammenzählt, ist es eben so, dass jetzt ein Schlussstrich zu ziehen ist."

Grundsätzlich schade finden das die Verantwortlichen beim TSB. "Es hat halt bei ihm zeitlich nicht mehr gepasst", sagte Manager Michael Löbich. Trainer Michael Schweikardt weiß, dass Pierre Freudl eine Lücke hinterlassen wird, auch wenn in der Partie gegen den VfL Pfullingen die nächste Generation schon voll in die Bresche gesprungen ist. "Wir werden da nochmal tätig", sagte Schweikardt über die Personalplanung. Löbich fügte hinzu, man habe "zwei, drei Möglichkeiten" im Auge. "Wir werden auf dieser Position mit Sicherheit noch was machen. Aber du darfst in der heutigen Corona-Zeit nicht nervös werden."

Das Freudl-Aus treibt den Veränderungsprozess beim TSB voran

Weil Spielmacher Felix Zeiler (sieben Tore und ein starker Auftritt am Samstagabend gegen sein zukünftiges Team) zum VfL Pfullingen wechseln wird, ist mit Louis Mönch schon ein junger Mittelmann verpflichtet worden. Doch das Freudl-Aus beim TSB treibt den Horkheimer Veränderungsprozess weiter voran.

Es sei "kein einfacher Schritt" gewesen, meinte der 37-Jährige. "Ich habe jetzt gut drei Jahrzehnte im Handball verbracht." Doch "Stand jetzt ist es keine Option, noch niederklassig zu spielen".


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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