TSB Horkheim will gegen Krefeld spielen als ginge es um alles

Handball  Der TSB Horkheim will am Sonntagnachmittag die Aufstiegsrunde zur 2. Liga positiv beenden. Dann entscheidet sich die Frage: Letzter bleiben oder nicht?

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Luis Kuhnle setzt sich gegen zwei Spieler des VfL Pfullingen durch. Beim 40:35 im württembergischen Duell zeigte der TSB seine beste Leistung.

Foto: Mario Berger

Eine Frage ist noch offen: Letzter bleiben oder nicht? Der TSB Horkheim hat das Ziel klar verpasst, unter die besten vier Mannschaften der Süd-Gruppe zu kommen und im Kampf um den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga die Playoffs zu erreichen.

Wenn an diesem Sonntag (Beginn 15 Uhr, Livestream bei Sportdeutschland.TV) die Partie gegen die HSG Krefeld vorbei sein wird, ist für die Horkheimer Drittliga-Männer Saisonschluss. Mit 2:8 Punkten stehen sie momentan ganz am Ende der Gruppe. "Aber vielleicht können wir Willstätt noch überholen", sagt Trainer Michael Schweikardt.

Überholmanöver oder nicht?

Ob es diese Möglichkeit wirklich gibt, zeigt sich schon am Samstagabend, wenn der TV Willstätt (3:7 Punkte) zu Hause den VfL Pfullingen (6:4) empfängt. Ein Erfolg der Badener würde ein Überholmanöver des TSB Horkheim unmöglich machen. Dann bliebe die Rote Laterne des Letzten in Heilbronn.

"Allerdings geht es uns auch darum, im letzten Spiel zu zeigen, dass wir es können und wollen" , sagt der Trainer. So aufzutreten "als ob es noch um alles geht", das ist die Zielsetzung. "Ich möchte mutigen Handball sehen."

Umfassende Analyse der Schwächen

Michael Schweikardt wird sich nach der Partie gegen die HSG Krefeld Zeit nehmen für eine umfassende Analyse. Aber schon jetzt weiß er, dass diese von Ernüchterung geprägt sein wird. "Uns sind Schwächen aufgezeigt worden."

Schwächen, die man in der Vergangenheit allenfalls in einzelnen Spielen erkennen konnte. Oder Schwächen, die in dieser Deutlichkeit ganz neu sind.

Die Aufstiegsrunde zur 2. Liga ist für den voller Optimismus in die Gruppenspiele gestarteten TSB Horkheim insgesamt zur großen Enttäuschung geworden. Der 40:35-Sieg gegen Pfullingen war die positive Ausnahme.

Felix Zeiler wird TSB verlassen

Klar ist: Der eindeutig beste Horkheimer der letzten Wochen, Spielmacher Felix Zeiler, wird den TSB verlassen, um nach Pfullingen zu wechseln. Für ihn ist in Louis Mönch schon Ersatz verpflichtet worden. Weil nun auch Mannschaftskapitän Pierre Freudl seine Karriere beenden wird, "werden wir noch ein Mal auf dem Spielermarkt tätig, um diese Position neu zu besetzen", sagt Michael Schweikardt. Mehr geht nicht. Nicht in diesen schwierigen Corona-Zeiten, in denen es keinerlei Zuschauer-Einnahmen gibt. Konkret ist bei der Suche nach dem Neuzugang noch nichts. "Nein."

Der Trainer nimmt aus der Aufstiegsrunde eine große Aufgabe mit: die Defensive wieder zu stabilisieren, sie zurückzuführen aufs Niveau, wie es seit seinem Amtsantritt eigentlich Standard war beim TSB Horkheim. "Wir bekommen definitiv zu viele Gegentore", lautet die klare Erkenntnis. 33 waren es in Oppenweiler, 37 gegen Hanau, 34 in Willstätt, 30 beim TuS Dansenberg.

"Was müssen wir tun, um bei den Gegentoren konstant in Richtung der 25 zu kommen?", das ist Schweikardts selbstgestellte Hausaufgabe für die Sommerpause. Im einst so stabilen Abwehr-Innenblock hat der Trainer verschiedene Varianten ausprobiert. "Keine hat wirklich funktioniert."

Eine gute Analyse ist also wichtig. "Wir müssen das alles gut beleuchten." Die HSG Krefeld ist als Favorit in die Süd-Gruppe der Zweitliga-Aufstiegsrunde gestartet. "Das ist eine erfahrene Truppe", sagt TSB-Trainer Michael Schweikardt. Doch die Gäste-Mannschaft steht am Sonntag in der Heilbronner Römerhalle unter großem Erfolgsdruck. Nach der 33:38-Heimniederlage gegen den HC Oppenweiler/Backnang am Donnerstag stehen die Krefelder mit 5:5 Punkten am Abgrund. Nur durch den gewonnenen direkten Vergleich (27:26) steht das Team vor der HSG Hanau auf Platz vier. Lediglich die Top Vier kommen im Rennen um den Aufstieg weiter, der HSG droht also das Aus, sollte es beim TSB Horkheim einen erfolglosen Sonntagnachmittags-Auftritt geben. Die Krefelder sind in Michael Schweikardts Augen ein Team, "das nicht so sehr das Tempo mag". Also lautet die Horkheimer Devise: "Wir müssen Dampf machen und Krefeld unter Druck setzen."


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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