TSB Horkheim verliert erneut

Handball  Die Horkheimer 27:33-Niederlage gegen Leutershausen ist die vierte punktlose Drittliga-Partie in Folge.

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Nicht nur als Verlierer, sondern auch noch verletzt ging Luis Foege von der Spielfläche. Den Horkheimer erwischte es an der Hand. Trainer Michael Schweikardt sagte, es sehe nach einem "offenen Kapselriss" aus.

Foto: Andreas Veigel

Hinter dem Tor in Richtung des Stauwehrhallen-Foyers hängt eine schwarz-rote Fahne mit goldener Aufschrift: "Königreich Württemberg". Die heimische Halle ist für den TSB Horkheim momentan aber überhaupt kein uneinnehmbares Königreich. Auch die zweite Drittligapartie nach der Rückkehr in die angestammte Spielstätte hat die Mannschaft von Trainer Michael Schweikardt verloren. Das Duell mit dem Spitzenteam der SG Leutershausen wurde in der zweiten Halbzeit zu einer ziemlich klaren Sache. Mit 27:33 unterlag der TSB.

Horkheimer sind sehr enttäuscht

Einen "sehr verdienten Sieg" der Gäste hat Schweikardt gesehen. "Wir sind schon sehr enttäuscht." Es war nur ein ganz kleiner Trost, dass SGL-Trainer Marc Nagel sagte: "Es war unsere beste Saisonleistung."

Beim Horkheimer 6:3-Vorsprung in der siebten Minute hatte es noch richtig gut ausgesehen. Doch Leutershausen war schnell wieder dran. "Wir haben dann den Zugriff in der Abwehr bekommen", sagte Nagel. Bis zur Pause lag seine Mannschaft mit zwei Toren vorne, 17:15.

Beim TSB Horkheim hingegen funktionierte es nicht so gut. "Wir bekommen es wiederholt nicht gebacken", fasste Schweikardt die Defensivprobleme zusammen.

Rang fünf ist trügerisch, die rote Zone nahe

Seine Mannschaft hat jetzt vier Spiele in Folge verloren. Aus der starken Startbilanz von 10:2 Punkten sind 10:10 Zähler geworden. Das reicht in der Tabelle der Staffel F noch für einen Platz im vorderen Mittelfeld. Rang fünf ist aber trügerisch. Zahlreiche Verfolger liegen dicht dahinter. Im kommenden Auswärtsspiel müssen die Horkheimer zudem damit rechnen, ohne Punkte die Heimreise anzutreten. Dann geht es zum souveränen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen II. Das baldige Abrutschen in die auf Rang sieben beginnende rote Zone jener Teams, die nach der normalen Runde die Absteiger ausspielen werden, scheint vorgezeichnet.

Michael Schweikardt ist sich der kritischen Lage bewusst, sagt aber mit Blick in die fernere Zukunft: "Dann kommen wieder Spiele, die man gewinnen muss."

Rückschläge sind beim TSB einkalkuliert

Der Horkheimer Trainer kennt die grundsätzliche Herausforderung in dieser Saison: "Das ist ein Prozess mit der jungen Mannschaft." Rückschläge sind einkalkuliert, wenn auch nicht unbedingt in Serie. "Vor vier Wochen war alles himmelhoch jauchzend hier", sagte Schweikardt. Nun ist der Frust groß. In den vergangenen Spielen habe man "deutlich gesehen, wo unsere Grenzen sind".

Ein Problem, nicht nur im Duell mit der SG Leutershausen: "Wir müssen schauen, dass wir wieder variabler im Angriff werden. Da fehlt dann doch das Spiel in die Breite." Kein einziges Tor erzielten die Horkheimer während der 60 Handball-Minuten von einer der beiden Außenpositionen. Der Trainer brachte es auf den Punkt: "Man kann die Spiele nicht gewinnen, wenn man zwei Positionen gar nicht besetzt."

Junge Horkheimer Spieler müssen sich weiterentwickeln

Michael Schweikardt arbeitet schon länger an der Sache. Geduldig wird er weitermachen. "Natürlich will man die guten Ergebnisse, aber ich will auch, dass sich meine jungen Spieler gut weiterentwickeln."

In der zweiten Halbzeit am Samstagabend entwickelte sich aus einem 21:23, das noch Hoffnung machte (40. Minute), der vorentscheidende 21:28-Rückstand (49.). Damit war der TSB geknackt.

TSB-Trainer bleibt trotz Erfolgsdruck gelassen

Der Erfolgsdruck wird immer größer. Die Negativserie hält an. Der Trainer bleibt gelassen. "Wir werden schon Druck spüren, aber wir wollen damit zusammen umgehen." Schweikardt setzt auf die Kraft kontinuierlicher Trainingsarbeit. "Wir haben zu Beginn der Saison ein schönes Hoch gehabt. Jetzt geht es gerade ins Tal runter. Aber das heißt nicht, dass wir aufhören beim Versuch, besser zu werden."

Es fehlt der jungen Horkheimer Mannschaft an Routine. Es fehlt zurzeit aber auch an Selbstbewusstsein. Bei der SG Leutershausen ist das ganz anders. "Das letzte Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen hat natürlich einen gewaltigen Schub in die Mannschaft gebracht", sagte Trainer Marc Nagel. Sein Team hat dem Tabellenführer die bisher einzige Niederlage in dieser Punkterunde beigebracht. Am kommenden Samstag ist der TSB Horkheim bei den Junglöwen gefordert. Ob Michael Schweikardts Mannschaft dann einen ganz großen Auswärtscoup bejubeln darf? Eher nicht.


TSB Horkheim: Hölzl, Grathwohl - Mönch (1), Reichert (4), Grosser, Fröhlich (11), Noah Matusik, Kuhnle, Heß (1), Foege (3), Niklas Matusik (4), Bohnenstengel (2/2), Uhl (1), Levak. Beste Werfer SG Leutershausen: Bitz (8), Pauli (6/5). Zeitstrafen: 4 - 3. Siebenmeter: 3/2 - 8/5. Zuschauer: 350.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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