TSB Horkheim braucht Tempo beim Heimauftakt gegen TSG Pforzheim

Handball  Horkheimer Drittliga-Team empfängt im ersten Heimspiel der neuen Saison die Pforzheimer. Schweikardt prophezeit: "Körperlich ist das schon noch mal was ganz Anderes als das, was Blaustein anzubieten hatte."

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Haaaalt, hiergeblieben! Ein Pforzheimer versucht vergeblich, Felix Zeiler am Wurf zu hindern. In der Vorsaison kassierte die TGS in Horkheim eine 23:34-Klatsche.

Foto: Veigel

Der Trainer hat keinerlei Zweifel: "Das ist jetzt eine andere Hausnummer." Michael Schweikardt sieht die Drittliga-Handballer des TSB Horkheim im Heim-Duell mit der TGS Pforzheim (Samstag, 20 Uhr, Stauwehrhalle) ganz anders gefordert als zum Saisonauftakt beim souveränen 29:20-Sieg in Blaustein.

Zwar stehen die Pforzheimer mit leeren Händen da, mussten am ersten Spieltag der 3. Liga Süd eine 24:27-Niederlage in eigener Halle gegen den SV Kornwestheim hinnehmen. Doch Schweikardt sagt: "Körperlich ist das schon noch mal was ganz Anderes als das, was Blaustein anzubieten hatte." Auch vom individuellen Vermögen her agiere die TGS auf einem anderen Niveau. "Die haben gegen Kornwestheim nicht schlecht gespielt. Aber der SVK hat halt entscheidende Dinge besser hinbekommen."

Videoaufzeichnung der Pforzheimer Partie analysiert

Der Horkheimer Trainer hat die Videoaufzeichnung der Pforzheimer Partie analysiert. Die Selbstanklage der TGS lautete: "Wir hatten eine zweistellige Fehlerquote und eine zweistellige Fehlwurfquote." So monierte es Trainer Tobias Müller. In der 38. Minute waren die Gastgeber noch mit 19:18 vorne gelegen. Dann aber ging es binnen kurzer Zeit vorentscheidend dahin. Keine zehn Minuten später lag die TGS mit 20:25 zurück. In dieser 1:7-Tore-Phase war der Ex-Horkheimer Felix Kazmeier mit vier Treffern ein ganz wesentlicher Faktor beim SVK.

"Wir waren einfach zu zaghaft", sagte Rückraumschütze Florian Taafel, der immerhin sieben Mal getroffen hatte. In der Breite des Teams gab es aber zu viele Schwächen. Fürs Spiel in der Horkheimer Stauwehrhalle forderte Taafel "offensiv mehr Druck und mehr Mut". TGS-Trainer Müller versprach: "Wir werden in Horkheim ein anderes Gesicht als beim Start gegen Kornwestheim zeigen, wir fahren hin, um zu gewinnen."

Kein Mittel gegen Tempogegenstöße

Wie die TGS Pforzheim perfekt zu knacken ist, hat der TSB im Heimspiel der vergangenen Saison gezeigt. Da ging Michael Schweikardts Plan von Beginn an perfekt auf. Mit 34:23 wurden die Pforzheimer abgefertigt. Früh war schon viel klar gewesen. 11:3 stand es in der 16. Minute für den TSB. Vor allem gegen die von Felix Weißer zuverlässig mit Treffern abgeschlossenen Tempogegenstöße fanden die Gäste kein Mittel . Auf dem Weg vom Horkheimer 3:1 zum 11:3 traf der Linksaußen sechs Mal.

Weißer hat den TSB im Sommer verlassen. Aber die grundsätzliche Herangehensweise von Michael Schweikardt hat sich nicht geändert. "Die TGS ist eine Mannschaft, gegen die man ins Tempo gehen muss." Wie stimmig seine Analyse ist, hatte man auch im Auswärtsspiel der vergangenen Saison gesehen, als der TSB eben nicht mit Tempo agierte und 22:24 verlor. "Da haben wir zu behäbig gespielt", sagt der Horkheimer Trainer und frühere Bundesligaspieler.

Janik Zerweck ist mit von der Partie

Im Gegensatz zum Auftaktspiel beim TSV Blaustein wird Schweikardt seinen Rückraum-Ass Janik Zerweck einsetzen können. Der hatte wegen eines möglichen Corona-Kontakts vorsichtshalber aufs erste Spiel verzichtet. "Aber Janik ist am Dienstag dann wieder im Training gewesen", berichtet der Coach. "Die eine kranke Person, um die es ging, wurde tatsächlich positiv getestet. Aber die beiden Kontaktpersonen dazwischen waren negativ."

Entwarnung also. So wie auch in den Fällen von Felix Zeiler und Florian Uhl, die beide mit dem Training aussetzen mussten, weil sie "Symptome eines grippalen Infekts hatten", wie Michael Schweikardt sagt. Sie waren beim Hausarzt. Irgendein Coronavirus-Verdacht kam nicht auf. "Aber so ganz sicher kann man heutzutage ja nicht mehr sein, auch wenn es nur ein leichtes Kratzen im Hals ist."

Sicher ist allerdings, dass Trainer Schweikardt auf Sven Grathwohl verzichten muss, nicht nur an diesem Samstag. Der Torwart hat sich in der Partie beim TSV Blaustein einen Muskelfaserriss an den Adduktoren zugezogen, kann deshalb für mindestens vier Wochen kein Rückhalt mehr sein. Mario Schultz aus der 2. Mannschaft ist jetzt dabei.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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