Kriegt der TSB Horkheim jetzt die Kurve?

Handball  Nach drei Niederlagen in Folge hat es der Drittligist im Heimspiel gegen die zuletzt bärenstarke SG Leutershausen schwer.

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Trainer Michael Schweikardt hat die richtigen Worte gefunden. Ob aber die TSB-Spieler die Vorgaben im Duell mit einem Top-Gegner umsetzen können?

Foto: Veigel

Es geht um die Trendwende. Jetzt, zu Hause, in der heimischen Stauwehrhalle, mit den eigenen Fans im Rücken. "Wir wollen diese zwei Punkte holen", sagt Michael Schweikardt, der Trainer des TSB Horkheim, vor dem Drittligaspiel an diesem Samstagabend (20 Uhr) gegen die SG Leutershausen.

Auf drei Niederlagen hintereinander blicken die Horkheimer Handballer zurück. Los ging es mit der Misserfolgsserie beim 33:36 in Haßloch, dann kam das 27:31 in der Stauwehrhalle gegen die SG Pforzheim/Eutingen, zuletzt musste beim TuS Dansenberg eine 27:32-Niederlage hingenommen werden.

TSB-Trainer Schweikardt weiß, wo anzusetzen ist

Trainer Schweikardt hat auf die Schwächen hingewiesen. "Wir wissen, wo wir ansetzen müssen", sagt er. "Es ist klar, wo jeder Einzelne ansetzen muss. Jeder muss sich hinterfragen, ob jede Aktion von der Konzentration her hundertprozentig ist." Die vielen leichten Ballverluste und technischen Fehler im Horkheimer Spiel sollen minimiert werden. "Das ist ein Bereich, in dem wir uns verbessern müssen."

Erst recht, wenn der Gegner mit viel psychologischem Rückenwind zum Duell mit dem TSB Horkheim anreisen wird. Die SG Leutershausen hat dem bis dahin mit Weißer Weste durch die Runde spazierten Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen II beim 31:30-Sieg am 29. Oktober die erste Saisonniederlage zugefügt. "Da haben sie ein tolles Spiel gemacht", sagt Michael Schweikardt. "Die SG hat viel Kampfgeist gezeigt und mehrfach einen Vier-Tore-Rückstand aufgeholt." Beim 8:12 (22. Minute) sah es ebenso nach einer Niederlage für Leutershausen aus wie beim 16:20 (40.). Doch mit einem Freiwurftor nach der Schlusssirene wurde der 31:30-Sieg perfekt gemacht.

Horkheim versucht, 0:6-Serie aus den Köpfen zu bekommen

Das Spitzenteam der SGL (11:5 Punkte) kommt selbstbewusst in die Stauwehrhalle. Der TSB hingegen hat in den letzten Wochen mächtig Federn lassen müssen nach dem famosen Saisonstart mit 10:2 Punkten. "Mit den drei Niederlagen ist es für uns natürlich nicht perfekt gelaufen", sagt der Trainer, "wir müssen versuchen, das aus den Köpfen zu bekommen."

Als langjähriger Bundesligaspieler weiß Michael Schweikardt ganz genau, wie bedeutsam die Psyche sein kann. Er haut also verbal nicht drauf, wenn es darum geht, vor der Partie gegen die SG Leutershausen die Trendwende rauszukitzeln. Schweikardt ist stets ein besonnener Trainer. Jetzt erst recht. "Ich will die Jungs auch bestärken in ihrem Können", sagt er. "Es geht nicht darum, Schwächen in den Vordergrund zu rücken. Wenn man die gesamte bisherige Saison nimmt, war sehr viel gut."

Rote Zone der Drittliga-Tabelle rückt näher

Allerdings muss der auf Platz fünf in der Tabelle der Drittliga-Staffel F abgerutschte TSB Horkheim (10:8 Punkte) allmählich aufpassen, denn von Platz sieben an rückt mit Blick nach unten immer mehr die Abstiegsgefahr in den Mittelpunkt. Dann steckt man drin in der roten Zone der Tabelle. Die HG Saarlouis nimmt zurzeit diesen siebten Platz ein, mit 8:10 Zählern. Ein Horkheimer Befreiungsschlag gegen die SG Leutershausen käme gerade recht. Zumal es auch Wiedergutmachung zu leisten gilt bei den Heim-Fans für die zunehmend schwache Leistung beim vergangenen Stauwehrhallen-Auftritt gegen die SG Pforzheim/Eutingen. "Da sind wir in der zweiten Halbzeit chancenlos gewesen", sagt Schweikardt.

Die Leistungs-Wackler seiner jungen Mannschaft dürfen nicht verwundern. Es steckt nicht viel Routine im TSB-Team der Saison 2021/22. "Es kann schon sein, dass man es ein bisschen aufs fehlende Alter schieben kann", meint der Trainer. Aber für Michael Schweikardt sind das keine bedeutsamen Debatten. Er ist vorrangig an Lösungen interessiert.

Genau mit dem Personal, das zur Verfügung steht.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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