In der zweiten Halbzeit bricht Horkheim auseinander

Handball  Der TSB Horkheim kassiert eine deftige 23:35-Pleite bei den Rhein-Neckar Löwen II. Die Niederlage beim Tabellenführer der Drittliga-Staffel F ist bereits die fünfte des TSB in Folge. Trotzdem ist Trainer Michael Schweikardt nicht am Boden zerstört.

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Einmal mehr Frust beim TSB. Hier sind Nick Fröhlich (links) und Luis Kuhnle nach der vorangegangenen Heimniederlage gegen Leutershausen geknickt.

Foto: Veigel

Da saßen sie also, die Arme auf die Tribünen-Balustrade aufgelegt, Janik Zerweck, Luis Foege und Florian Uhl, allesamt verletzt, aber als Zuschauer dabei, als der TSB Horkheim am Samstagabend bei den Rhein-Neckar Löwen II spielte. In der zweiten Halbzeit wurden die emotionalen Ausbrüche beim verhinderten Spieler-Trio immer weniger, der Rückstand des TSB hingegen immer höher. Erfolgs-Hoffnung war bald keine mehr da. Am Ende setzte es für die Horkheimer eine krachende 23:35-Niederlage.

Trainer Michael Schweikardt musste erst mal schlucken. "Ich bin enttäuscht, dass wir in der dritten Liga ein Spiel so deutlich verlieren können, da hatte ich gehofft, dass es nie passiert."

Zur Pause sah es noch ordentlich aus, mit 12:16 lagen die Horkheimer zurück. Schweikardt haderte, "ein bisschen unglücklich" sei es am Ende gelaufen, "dann gehen wir statt mit minus eins oder minus zwei doch mit minus vier in die Halbzeit".

Rico Reichert sorgt für den bedeutungslosen Schlusspunkt

Nach der Pause wurde es schnell deftig. In der 45. Minute lag der TSB Horkheim mit 17:26 zurück, da waren es also schon neun Treffer Rückstand. In der Schlussminute waren es gar 13 Tore, die die Rhein-Neckar Löwen II mehr erzielt hatten. Der TSB traf dann noch zum 23:35-Endergebnis.

Rico Reichert brachte den Ball ein paar Sekunden vor Ablauf der Spielzeit im gegnerischen Tor unter - der Schlusspunkt. Bedeutungslos. Kein Jubelmoment.

Auch wenn es für den Tabellenführer der Drittliga-Staffel F der neunte Sieg im zehnten Spiel war und ein weiterer Beleg für die große Klasse der Talentetruppe des Bundesligisten, war es für die Horkheimer doch ein sehr ernüchternder Abend. Die fünfte Niederlage in Folge hatte man zwar befürchten müssen, doch dass sie derart hoch ausfiel, das war bitter.

Rang sechs in der Tabelle ist für den TSB keine Katastrophe

"Wir müssen jetzt einen dicken Strich unter die Hinrunde ziehen", sagte Michael Schweikardt. 10:12 Punkte stehen auf dem Horkheimer Konto. Rang sechs in der Tabelle ist keine Katastrophe. Die rote Abstiegszone beginnt aber direkt hinter dem TSB. Der Trainer will nun verstärkt an den "Basics" arbeiten. "Wir müssen Sicherheit bekommen. Wir werden in nächster Zeit viel werfen."

In den kommenden Spielen sind die Gegner nicht vom Kaliber der Junglöwen. "Ich bin überzeugt, dass wir das gut machen werden", sagte Schweikardt. Er ist trotz der 0:10 Punkte, die zuletzt verbucht wurden, nicht am Boden zerstört. Auch bei der sehr deutlichen Niederlage im Duell mit dem Spitzenreiter sah er Aspekte, die Hoffnung machen. "Es gibt kleine positive Dinge, die wir mitnehmen müssen." Sorgen bereitet ihm allerdings die ganz schwache zweite Halbzeit, denn eine solche gab es zuletzt des Öfteren. "Wir müssen schauen, dass uns die Spiele nicht so wegbrechen." Bei seiner jungen Mannschaft schaut Schweikardt nicht nur auf die Ergebnisse. "Es geht immer auch um Weiterentwicklung."

TSB Horkheim: Grathwohl, Hölzl - Mönch (2), Reichert (3), Grosser, Fröhlich (2), Noah Matusik, Kuhnle (1), Heß (3), Niklas Matusik (3), Bohnenstengel (4/3), Starz (4), Levak (1). Beste Werfer Rhein-Neckar Löwen II: Zacharias (7/3), Krass (6). Zeitstrafen: 1 - 4 TSB. Siebenmeter: 5/4 - 3/3 TSB. Zuschauer: 250.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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