Getrübtes Horkheimer Rückkehr-Glück

Handball  27:31-Niederlage des Drittligsten TSB Horkheim gegen Pforzheim/Eutingen beim Comeback-Spiel in der heimischen Stauwehrhalle. Trainer Schweikardt ärgert sich über Abwehrschwächen.

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Wer kommt denn da geflogen? Nick Fröhlich in der Horizontalen. Nicht nur der Rückraumspieler des TSB Horkheim wurde in der zweiten Halbzeit von der Abwehr der SG Pforzheim/Eutingen häufig sehr gut neutralisiert.

Foto: Andreas Veigel,

Natürlich, es hätte schöner sein können, wenn das Bier hinterher ein Siegerbier gewesen wäre. Bei Herwig Jarosch war allerdings Wein im Glas, ein letzter kleiner Rest. Der Ehrenvorsitzende des TSB Horkheim hatte sich die Lust am gemütlichen Samstagabend-Ausklang durch die 27:31-Heimniederlage seines TSB gegen die SG Pforzheim/Eutingen nicht nehmen lassen. Schließlich durfte endlich wieder im Foyer der Stauwehrhalle zusammengesessen werden.

Nach vielen, vielen Monaten der Vertreibung, weil die Halle zum Corona-Impfzentrum gemacht worden war, gab es nun die Rückkehr ins angestammte sportliche Zuhause. Allerdings ohne Happy End. Das Drittliga-Duell mit Pforzheim/Eutingen ging nach dem 17:17-Halbzeitstand deutlich verloren.

TSB bleibt 17 Minuten ohne Torerfolg

Es war eine verdiente Niederlage. "Wenn man in 17 Minuten nur ein Tor macht, wird es halt nichts", sagte Herwig Jarosch. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Louis Mönch (32. Minute) das 18:17 für den TSB erzielt, doch dann kippte das Spiel vorentscheidend, weil die Horkheimer bis zu Daniel Grossers 19:22 in der 47. Minute erfolglos blieben.

Bis zur 54. Minute brachte das Team nach der Pause nur vier Treffer zustande. Mit fünf Toren lag der TSB zwischenzeitlich zurück. Da war am Schluss nichts mehr zu machen. Trainer Michael Schweikardt beklagte "im Angriff die schlechtesten 30 Minuten in dieser Saison", man habe "wenige Lösungen gefunden", aber der "Knackpunkt" aus seiner Sicht war nicht die Schwäche vorne, sondern "dass wir es defensiv nicht gut machen". Mit der Abwehrleistung haderte Schweikardt sehr. "Das regt mich am meisten auf."

Horkheim kann sich in der starken ersten Hälfte nicht absetzen

Mit einer besseren Quote bei der Tore-Verhinderung hätte der TSB Horkheim einen Halbzeit-Vorsprung herausholen können. Für den Trainer war es "ärgerlich, dass wir uns mit der guten Angriffsleistung nicht absetzen können". Beim 11:8 in der 18. Minute, Louis Mönch hatte getroffen, sah es kurz danach aus, als habe der TSB die Oberhand gewonnen. Doch die SG Pforzheim/Eutingen war in der 22. Minute beim 12:12 wieder dran.

Obwohl die Gäste in der ersten Halbzeit drei Zwei-Minuten-Strafen kassierten und der TSB gar keine, hielten sie bis zum 17:17 mit.

Dann kam nach der Pause die Phase, die SG-Trainer Alexander Lipps so beschrieb: "Als dann irgendwann die Türe für uns ein bisschen aufgegangen ist, war das Glück auch ein bisschen auf unserer Seite." Die Pforzheimer Mannschaft nutzte aber auch die Gunst des Moments. Als der TSB Ballverluste und Fehlwürfe produzierte, teils weil Pech dabei war, kam es zur 0:5-Tore-Phase vom 18:17 zum 18:22.

Zwei Niederlagen hintereinander für den TSB

Lipps verteilte ein "großes Lob an meine Jungs", hinterließ aber auch den Horkheimern positive Worte. "Hier werden, glaube ich, nicht viele Teams gewinnen." Bei TSB-Trainer Michael Schweikardt war allerdings erstmal der Frust groß. "Wir müssen schauen, dass wir uns defensiv wieder stabilisieren." Er will "jeden Spieler in die Verantwortung nehmen". Schon eine Woche zuvor bei der 33:36-Niederlage in Haßloch hatten die Horkheimer in der Abwehr entscheidend geschwächelt.

Nach zwei Null-Punkte-Spielen in Folge steht der TSB mit 10:6 Punkten zwar immer noch auf dem dritten Tabellenplatz der Drittliga-Staffel F, doch der Trend geht nach unten. Pforzheim/Eutingen ist mit 7:5 Zählern Sechster. Immerhin, es kamen 300 Zuschauer in die Stauwehrhalle. Mehr als in den beiden Ausweich-Heimspielen in der Römerhalle zusammengenommen (120 und 150). "Es war ein schönes Gefühl in der Halle", sagte Trainer Schweikardt. "Auch wenn das Comeback in der Stauwehrhalle nicht geklappt hat." Keine Punkte. Kein Siegerbier.

TSB Horkheim: Hölzl, Grathwohl - Mönch (6), Reichert (4), Grosser (5/3), Fröhlich (5), Noah Matusik, Kuhnle, Heß, Foege (5), Niklas Matusik (1), Uhl (1), Starz, Levak. Beste Werfer Pforzheim/Eutingen: Broschwitz (8/2), Ganz (8/1). Zeitstrafen: 2 - 3. Siebenmeter: 3/3 - 5/3. Zuschauer: 300


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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