Erstes Auswärts-Heimspiel des TSB Horkheim

Handball  Heilbronner Drittliga-Männer müssen am Samstagabend gegen die HSG Hanau in der Römerhalle ran, weil in der Stauwehrhalle geimpft wird. Wegen Corona sind umfangreiche Schutzregelungen zu erfüllen.

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So war es, als zuletzt ein Pflichtspiel des TSB Horkheim in der Stauwehrhalle ausgetragen wurde. Mitte Oktober 2020 besiegte der TSB (hier Felix Zeiler) die TGS Pforzheim, sogar ein paar Zuschauer waren damals zugelassen.

Foto: Mario Berger

Ein bisschen Bedauern ist schon zu hören. "Es ist halt nicht die eigene Halle", sagt TSB-Vorstand Michael Roll. Die Horkheimer Handballer bestreiten am Samstagabend (20 Uhr) ihr erstes Heimspiel in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga. Aber es ist ein Auswärts-Heimspiel. Die angestammte Stauwehrhalle steht nicht zur Verfügung, dort wird gegen die Corona-Pandemie angeimpft. Für die Partien der Aufstiegsrunde weichen die Horkheimer nach Neckargartach aus, in die Römerhalle.

Die Mannschaft von Trainer Michael Schweikardt hat sich an die andere Halle gut gewöhnt. Die Übungseinheiten finden ja schon lange dort statt, die Stauwehrhalle ist seit Monaten blockiert. "Vor allem der Lichteinfall ist in der Römerhalle anders. Da kann man nicht richtig verdunkeln", berichtet Michael Roll. "Aber die Jungs trainieren zwei Mal in der Woche dort, die haben jetzt alles im Griff." Ende März gab es in der Römerhalle ein Testspiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten II, um auch die organisatorischen Abläufe vor und während einer Begegnung zu optimieren. Einen Sieg gab es zudem.

Absagen wegen Corona-Fällen hat es bisher nicht gegeben

Ob die Horkheimer es auch an diesem Samstag sportlich im Griff haben werden, muss sich noch zeigen. Der Start in die Aufstiegsrunde ist bei der 30:33-Niederlage in Oppenweiler missraten, am zweiten Spieltag war der TSB nur Zuschauer in der Siebener-Gruppe des Südens. Jetzt am Samstag wird die HSG Hanau zu Gast sein. Die Hessen haben die erste Partie bei der HSG Krefeld knapp mit 26:27 verloren und dann zu Hause 24:24 gegen den HC Oppenweiler/Backnang gespielt.

Die Aufstiegsrunde zur 2. Liga hat bislang planmäßig stattgefunden. Absagen wegen Corona-Fällen gab es nicht. Um die Risiken bestmöglich zu minimieren, gibt es umfangreiche Schutzregelungen. TSB-Vorstand Roll nimmt diese sehr ernst. "Sollten wir einen positiven Fall haben, bei dem der Schnelltest durch einen PCR-Labortest bestätigt wird, wird das Gesundheitsamt die Mannschaft vermutlich in Quarantäne stecken. Und es ist beschlossen worden, dass in der Aufstiegsrunde keine Spiele nachgeholt werden, dafür gibt es hinten raus keinen Zeitkorridor. Wer also in Quarantäne ist, verliert mit 0:0 Toren und 0:2 Punkten. Dann hätten wir viel Aufwand für nichts betrieben."

Livestream für die Fans daheim

Zuschauer sind wegen des Coronavirus keine gestattet. Abgesehen von den beiden Teams und den Schiedsrichtern werden laut Michael Roll am Samstagabend "so zwischen 15 und 20 Leuten in der Römerhalle sein. Personal für Coronatests, Security und Leute für die Technik. Außerdem die nötigsten Helfer."

Auch Journalisten und Pressefotografen dürfen rein, zudem ein kleines Team von HNX-TV, das den Livestream produziert, den Sportdeutschland.TV von allen Begegnungen der Aufstiegsrunde im Internet überträgt. Nur am heimischen Bildschirm können die Fans dabei sein.

Es gibt einen Hallensprecher und Musikeinspielungen

TSB-Vorstand Roll will trotz der leeren Ränge aber keinen kompletten Minimalismus in der Halle haben. "Es wird einen Hallensprecher geben und auch Musikeinspielungen, um ein bisschen Normalität reinzubringen." Sogar die aus früheren Zeiten ohne das verflixte Virus gewohnten Trainergespräche nach dem Spiel soll es geben. "Aber wahrscheinlich dann einzeln, nacheinander. Das kann im Livestream ein bisschen dauern, bis es soweit ist."

Dank an die Stadt Heilbronn

Michael Roll ist sehr froh über die Unterstützung der Stadt Heilbronn für die Aufstiegsrunden-Spiele des TSB Horkheim. "Da bekommen wir schnelle und unkomplizierte Hilfe, wenn es etwas zu regeln gibt. Die Stadt versucht möglich zu machen, was möglich ist." Der Horkheimer Vereinsvorstand findet es "enorm, was die machen". Weil die gesamte Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga als Profisport eingestuft ist, greifen die von Inzidenzwerten abhängigen Beschränkungen nicht, denen der Amateursport in der Corona-Pandemie unterliegt.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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