TSB Horkheim hat jetzt Kontakt zum zweiten Platz

HANDBALL  Die Rumpftruppe von Trainer Michael Schweikardt gibt beim 30:22-Sieg in Plochingen alles. Mit 23:11 Punkten steht der TSB zum Jahresabschluss in der 3. Liga Süd prima da.

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TSB Horkheim hat jetzt Kontakt zum zweiten Platz

Horkheimer Jubel nach dem Spiel in Plochingen. Beim zu Hause gar nicht schlechten Tabellen-Drittletzten setzte sich der TSB erstaunlich souverän durch. Schnell zog Michael Schweikardts Team davon und geriet nicht mehr in Gefahr.

Foto: öha

Soso. "Viel Kopfzerbrechen" beim Trainer. Das konnte man verstehen. Denn der Blick auf den Spielberichtsbogen war ernüchternd - vor allem für Michael Schweikardt. Da tauchten beim TSB Horkheim Nick Fröhlich (Rückraum links), Felix Zeiler (Rückraum Mitte) und Oliver Heß (Rückraum rechts) auf. Aber nicht Pierre Freudl (RL), Tobias Gehrke (RM) und Janik Zerweck (RR). Drei von sechs Rückraum-Spielern fehlten dem TSB also in der Jahresabschlusspartie beim Drittliga-Aufsteiger TV Plochingen. Ob links, in der Mitte oder rechts - wer anwesend war, durfte keine Pause machen. Es gab keinen Ersatz.

Mannschaftskapitän Freudl war wegen eines ansteckenden Magen-Darm-Infekts gar nicht mitgefahren. Gehrke (verletzt) und Zerweck (krank) schauten nur zu. Dass Linksaußen Felix Weißer bloß Kurzeinsätze absolvieren konnte, weil er nach einer fiebrigen Erkältung nicht wirklich fit war, machte die Sache für Schweikardt noch schwieriger. "Das Spiel hat mir in der Vorbereitung sehr viel Kopfzerbrechen bereitet", gestand der Trainer.

Aber die Horkheimer Rumpftruppe ließ in Plochingen überhaupt nichts anbrennen und setzte sich mit 30:22 (18:10) durch. Von Beginn an war es ein souveräner Auftritt.

Viel Kampfkraft in der Waagschale

Michael Schweikardt formulierte höchstes Lob: "Charakter, Leidenschaft, Kampf - welche Begriffe man da auch nehmen möchte, ich bin wirklich sehr, sehr stolz und zufrieden. Das war viel, viel besser, als ich es mir am Samstagmorgen noch ausgemalt hatte. Jeder Einzelne hat alles in die Waagschale geworfen." Kreisläufer-Talent Niklas Matusik, in dieser Saison nur wenig eingesetzt, überzeugte mit einem sehr stabilen Auftritt im Abwehr-Innenblock neben Routinier Oliver Heß. Außerdem sorgte das 19-jährige Eigengewächs für drei Tore. Linksaußen Hendrik Bohnenstengel tauchte plötzlich als Siebenmeter-Werfer auf und traf souverän. Dass Zerweck und Freudl in der Horkheimer Abwehr ansonsten wichtige Stabilisatoren sind und auch beim Verwerten von Strafwürfen eine gute Erfolgsquote haben können, spielte keine Rolle - es lief auch ohne sie. Und Mittelmann Felix Zeiler machte als Solo-Spielmacher im Dauereinsatz ein derart gutes Spiel, vor allem in der entscheidenden ersten Halbzeit, dass der Plochinger Hallensprecher sagte: "Wir würden ihn gerne wieder zurücknehmen." Vom TVP war der talentierte Zeiler vor der Saison zum TSB gewechselt.

Wie leidenschaftlich die Horkheimer zu Werke gingen, sah man beispielsweise in der 53. Minute, als der vollkommen durchgeschwitzte Oliver Heß im Angriff einen Fehlwurf hatte, dann aber blitzartig den Rückweg antrat und vor dem eigenen Tor den Plochinger Steilpass aus der Luft fischte.

Der TSB steht am Ende des Handballjahres 2019 auf dem vierten Tabellenplatz der 3. Liga Süd. Mit 23:11 Punkten wurde der Kontakt zum VfL Pfullingen hergestellt (25:9), der am Freitagabend mit 32:33 bei den Rhein-Neckar Löwen II verloren hatte. Der vor einer Woche vom TSB besiegte TuS Dansenberg (24:10) steht direkt vor den Horkheimern.

Plochingen immer auf Distanz gehalten

Schnell war der TSB in Plochingen mit 5:1 weggezogen (Tor Fröhlich, 7. Minute). Übers 11:5 (Siebenmeter Seiz, 17.) und 14:7 (Reichert, 24.) lief es bis zum Halbzeitstand von 18:10 (Seiz) perfekt. Auch weil Yannick Hölzl im Tor einen richtig guten Tag erwischt hatte. Nach der Pause passierte nichts Entscheidendes mehr. Der TV Plochingen wurde immer auf Distanz gehalten. Beim Horkheimer 24:14 (Reichert, 47.) war es erstmals ein Zehn-Tore-Abstand. Und am Schluss stand der 30:22-Sieg des TSB auf der Anzeigetafel. Trainer Schweikardt lächelte. "Ich bin einfach nur glücklich, dass wir diese zwei Punkte geholt haben." Jetzt gibt"s über Weihnachten und Neujahr handballfreie Tage.

TSB: Hölzl, Grathwohl - Weißer, Reichert (5), Grosser (1), Fröhlich (3), Zeiler (4), Heß (6), Seiz (5/2), Matusik (3), Starz, Bohnenstengel (3/1) Bester Werfer TVP: Erifopoulos (5/1). Zeitstrafen: 3 TVP - 2 TSB. Siebenmeter: 4/1 TVP - 4/3 TSB


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme. 

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