Kazmeier: "Es gibt keine konkreten Pläne in Richtung Bundesliga"

Handball  Felix Kazmeier bestreitet am Samstagabend sein letztes Heimspiel für den TSB Horkheim. Im Interview spricht das Toptalent spricht über seine Wechselgründe, seine Zeit in Horkheim und seine Zukunftspläne.

Von Stephan Sonntag
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Horkheims Felix Kazmeier im Interview: "Es gibt keine konkreten Pläne in Richtung Bundesliga"

Mit Felix Kazmeier verlässt ein Toptalent am Saisonende die Region und wechselt zum Drittligisten SV Kornwestheim.

Foto: Archiv/Veigel

Mit seinem Tor in letzter Sekunde bescherte Felix Kazmeier dem TSB Horkheim vergangenen Freitag den Auswärtssieg bei seinem zukünftigen Club SV Kornwestheim. An diesem Samstag (20 Uhr) bestreitet der Rückraumspieler gegen die VTZ Saarpfalz sein letztes Heimspiel. Im Interview spricht der 20-Jährige über die Weiterentwicklung beim TSB, seine Gründe für den Wechsel und seine Zukunftspläne.
 

Herr Kazmeier, geben Sie uns mal einen Einblick in Ihr Gefühlsleben vor dem letzten Heimspiel im Horkheimer Trikot. 

Felix Kazmeier: Erst einmal gehe ich das Spiel wie immer voll motiviert an. Es geht auch darum, noch einmal zu zeigen, dass man in den letzten Spielen alles für den Verein gibt und sich anständig von den Zuschauern verabschiedet.


Wie fällt Ihr Fazit nach zwei Jahren beim TSB aus?

Kazmeier: Das war der perfekte Schritt für mich. Ich habe mich in den zwei Jahren deutlich weiterentwickelt. In der Hinsicht habe ich dem Verein viel zu verdanken, es war aber umgekehrt sicher auch kein Fehler des TSB, mich zu verpflichten.


Im ersten Jahr sind Sie als Nachfolger von Sebastian Heymann regelrecht durch die Decke geschossen. Im zweiten Jahr gab es auch Rückschläge. Gehören die einfach dazu?

Kazmeier: Das erste Jahr war wirklich überragend. In der aktuellen Saison lief zu Beginn bei mir fast gar nichts zusammen. Zum Glück ist es mittlerweile wieder besser geworden. In der Summe waren es trotzdem zwei extrem gute Jahre.


Trotzdem haben Sie sich schon früh zum Wechsel nach Kornwestheim am Saisonende entschieden. Was war der ausschlaggebende Grund dafür?

Kazmeier: Der Verein wollte - genauso wie ich - früh Klarheit darüber haben, ob es weitergeht oder nicht. Zum vereinbarten Zeitpunkt habe ich dann meine Entscheidung gefällt. Ausschlaggebend war mein Studium in Ludwigsburg. Ich werde dorthin umziehen und brauche dann nur fünf Minuten bis zur Pädagogischen Hochschule und zum Training in Kornwestheim.


Einige Ihrer Horkheimer Teamkollegen reisen eine Stunde oder länger zum Training an.

Kazmeier: Das kann ich, ganz ehrlich, nicht verstehen. Marcel Rieger oder Felix Weißer fahren 90 Minuten zu jedem Training. Das würde für mich nicht infrage kommen.
 

Was hat Sie sportlich an der Zukunft in Kornwestheim gereizt?

Kazmeier: Die Mannschaft ist vergangene Saison als Aufsteiger direkt Meister geworden, konnte aber leider, wie so viele andere, aus finanziellen Gründen nicht aufsteigen. In dieser Saison lief es nicht ganz so gut. Für mich ist es eine Herausforderung, mit einem neuen Trainer zu arbeiten, mich in eine komplett neue Mannschaft einzufinden und durchzusetzen. Ich freue mich darauf, mit den Jungs zu zocken und bin gespannt, was da geht.


In Horkheim hätten Sie nächste Saison auch einen anderen Trainer erlebt. Wussten Sie das bereits, bevor Sie ihre Entscheidung gefällt haben?

Kazmeier: Nein. Das habe ich erst danach erfahren.


Wäre die Entscheidung sonst womöglich anders ausgefallen?

Kazmeier: Nein, das hätte nichts geändert.


Es wurde ja schon gemutmaßt, Sie würden über das Sprungbrett Kornwestheim in die Bundesliga nach Bietigheim streben, wo ja mit Jochen Zürn ihr früherer Horkheimer Trainer als Sportlicher Leiter tätig ist. Was ist da dran?

Kazmeier: Ich werde in der nächsten Saison kein Zweitspielrecht haben, sondern ausschließlich für Kornwestheim auflaufen. Mit Jochen besteht nach wie vor Kontakt, er hat mich nach Horkheim geholt und mich sehr weitergebracht. Ich habe sehr gerne mit ihm gearbeitet und daher lief es ja auch so überragend für mich. Nichtsdestotrotz gibt es momentan keine konkreten Pläne in Richtung Bundesliga. Wenn sich die Chance in ein oder zwei Jahren ergeben sollte, würde ich den Schritt sicher nicht ausschließen. Jetzt sehe ich aber erst einmal zu, dass ich mein Studium in Ludwigsburg und das Handballspielen in Kornwestheim gut unter einen Hut bringe.
 


Zur Person Felix Kazmeier

Felix Kazmeier stammt aus einer prototypischen Handballfamilie. Vater Reiner ist eine Neckarsulmer Vereinslegende, Mutter Monika hat jahrelang Jugendmannschaften in Neckarsulm und Schülerteams der Johannes-Häußler-Schule trainiert. Bruder Joshua spielt bei den A-Junioren der JSG Neckar-Kocher. Bereits mit 17 Jahren feierte Felix Kazmeier sein Debüt in der Württembergliga, 2017 führte er die Sport-Union als Torschützenkönig in die Oberliga. Gleich in seinem ersten Drittliga-Jahr erzielte der 20-jährige Rechtshänder 120 Tore. Aktuell steht der Sport- und Geografiestudent bei 89 Treffern. 

 


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