Horkheimer Spaß-Rückkehr im Monstertempo

Handball  TSB Horkheim verbreitet beim 35:25-Heimauftakt gegen Plochingen Aufbruchstimmung und erobert Tabellenspitze

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Horkheimer Spaß-Rückkehr im Monstertempo

Neuzugang Felix Zeiler durfte gegen seine Ex-Kollegen von Beginn an ran und überzeugte mit seinen dynamischen Vorstößen und sicheren Abschlüssen.

Die wichtigste Erkenntnis nach dem ersten Saison-Heimspiel des TSB Horkheim: Der Spaß ist zurück. Das lag längst nicht nur am souveränen 35:25 (15:12)-Sieg gegen Drittliga-Aufsteiger TV Plochingen. Auch nicht am Sprung an die Tabellenspitze. Nein, am Samstagabend wurde vielmehr deutlich, nicht nur in der Mannschaft, sondern auch im Umfeld herrscht eine Aufbruchstimmung, einige Verkrustungen der Vergangenheit werden aufgebrochen und neue Ideen umgesetzt. Horkheim setzt sich nach Jahren der Stagnation in Bewegung.

Auf dem Spielfeld erfolgt dies bereits im Monstertempo. "Irgendwann sind die Plochinger nicht mehr mitgekommen", freute sich Felix Zeiler über den Sieg gegen seine Ex-Kollegen. Der 19-jährige Spielmacher durfte von Beginn an ran und traf in den ersten 20 Minuten gleich drei Mal. "Ich war sehr motiviert und habe alles reingehängt." Tobias Gehrke stand ihm in der Folge allerdings in nichts nach, sehr zur Freude des Trainers. "So wünscht man sich das", sagte Michael Schweikardt nach seinem erfolgreichen und weitgehend entspannten Heim-Debüt in der stimmungsvollen Stauwehrhalle.

TSB muss durchwechseln, um Tempo zu halten

Nach einem 0:2-Rückstand zu Beginn, kam der TSB über einen 5:0-Lauf zu einer 7:3-Führung (11. Minute). Nach 20 Minuten wechselte Schweikardt bei einer 12:7-Führung im Block aus. Die Umstellungen führten zu einem kleinen Bruch. Bis zur Pause kam Plochingen wieder bis auf drei Tore heran. "Es hat nicht alles funktioniert, aber wir müssen durchwechseln, um unser Tempo hochzuhalten", erklärte Schweikardt. Der junge Coach schenkt all seinen Spielern Vertrauen, reagiert aber auch sofort, wenn einer von der Rolle ist. Youngster Nick Fröhlich führte sich mit einem schönen Treffer ein, wollte dann aber überhastet nachlegen und ließ sich zudem zwei Mal in der Abwehr düpieren. Umgehend ging es zurück auf die Bank. "Ganz normal, daraus wird er lernen", sagte Schweikardt.

 
Horkheimer Spaß-Rückkehr im Monstertempo

Führungfigur in Angriff und Abwehr: Janik Zerweck.

Fotos: Andreas Veigel

Sein unaufgeregtes Coaching kommt bei den Spielern gut an. "Es prasselt ja im Spiel schon so viel auf dich ein, da brauchst du nicht noch einen, der dich die ganze Zeit von der Seitenlinie aus anbrüllt", fand Janik Zerweck gewohnt treffsichere Worte. Der 26-Jährige ist in seiner sechsten Drittliga-Saison die Identifikationsfigur des Teams, eindeutig der emotionale Leader, aber kein ungestümer Haudrauf mehr. Zerwecks Aktionen haben vorne wie hinten Hand und Fuß. In der Hinsicht steht er den Routiniers Pierre Freudl und Oliver Hess in nichts nach.

Spielfreude hallt von Tribüne wider

Die Spielfreude und der Spaß auf dem Feld hallte von der Tribüne wider - in den vergangenen Jahren beileibe keine Selbstverständlichkeit in der Stauwehrhalle. Einige neue Trommler, individuell gestaltete Torjubel, ansprechende Außengastronomie - kleine atmosphärische Fortschritte sind schnell umsetzbar und finden ein positives Echo. Auch bei den Spielern. "Ich hatte richtig Spaß", sagte der verlorene Sohn Rico Reichert bei seiner Rückkehr in die Heimat - und meinte alles.

TSB Horkheim: Grathwohl, Hölzl - Bohnenstengel (4), Freudl (3), Fröhlich (2), Gehrke (5), Grosser (1), Hess (6), Reichert (2), Seiz (2/2), Weißer (2), Zeiler (4), Zerweck (4).

Beste Schützen des TVP: Fuß (6), Weiss (5).

Siebenmeter: TSB 2/2; TVP 3/1.

Zeitstrafen: 3/1.

Zuschauer: 360.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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