Horkheim gegen Kornwestheim: Ein mehrdimensional emotionales Derby

Handball  Der TSB Horkheim empfängt am Samstag den SV Kornwestheim mit den Ex-Horkheimern Pascal Welz und Felix Kazmeier. Nicht nur wegen dieses Duos ist eine emotionale Drittliga-Partie garantiert.

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Horkheim gegen Kornwestheim: Ein mehrdimensional emotionales Derby

Es wird sicher emotional werden am Samstagabend (20 Uhr) in der Horkheimer Stauwehrhalle. Weil Derbyzeit angesagt ist. Weil zwei ehemalige Horkheimer mit Kornwestheim zu Gast sind. Weil der TSB seine blütenweiße Heimbilanz ausbauen will. Und weil der SVK nach der schmachvollen 22:28-Heimpleite gegen Hochdorf auf Wiedergutmachung aus ist.

Die bittere, weil erst in den letzten Spielminuten zu Stande gekommene 27:28-Niederlage in der Spitzenpartie beim Drittliga-Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten II hat die Gastgeber einige Tage lang geschmerzt. "Aber jetzt haben wir das abgehakt", sagt TSB-Trainer Michael Schweikardt. "Es wird nicht die letzte Niederlage gewesen sein."

Zu Hause aber soll die Siegesserie erst einmal ausgebaut werden. "Ich spüre eine gute Fokussierung", sagt Schweikardt vor dem anstehenden Duell gegen den Tabellenzehnten. "Das ist aber auch ein schönes Derby, die Jungs kennen sich ja alle."

2018 war diese Begegnung ein Liga-Gipfel, der SVK wurde im Frühjahr Meister, der TSB Vizemeister. In dieser Saison der 3. Liga Süd hängen die Kornwestheimer aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nur 10:14 Punkte, seit vier Spielen sieglos, zuletzt das 22:28 gegen das bisherige Kellerkind Hochdorf. "Eine solche Heimniederlage hätte ich ihnen nicht zugetraut", sagt Michael Schweikardt. "Ich dachte eigentlich, dass die Kornwestheimer stabiler sind. Aber sie spielen momentan nicht an der Leistungsgrenze."

Horkheim gegen Kornwestheim: Ein mehrdimensional emotionales Derby

Pascal Welz freut sich auf das Torhüter duell mit Sven Grathwohl.

Dem stimmt der ehemalige TSB-Kapitän Pascal Welz zu: "Wir schleppen uns bisher durch die Saison. In zu vielen Spielen machen wir zu viele einfache Fehler und werden dafür bestraft." Der Kornwestheimer Keeper ist aber überzeugt, dass sein Team grundsätzlich in jeder Partie siegfähig ist - auch in der Stauwehrhalle. "Wir dürfen dem TSB keine einfachen Tore schenken. Ich fahre jedenfalls nicht nach Horkheim, nur um freundlich Hallo zu sagen."

In Horkheim hoffen viele auf eine baldige Rückkehr des verlorenen Sohnes

Ein großes Hallo wird es auch für Felix Kazmeier geben. Der 21-Jährige kehrt erstmals nach seinem Wechsel zurück in die Stauwehrhalle. "Ich freue mich riesig die alten Gesichter wiederzusehen", sagt Kazmeier. Beim TSB hatte sich der Rückraumspieler nach seinem Sprung von der Württembergliga in die 3. Liga unter Trainer Jochen Zürn schnell zum Leistungsträger entwickelt. Doch in der vergangenen Saison unter Volker Blumenschein lief es nicht rund für den gebürtigen Neckarsulmer. Die Folge war der womöglich überstürzte Wechsel nach Kornwestheim. In Horkheim rechnen nach wie vor viele mit einer baldigen Rückkehr des verlorenen Sohnes. "Ehrlich?", fragt Kazmeier überrascht, betont aber, dass er in Kornwestheim noch einen Vertrag bis 2021 besitzt und sich dort sehr wohlfühlt. TSB-Coach Schweikardt sieht das Aufeinandertreffen mit Kazmeier gelassen: "Ich sehe da einen Vorteil für uns, weil wir ja seine Stärken genau kennen."

Oliver Heß wird dem TSB wohl wieder fehlen

Horkheim gegen Kornwestheim: Ein mehrdimensional emotionales Derby

Felix Kazmeier kehrt erstmals nach seinem Wechsel zurück nach Horkheim.

Personell treten beide Teams nicht in Bestbesetzung an. Der Horkheimer Trainer wird wohl ohne Oliver Heß auskommen müssen. Der hatte zuletzt in Balingen sein Comeback nach einer Bauchmuskelverletzung gefeiert, doch "es gab da wieder eine Verschlechterung". Schweikardt macht also hinter den Einsatz von Heß "ein sehr großes Fragezeichen". Bei Kornwestheim fehlt der langzeitverletzte Hendrik Schoeneck. Ob Peter Jungwirth und Marvin Flügel auflaufen können, ist noch offen.

Unabhängig davon ist aber sicher, dass beide Teams den Zuschauern Spannung und Emotionen bieten werden.

 

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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