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Wichtige Wiedergutmachung der Sport-Union

Erneut wankt die Sport-Union Neckarsulm gegen Oldenburg trotz klarer Pausenführung. Am Ende aber behält das Team von Tanja Logvon mit 39:37 und viel Kampf die Oberhand.

Dominik Knobloch
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Lesezeit 3 Min
Wichtige Wiedergutmachung der Sport-Union
Jill Kooij und die Neckarsulmerinnen legten viel Kampf ins Kräftemessen mit Oldenburg und überstanden so auch schwierige Phasen. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Die Sport-Union geht unter die Haut. Zumindest für Jill Kooij. Die acht Tore, die Neckarsulms Kreisläuferin zum 39:37 (22:13)-Erfolg gegen den VfL Oldenburg beisteuerte, waren am Samstag nicht ihre auffälligste Zahl. Es war die 23. Zwar trägt Kooij diese nur noch drei Bundesliga-Spiele lang auf dem Rücken ihres Trikots, ehe sie sich nach dieser Saison in die niederländische Heimat verabschiedet. Doch bleiben wird ihr die Neckarsulmer Kennziffer dennoch. Für immer. Stolz präsentierte die 26-Jährige nach dem Siegestanz die Rückseite ihres rechten Oberarms. Seit kurzem hat sie dort die 23 tätowiert. Als Hommage an die drei Jahre bei der Sport-Union.

Es war beim Auftritt gegen Oldenburg das augenscheinlichste, aber nicht das einzige Zeichen dafür, dass die vielen Neckarsulmerinnen, die den Verein bald verlassen werden, bis zum Schluss bei der Sache bleiben wollen. Denn die beiden Punkte gegen den abstiegsbedrohten VfL waren letztlich eine Willensleistung. Als die klare Neckarsulmer Pausenführung im zweiten Durchgang wie schon im Pokal-Duell der beiden Teams zu kippen drohte, hielt der Gastgeber diesmal mit viel Kampfgeist dagegen, obwohl nicht mehr alles zusammenlief. Und ließ sich die Führung nicht mehr entreißen.

Trainerin und Mannschaft richten einen Appell an die Fans

Nach der wichtigen Wiedergutmachung ließen die Neckarsulmerinnen den Taten Worte folgen. Bei der offiziellen Trainer-Pressekonferenz inmitten der Ballei beorderte Trainerin Tanja Logvin kurzerhand die ganze Mannschaft zu sich. Um eine Ansage an die eigenen Fans zu richten. "Die Mädels geben alles und wir brauchen auch von euch alles", appellierte Logvin. Die jüngsten drei Neckarsulmer Niederlagen - vor allem die peinliche bei Halle-Neustadt - hatten Wirkung hinterlassen. Negative. Nur 668 Zuschauer waren in der Halle. Die Trommeln der treusten Fans blieben als tonloses Signal stumm. Auch der gewohnte Banner der "Blauen Wand" fehlte. Am Ende aber schienen alle wieder versöhnt.

"Die ganze Mannschaft möchte die Saison gut abschließen", versicherte Jill Kooij: "Ich will die letzten paar Wochen noch alles geben, alles raushauen. Das ist mir sehr wichtig." Und auch für den Rest des Teams schien das im Duell mit Oldenburg von großer Bedeutung. Von Anfang an legte Neckarsulm vollen Einsatz in die agile 5:1-Abwehr. Da half es auch nicht viel, dass der VfL immer wieder mit einer siebten Feldspielerin angriff. Nach 19 Minuten und zwei Gäste-Auszeiten lag die Sport-Union bereits mit 13:5 vorn und ließ die Oldenburgerinnen bis zur deutlichen 22:13-Pausenführung kaum ins Spiel kommen. Mit 73 Prozent hatte sich die Trefferquote auffällig verbessert.

In der zweiten Halbzeit lässt die SUN in der Abwehr ein bisschen nach

Im zweiten Durchgang wurde dann allerdings auch der VfL-Angriff auffälliger. "Die erste Halbzeit hat richtig viel Spaß gemacht, in der zweiten haben wir in der Abwehr leider ein bisschen nachgelassen. Aber zum Glück haben wir diesmal gewonnen", sagte Neckarsulms Leaderin Lynn Knippenorg. Beim Oldenburger 29:32 (48. Minute) schien der Sieg der Sport-Union nach einem 0:4-Lauf zwar wie im Pokal zu wackeln. Doch diesmal hatte die Sport-Union die passende Antwort mit dem Spurt zum vorentscheidenden 35:30 (51.) parat. Und mit Daphne Gautschi eine Spielerin im Kader, die mit ihren Durchbrüchen immer wieder den Unterschied machte. "Eigentlich war der Pokal nicht im Kopf. Wir wussten, dass es bis zum Ende schwer wird und wir haben bis zum Ende gekämpft", sagte Jill Kooij.

Für VfL-Trainer Niels Bötel war "die zweite Hälfte im Prinzip genau dasselbe wie im Pokal". Mit einem entscheidenden Unterschied: "Neckarsulm hat es souverän heruntergespielt." Der Neckarsulmer Kampfgeist ging unter die Haut. Nicht nur bei Jill Kooij.

SU Neckarsulm: Gois, Wachter - Nooitmeer (1), Mann, Hendrikse (4), Knippenborg (3/3), Gautschi (7), Stockschläder (10), Espinola Perez (5), Kooij (8), Kretzschmar (1), Moser.

Beste Werferinnen VfL: Pichlmeier (8/1), Carstensen (9/5). Siebenmeter: SUN 3/3, VfL 6/7. Zeitstrafen: 4/2. Zuschauer: 668.

Dauerläuferin

Johanna Stockschläder ist seit der Verletzung von Selina Kalmbach Alleinunterhalterin auf Neckarsulms linker Außenbahn. Und die Neckarsulmer Dauerläuferin bietet beste Unterhaltung. Gegen Oldenburg war sie mit zehn Toren die Topscorerin. Und das bei einer Trefferquote von über 83 Prozent. Der feststehende Abgang zum Thüringer HC scheint Stockschläder absolut nicht zu bremsen. Im Gegenteil. Schon gegen Buxtehude (6 Tore) war die Flügelflitzern treffsicherste Neckarsulmerin im Kader. dok

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