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Sachsenwoche für die Sport-Union

Im Doppel-Duell mit Schlusslicht BSV Sachsen Zwickau will die Sport-Union Neckarsulm kein Klassenerhalts-Helfer sein. Während es für den Gegner um alles geht, ist für Neckarsulm nur noch wenig drin.

Dominik Knobloch
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Lesezeit 2 Min
Sachsenwoche für die Sport-Union
Neckarsulms Kapitänin Nathalie Hendrikse grüßt zum vorletzten Mal in der heimischen Ballei. Foto: Andreas Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Eine Woche mit zwei Partien ist in der aktuellen Bundesliga-Saison auch für Clubs, die nicht international antreten, längst nichts besonderes mehr. Zum Ende der Runde hält der durch die Coronapandemie fortlaufend umgeschriebene Spielplan für die Sport-Union jedoch eine spezielle Kuriosität im Doppelpack bereit.

Erst empfangen die Neckasulmerinnen an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) zum Nachholtermin des zwölften Spieltags den BSV Sachsen Zwickau, ehe dieser dann direkt am Samstag zum Rückspiel lädt. "Das habe ich in so kurzem Abstand auch noch nie erlebt", sagt Trainerin Tanja Logvin. An einer klaren Zielsetzung ändert das aber nichts: "Wir müssen die Spiele gewinnen."

Für das Schlusslicht geht es noch um alles

Während für Neckarsulm in den letzten drei Saisonspielen mehr als der kleine Sprung vom siebten auf den sechste Platz nicht mehr machbar ist, geht es für das Schlusslicht allerdings noch um alles. Mit zwei Partien weniger auf dem Konto als die Konkurrenz im Kampf um die Klasse und nur einem Zähler Rückstand auf den Relegationsrang hofft der Aufsteiger auf die Rettung. "Natürlich ist es für sie die letzte Chance. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir bei uns und unserem Spiel bleiben", betont Logvin.

Auch bei ihrem Unverständnis für das jüngste Signal eines Teils der eigenen Fans bleibt die Neckarsulmer Trainerin. Dass die Trommeln nach zum Teil enttäuschenden Niederlagen zuletzt gegen Oldenburg stumm blieben und der Fanblock "Blaue Wand" sein Banner nicht hisste, hat Tanja Logvin enttäuscht: "Jeder hat mal ein Tief, aber niemand spielt, um zu verlieren. Ich finde, richtige Supporter müssen ihre Mannschaft zu jedem Zeitpunkt unterstützen, mit Herz hinter dem Team stehen. Bei unseren Auswärtsspielen in Metzingen und Bensheim waren sie dabei. Oldenburger Fans fahren aber sogar auch so weit wie zu uns.“

Neckarsulm will den nächsten Schritt vorwärts machen

Und sie trommelten auch noch, als die Sport-Union die erste Halbzeit mit 22:13 ganz klar dominiert hatte. "Nach der Präsentation in der ersten Halbzeit gegen Oldenburg wollen wir den nächsten Schritt vorwärts machen", zieht Neckarsulms Trainerin Zuversicht aus den starken 30 Minuten. Dass die Sport-Union im zweiten Durchgang trotzdem wackelte, will sie nicht überbewerten: "Da ist uns einfach etwas die Kraft ausgegangen."

Etwas Energie sparen konnten die Neckarsulmerinnen bei der Vorbereitung auf Sachsen Zwickau. Denn mit dem Schlusslicht kommt eine ähnliche Herausforderung wie schon gegen Oldenburg auf sie zu. Auch der BSV setzt in der Offensive gerne auf eine siebte Feldspielerin. Ein taktischer Kniff, den die offensive Deckung der Sport-Union gegen den VfL über weite Strecken sehr gut in den Griff bekam. "Da haben wir schon Lösungen", versichert Tanja Logvin.

Eine auffällig gute Lösung in der Neckarsulmer Offensive war zuletzt Daphne Gautschi. Abseits der Gegenstöße fand die Halblinke aus dem stehenden Angriff immer wieder Lücken und kam am Ende auf sieben Tore.

Nach langer Verletzungspause scheint sie wieder voll im Team angekommen zu sein. Gautschi will sich im Endspurt der Saison noch einmal von ihrer besten Seite zeigen. Egal wie kurios der Spielplan daherkommt.


Wiedersehen mit Wick

Ein Name in der Kaderliste des BSV Sachsen Zwickau ist Neckarsulmern besonders vertraut: Chantal Wick. Vergangenes Jahr wechselte die Schweizer Nationalspielerin von der Sport-Union zum nächsten Kontrahenten. Es wird das erste Aufeinandertreffen mit der variablen Rückraumspielerin als Gegnerin. Beim BSV ist die Nationalspielerin bereits auf Abschiedstour, sie sucht ab dem Sommer eine neue Herausforderung. 

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