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Neckarsulmer Handballerinnen beim BSV verbessert, aber längst nicht gut genug

Beim 27:34 gegen den bärenstarken Bundesliga-Dritten Buxtehuder SV reicht eine Neckarsulmer Steigerung nach der jüngsten Blamage bei weitem nicht aus

Dominik Knobloch
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Lesezeit 2 Min
Neckarsulmer Handballerinnen beim BSV verbessert, aber längst nicht gut genug
Nur zum Haare raufen war der Auftritt von Tanja Logvins Neckarsulmerinnen beim bärenstarken Buxtehuder SV nicht. Trotzdem überwog bei der Trainerin nach der Schlusssirene ganz klar die Enttäuschung. Foto: Archiv/Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Die erhoffte Antwort mit Ausrufezeichen war es nicht. Aber immerhin warf die Neckarsulmer Leistung am Mittwochabend keine eklatanten Mentalitätsfragen mehr auf. Beim Buxtehuder SV zeigte die Sport-Union wieder die richtige Einstellung - gegen den starken Bundesliga-Dritten aber letztlich doch deutlich zu wenig, um mehr als ein 27:34 (13:20) zu erreichen.

"Wir hatten ein paar gute Momente und die Körpersprache war eine ganz andere. Mit so vielen schlechten Entscheidungen im Angriff und über 30 Gegentoren kannst du hier aber nicht gewinnen", sagte Tanja Logvin. Bei der Neckarsulmer Trainerin überwog die Enttäuschung: "Wir habe das absolute Tief erreicht, die Mädels müssen das verarbeiten."

Starker Start der Sport-Union angeführt von Kretzschmar

Die jüngste Blamage bei Halle-Neustadt vom vergangenen Samstag schien die Sport-Union zunächst richtig gut verarbeitet zu haben. Sie zeigte sofort, dass sie unbedingt etwas gutmachen wollte. Vor allem Lucie-Marie Kretschmar erwischte einen Start nach Maß. Mit vier Treffern führte Neckarsulms Nummer 33 die Gäste nach sieben Minuten zur 6:2-Führung.

Kretschmar gefiel zum Auftakt nicht nur mit hundertprozentiger Trefferquote, sonder auch als aufmerksame Spitze der beweglichen 5:1-Deckung, die den BSV zu überraschen schien. "Wir haben keinen Zugriff bekommen und vorne leichte Fehler gemacht", musste BSV-Chefcoach Dirk Leun gestehen. Schnell hatte sich der formstarke Dritte aber sortiert und drückte nach einer Anpassung in der Abwehr aufs Tempo. Die Sport-Union konnte nicht Schritt halten und fing sich einen Gegenstoß nach dem anderen. "Wir wollten sie 60 Minuten mit Tempo unter Druck setzen", machte Leun die erfolgreiche Marschroute klar.

Schwächelnde spanische Leistungsträgerin

Als die Neckarsulmer Führung dahinschmolz, griff Logvin nach elf Minuten beim 7:6 zur Auszeit. Die Neckarsulmer Trainerin brachte Irene Espinola Perez, die zunächst nur hatte zuschauen dürfen. Doch für mehr Leistung bei der schwächelnden spanischen Leistungsträgerin sorgte die Maßnahme nicht. Nur vier Minuten später sah sich Logvin schon wieder gezwungen, beim 7:10-Rückstand die Grüne Karte zu zücken, nahm die weiterhin lustlos wirkende Espinola Perez wieder von der Platte und beorderte Daphne Gautschi zurück auf halbrechts. Die Sport-Union stabilisierte sich etwas - zumindest bis zum 10:13 (22.).

Immer wieder trafen die Neckarsulmerinnen im Angriff unglückliche Entscheidungen und stolperten im Anschluss in gnadenlose BSV-Konterläufe. Die Pausensirene rettete die Sport-Union bei einem 13:20-Rückstand - gegen ein bärenstarkes Buxtehude eigentlich bereits die Vorentscheidung.

Neckarsulmer Kampfgeist wird mit 20:25-Anschluss belohnt

Trotzdem kam der Gast mit Druck aus der Kabine, legte wieder eine Schippe in die Defensive drauf und gefiel mit Kampfgeist. Der Lohn war der 20:25-Anschluss nach 43 Minuten. Als beim 21:26 eine Viertelstunde vor der Schlusssirene auch endlich Espinola Perez beim fünften Versuch der erste Treffer gelingen sollte, stellte sich kurz die Frage, ob für Neckarsulm vielleicht doch noch einmal etwas gehen sollte.

Die Antwort gab der Buxtehuder SV prompt. Nach einem 0:4-Lauf ihres Teams blieb Tanja Logvin erneut nur das Timeout. Die Partie war beim 21:30 natürlich endgültig entschieden. Trotzdem brachte die Neckarsulmer Trainerin ihre Mannschaft durch die letzte Unterbrechung noch dazu, sich in den Schlussmomenten manierlich zu präsentieren. Mehr als Ergebniskosmetik war aber nicht drin. Zu stark war der BSV, auch wenn sich Neckarsulm verbessert zeigte.

"Wir müssen weiterkämpfen und am Ende mindestens auf Platz sechs landen", sagte Logvin mit Blick auf das Bundesliga-Restprogramm. Die Antwort auf Träume vom internationalen Geschäft scheint aber endgültig gegeben zu sein.

SU Neckarsulm: Gois, Wachter - Nooitmeer, Mann, Hendrikse (3), Knippenborg (2/1), Gautschi (2), Stockschläder (6), Espinola Perez (1), Kooij (4), Kretzschmar (5), Moser (4). Beste Werferinnen BSV: Mühlner (9/5), Lott (6). Siebenmeter: BSV 5/6, SUN 1/1.Zeitstr: 2/3.

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