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Frühe Schwächephasen der Sport-Union verhindern Punktgewinn in Oldenburg

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Am viertletzten Bundesliga-Spieltag beim VfL Oldenburg macht die Konstanz den Unterschied zulasten der Sport-Union Neckarsulm. Das 29:35 will Thomas Zeitz nicht lange mit sich herumtragen.

Wie schon beim 25:27 im Hinspiel hatten Munia Smits und die Sport-Union Neckarsulm auch in der stimmungsvollen Kleinen EWE-Arena in Oldenburg gegen den VfL das Nachsehen. Im Abstiegskampf ist jedoch weiter alles offen.
Wie schon beim 25:27 im Hinspiel hatten Munia Smits und die Sport-Union Neckarsulm auch in der stimmungsvollen Kleinen EWE-Arena in Oldenburg gegen den VfL das Nachsehen. Im Abstiegskampf ist jedoch weiter alles offen.  Foto: Seidel, Ralf

Thomas Zeitz brach nach Spielschluss die 60 vorausgegangenen Spielminuten in zwei Sätzen herunter. "Wir haben vorne zu viele Fehler gemacht und in der Abwehr war unser erster Zweikampf meistens schlecht oder nicht vorhanden. Wir hätten hier heute nur eine Chance gehabt, wenn wir beides deutlich besser hätten lösen können", sagte der Trainer von Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm nach der in der Entstehung wie auch in der Höhe verdienten 29:35 (12:15)-Niederlage beim VfL Oldenburg.

Um die Bonus-Punkte im Abstiegskampf, auf die die Neckarsulmerinnen vor der Partie insgeheim ein wenig geschielt hatten, brachte sich der Tabellenvorletzte an der Hunte mit zwei Schwächephasen zu Beginn der beiden Spielhälften selbst, auch wenn er den Kopf immer oben hielt und sich bis zum Schluss nie aufgab.

Lob vom Gegner hilft im Abstiegskampf nicht

"Die machen das echt nicht schlecht, sind mehrmals wieder herangekommen", lobte etwa Oldenburgs Nationalspielerin Toni-Luisa Reinemann die Gäste und auch von Niels Bötel gab es indirekt Lob. Angesichts der hohen personellen Qualität sei es wirklich ungewöhnlich, wie lange die Mannschaft so tief im Tabellenkeller stehe, sagte der Cheftrainer des VfL, der mit den Oldenburgerinnen den vierten Heimsieg in Folge einfuhr.

Doch so gut gemeint die warmen Worte auch waren, so klar war, dass sie nur aus den Mündern von Spielerinnen und Verantwortlichen kommen konnten, die gerade mehr oder weniger souverän zwei Punkte eingefahren hatten.

Früher Drei-Tore-Rückstand nach schwachem Start

Den Grundstein dafür hatten die Gastgeberinnen in der Anfangsphase gelegt. Obwohl die Sport-Union bereits am Samstag in Richtung Oldenburg aufgebrochen war und vor dem Spieltag einmal außerhalb der eigenen vier Wände übernachtet hatte, wirkte in der Kleinen EWE-Arena zu Beginn einzig Torhüterin Lena Ivancok wach und ausgeruht. Ihren Mitspielerinnen fehlte im Angriffsspiel die Struktur und rund um den eigenen Kreis der Zugriff und die Abstimmung.

Viel Platz für die Gastgeberinnen, einfache Gegentore und bereits nach 36 Sekunden eine Zeitstrafe für Sharon Nooitmeer waren die Konsequenz. Folgerichtig liefen die Gäste in Niedersachsen früh einem Drei-Tore-Rückstand hinterher, hatten ihren Rhythmus aber nach zehn Minuten gefunden und verkürzten das Ergebnis fortan immer wieder.

Starke Oldenburger Abwehr macht nach der Halbzeit den Unterschied

Neben der Hereinnahme von Arwen Gorb für die schwache Munia Smits hatte die Sport-Union auch Glück, dass zwei Oldenburger Distanzwürfe nicht im leeren Tor, sondern jeweils einmal an beiden Pfosten des Neckarsulmer Tores landeten. "Wir machen jetzt noch ein Tor", gab Thomas Zeitz kurz vor der Pause in seiner Auszeit vor, "und mit minus drei in die Halbzeit zu gehen, ist dann wie ein 0:0". Ausgerechnet die unglücklich agierende Rabea Pollakowski erzielte das geforderte 12:15.

Doch nach der Halbzeit half auch die vermeintliche 0:0-Ausgangssituation der Sport-Union nicht, weil sie den Neustart komplett verschlief und nach zehn Minuten und einem 2:6-Lauf mit bereits sieben Toren (14:21) zurücklag. Die Abwehr des VfL Oldenburg stand nach der Pause so gut, dass die Neckarsulmerinnen selbst mit ihrer siebten Feldspielerin lange größte Mühe hatten, überhaupt zum Abschluss zu kommen. Einzig im Tempospiel boten sich gute Wurfgelegenheiten.

Blick geht nach vorne: Am Samstag kommt Bad Wildungen

Der Oldenburger Auftritt war so souverän, dass selbst als sich Zeitz' Mannschaft bis zur 53. Minute (25:28) beachtlich wieder auf drei Treffer herangearbeitet hatte, keine wirkliche Trendwende auszumachen war. Im Gegenteil: Nach den folgenden zwei Minuten stand es 25:32 und das Spiel war entschieden. "Wir müssen uns heute ärgern, morgen ausruhen und ab übermorgen auf Bad Wildungen vorbereiten", hatte Thomas Zeitz schon recht schnell das erste Endspiel seines Teams am Samstag im Blick.


Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (8 Paraden); Salamakha (1 Parade) - Verbraeken (7), Hoitzing (1), Hinkelmann (2), Nooitmeer (5), Engel (7), Riner (1); Bruggeman, Gorb (3), Smits (1), Pollakowski (1), Andrysková (1).

Erfolgreichste Werferinnen VfL Oldenburg: Toni-Luisa Reinemann (8/1), Marie Steffen (6), Luisa Knippert (6/4).

Schiedsrichter: Matthias Klinke/Sebastian Klinke.

Siebenmeter: VfL Oldenburg: 6/9; Sport-Union Neckarsulm: 0/1.

Zeitstrafen: 1/3.

Zuschauer: 1503.


Konkurrenz bleibt punktlos, legt aber personell nach

Keine Punkte gab es am 23. Spieltag auch für die HSG Bad Wildungen, den HSV Solingen-Gräfrath, Union Halle-Neustadt und Sachsen Zwickau, die vier verbliebenen Konkurrenten der Sport-Union Neckarsulm im Abstiegskampf.

Beim HSV Solingen-Gräfrath hat man aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Pia Adams und Vanessa Brandt jedoch Ex-Spielführerin Mandy Reinarz für den Rückraum reaktiviert. Die 33-Jährige hatte ihre Karriere im vergangenen Sommer nach dem Aufstieg beendet und wird ab Sommer die Sportliche Leitung beim HSV übernehmen. Beim 28:32 (14:15) gegen die TuS Metzingen blieb Reinarz jedoch ohne Torbeteiligung.

Weil die Klingenstädterinnen im Saisonendspurt, der sie am letzten Spieltag nach Neckarsulm führen wird, weiter auf Stammtorhüterin Katja Grewe verzichten müssen, verpflichteten die Solinger kurzfristig auch die Niederländerin Ellen Janssen nach.

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