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Erfolgreiche Neckarsulmer Schwerstarbeit gegen das Schlusslicht Zwickau

Sport-Union Neckarsulm besteht Abnutzungskampf gegen Sachsen Zwickau dank starker zweiter Hälfte mit 32:25. Solo-Spezialistin Daphne Gautschi glänzt mit Durchbrüchen und neun Treffern.

Dominik Knobloch
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Lesezeit 2 Min
Erfolgreiche Neckarsulmer Schwerstarbeit gegen das Schlusslicht Zwickau
Lucie-Marie Kretzschmar und die Neckarsulmerinnen mussten sich gegen Sachsen Zwickau mächtig ins Zeug legen, zeigten aber vor allem in der zweiten Hälfte starken Kampf. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Zu einem kurzen Siegestanz reichte die Kraft dann doch noch. Obwohl die Neckarsulmerinnen fast alle Energie auf der Platte gelassen hatten. "Das Herz hat gewonnen, das war ein Erfolg des Kampfgeists", sagte eine stolze Trainerin Tanja Logvin nach dem 32:25 (16:17) gegen das tapfere Schlusslicht BSV Sachsen Zwickau. Für die beiden Bundesliga-Punkte brauchte die Sport-Union echte Schwerstarbeit. Und eine entscheidende Steigerung in der zweiten Hälfte, sowie Solo-Spezialistin Daphne Gautschi, die mit neun Toren glänzte. "Das haben wir gebraucht. Es war nochmal eine weitere Reaktion auf unser Tief vor ein paar Wochen", sagte die Neckarsulmer Frau des Spiels.

Zwickau tritt nicht wie ein Kellerkind auf

Doch auch der Gast zeigte von Anfang an eine beeindruckende Reaktion auf den drohenden Abstieg. Nach zehn Minuten griff Logvin schon früh zur ersten Auszeit. Erneut hatte sie für die Anfangsphase auf eine offensive 3:2:1-Abwehr gesetzt. Doch anders als noch am Samstag beim Erfolg gegen Oldenburg griff das Konzept nicht richtig. Zu bissig agierte der BSV-Angriff, der sich eine 7:6-Führung verdient hatte. Da half es auch nicht, dass Neckarsulms Lucie-Marie Kretschmar mit drei Treffern und guter Arbeit als Defensivspitze stark voranging. Neckarsulms Trainerin stellte auf eine 6:0-Deckung um. Und brachte mit Gautschi nach dem 7:9-Rückstand (14. Minute) mehr Power in die Offensive.

Die Schweizerin war bei ihren flinken Durchbrüchen selbst für die extrem engagierte Abwehr der Zwickauerinnen immer wieder zu schnell. Nach 21 Minuten durfte Neckarsulms Nummer zehn den Treffer zum 13:11 bejubeln. "Wir haben sie das ganze Spiel über nicht richtig in den Griff bekommen", musste die Ex-Neckarsulmerin Chantal Wick gestehen. Das Schlusslicht war trotzdem nur kurz beeindruckt. Auch eine langsam in Fahrt kommende Sarah Wachter im Tor schreckte den Außenseiter nicht allzu sehr. Als sich die Sport-Union ein paar offensive Fehler zu viel leistete, war der Gast sofort zurück. Wick markierte mit dem 15:14 (26.) die neuerliche BSV-Führung. "Unsere erste Halbzeit war schon gut, wir sind zu vielen Toren über Konter gekommen", sagte sie. Mit einem knappen 16:17-Rückstand für die Sport-Union ging es in die Pause.

Die Wende zum Guten kommt in der zweiten Hälfte

Die Neckarsulmerinnen kamen mit starker Körpersprache aus der Kabine. In der Abwehr hielten sie nun voll dagegen, kämpften um jeden Ball. Tore ohne Schmerzen schienen für das Schlusslicht nun nicht mehr gestattet. Ohnehin ließ die Sport-Union lediglich drei Gegentreffer zu, ehe BSV-Coach Norman Rentsch nach 43 Minuten die Timeout-Karte auf den Tisch knallte. Neckarsulm hatte das Spiel zum 24:20 gedreht.

Nur sechs Minuten später hatte Rentsch erneut Redebedarf, als sein Team beim 27:21 langsam den Anschluss gegen eine Sport-Union im Spaßmodus verlor. Die Neckarsulmerinnen fanden mehr und mehr Gefallen an der gnadenlosen Härte in der Abwehr und hatten mit Isabel Gois zudem einen zuverlässigen Rückhalt. "Das war ein Spiel mit Spaß", sagte Gautschi, die sich auch über deutlich mehr Tempo in der Offensive freuen durfte.

Am Ende hat Neckarsulm alle Zeit der Welt

Trotzdem schwor auch Tanja Logvin ihr Team nach dem 27:22 mit einer Auszeit nochmals auf die zehn Schlussminuten ein. Wohlwissend, dass sich Sachsen Zwickau bis zum Ende nicht aufgeben sollte. Immer wieder musste die Trainerin im hitzigen Abnutzungskampf zur Ruhe im Neckarsulmer Spielaufbau mahnen. "Zeit, Zeit", brüllte sie wieder und wieder aufs Feld und nahm sie sich und der Mannschaft beim 28:23 (55.) mit einem neuerlichen Timeout selbst. Eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene hatte sie aber schon Zeit, um der Bank zum beherzten Auftritt zu gratulieren.

SU Neckarsulm: Gois (1), Wachter - Nooitmeer, Mann, Hendrikse (2), Knippenborg (4/2), Gautschi (9/1), Stockschläder (4), Espinola Perez (5), Kooij (3), Kretzschmar (4), Moser. Siebenmeter: SUN 3/4, BSV 3/3. Zeitstrafen: 1/4. Zuschauer: 621.

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