Zweites Spiel, erste Zähler: Sport-Union im Höhenflug

Handball  Feuerfest bei den Flames Bensheim/Auerbach: Die Neckarsulmerinnen feiern dank geschlossener Mannschaftsleistung einen 36:28-Efolg. Die ersten zwei Bundesliga-Punkte sind damit auf dem Konto.

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Stolzer Klaps: Nicht nur Topscorerin Irene Espinola Perez (re.) sprach Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin ein Lob aus, sondern dem gesamten Team.

Foto: Archiv/Berger

Ein bisschen fühlte es sich wie fliegen an. Zumindest für Lucie-Marie Kretzschmar. "Der Stein, der mir vom Herzen fällt, ist so groß wie eine Boeing 747", schrieb Neckarsulms Nummer 33 in den sozialen Medien, nachdem ihre Sport-Union den ersten Bundesliga-Sieg gelandet hatte. Auf dem Weg zum 36:28 (17:16) bei den Flames der HSG Bensheim/Auerbach hatte am Samstagabend tatsächlich viel Last auf den jungen Schultern der 21-Jährigen gelegen.

Mit fünf Treffern hielt Kretzschmar dem Druck als Alleinunterhalterin auf halblinks aber manierlich Stand - obwohl sie im Abschlusstraining noch umgeknickt war und angeschlagen ins Spiel gehen musste. Ohnehin waren die beiden ersten Punkte im zweiten Saisonspiel aber vor allem ein Erfolg des Kollektivs.

Ein Kompliment für die gesamte Mannschaft

"Ich will überhaupt niemanden herausheben und bin einfach stolz auf die gesamte Mannschaft. Sie haben eigentlich alles gemacht, was wir abgesprochen haben - es gab fast nichts Negatives", sagte eine beflügelte Tanja Logvin. Nach dem ausbaufähigen 28:36-Auftakt gegen den BVB hatte Neckarsulms Trainerin eine Antwort von ihrem Team gefordert. Und die Neckarsulmerinnen gaben sie. "Es gab es schon lange keinen Sieg mehr, der so gut geschmeckt hat wie dieser. Killerinstinkt, Hierarchie - es war alles da, was sich eine Trainerin wünscht", lobte Logvin.

Ein absoluter Senkrechtstart war der Sport-Union gegen die feurigen Flames zwar nicht gelungen. Aber der gut aufgelegte Gast hatte die Nase in der temporeichen Partie von Anfang an vorn. Einen kleinen Höhenflug legte dabei Irene Espinola Perez aufs Parkett. Neckarsulms Halbrechte hatte mit insgesamt acht Treffern entscheidenden Anteil am Erfolgskurs der Sport-Union. "Sie war top", kommentierte Tanja Logvin. Auch ihre Kapitänin Nathalien Hendrikse hatte mit sechs Toren und einer hundertprozentigen Trefferquote einen starken Tag erwischt.

Wachter ist im Tor der große Rückhalt

Erst in der 23. Minute drehte Bensheim/Auerbach einen 10:13-Rückstand zum zwischenzeitlichen 14:14-Ausgleich. Die Sport-Union ließ sich davon aber nicht aus dem Tritt bringen und rettete eine verdiente 17:16-Führung in de Halbzeitpause. Auch, weil Keeperin Sarah Wachter wie schon gegen den BVB beachtlichen Rückhalt im Kasten bot.

In der zweiten Hälfte ging es mit viel Geschwindigkeit weiter munter hin und her. Und wieder waren es die Neckarsulmerinnen, die dabei leicht in Front lagen. Nach Kretzschmars Treffer zum 23:20 zog HSG-Trainerin Heike Ahlgrimm mit einer Auszeit die Notbremse. Die Sport-Union ließ sich aber auch durch die kurze Unterbrechung nicht stoppen. Durch einen beherzten Zwischenspurt zog der Gast auf 28:22 (47. Minute) davon. Es war die frühe Vorentscheidung. Und Neckarsulm ließ nicht nach. Auch nicht, als Abwehrleaderin Jill Kooij nach der dritten Zeitstrafe vom Feld musste.

Logvin und das kollektive Lob

"Es war egal, wie ich umgestellt habe, es hat funktioniert. Ich konnte mit alles erlauben: Zwei Kreisläuferinnen, drei Linkshänderinnen - die Mädels haben geliefert. Bensheim hat gut gespielt und ist es hier immer schwer, aber heute waren wir einfach einen Tick besser" sagte Tanja Logvin. Beim Neckarsulmer 33:25 fünf Minuten vor der Schlusssirene drohte der keineswegs schlechten HSG gar eine Demontage. Doch dann ging die Sport-Union doch ein kleines bisschen vom Gas und in den Landeanflug über.


SU Neckarsulm: Gois (1 Parade), Wachter (14/1) - Kalmbach (1 Tor), Nooitmeer (2), S. Mann, Hendrikse (6), Knippenborg (5/2), Gautschi, Stockschläder (3), Espinola Perez (8), Kooij (3), Nieuwenweg (3), Kretzschmar (5).

Beste Schützinnen HSG: Friedberger (6/3), Schoenaker (5).

Siebenmeter: HSG 3/4, SUN 2/3.

Zeitstrafen: 1/4.

Disqualifikation: -/Kooij (Rote Karte nach dritter Zeitstrafe).


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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