U19 der Neckarsulmer Sport-Union kämpft in Ballei für Bundesliga-Traum

Handball  JSG Neckar-Kocher empfängt Stuttgarter Kickers für Duell um württembergisches Endspiel. Seit Vorbereitungsbeginn im März gab es kein einziges Testspiel.

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Seit 1. März konnte Trainerin Nadine Wiume (rechts) die U-19-Mannschaft der JSG Neckar Kocher vorbereiten. Ein Testspiel aber hat es nicht gegeben.

Foto: SU Neckarsulm

Die Chancen? "Vor eineinhalb Jahren hätte ich die benennen können. Aber durch diese ganze Corona-Zeit, in der wir niemanden gesehen haben und kein einziges Testspiel machen konnten - ganz schwer zu sagen", gesteht Nadine Wiume.

Was die U19-Trainerin der JSG Neckar-Kocher mit Sicherheit sagen kann: "Wir sind gut drauf, der Kader ist wirklich gut und wir wollen definitiv wieder in die Bundesliga." Um das Ticket für die höchste Spielklasse im deutschen Jugendhandball zu lösen, brauchen ihre A-Juniorinnen zwei Erfolge in der Neckarsulmer Ballei. Den ersten an diesem Samstag, wenn um 18 Uhr die Stuttgarter Kickers zum Duell ums württembergische Endspiel kommen. Im Finale mit Heimrecht würde dann der Sieger der Begegnung RW Neckar gegen FrischAuf Göppingen warten. Ein Favorit auf den einzigen württembergischen Platz in der Jugendbundesliga ist schwer auszumachen.

Kein Verein war bereit für ein Testspiel

Zwar durfte seit 1. März wieder trainiert werden. Testspielgegener waren in den vergangenen Monaten aber nicht zu finden. "Die einen haben um die Deutsche Meisterschaft gespielt und wollten danach endlich in die Pause. Die anderen haben erst seit ein paar Wochen trainiert, denen war das Risiko zu groß. Wir hatten keine Chance", erklärt Wiume.

Umso größer ist die Freude der Spielerinnen, nun endlich auch auf einen Gegner zu treffen. "Wir sind heiß, wir wollen endlich wieder. Und dann dürfen wir auch noch zu Hause mit unserem Publikum ran - das wird ein großer Vorteil sein", sagt die Trainerin. "Dass wir dieses wichtige Spiel in einer hoffentlich gut gefüllten Ballei vor unseren fantastischen Fans austragen können, ist natürlich für alle Beteiligten großartig", erklärt auch Christian Saup, Abteilungsleiter Handball der Neckarsulmer Sport-Union und bei der JSG Neckar-Kocher unter anderem zuständig für die Koordination des Leistungsbereichs in einer Mitteilung.

Kostenloser Eintritt für bis zu 250 Zuschauer

Der Eintritt zum Spiel ist frei. Nach aktuellem Stand dürfen wohl maximal 250 Zuschauer dabei sein, die während des gesamten Spiels einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollen. Außerdem müssen die Kontaktdaten mittels der Smartphone-App "EventTracer" erfasst werden. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird darum gebeten, die App bereits im Vorfeld herunterzuladen und die Kontaktdaten dort zu hinterlegen.

Viel Kontakt hatten in den vergangenen Montan die Spielerinnen der JSG-U19 im Training. Und zwar ohne Corona-Zwischenfälle. "Es gab keinen einzigen positiven Fall. Die Mädels haben in der Corona-Zeit konsequent gearbeitet, wir haben athletisch viel gemacht. Es war gut, dass wir im März schon angefangen haben - in den ersten Wochen sind die Bälle keine Ahnung wo hingeflogen, das war etwas ganz Fremdes", sagt Nadine Wiume mit einem Schmunzeln.

Nun aber sind ihre Juniorinnen bereit, alles für ihren Bundesliga-Traum zu tun: "Wenn jemand an uns vorbei möchte, muss er definitiv etwas dafür tun. Wir haben das Bestmögliche gemacht. Jetzt müssen wir schauen, wie es am Samstag ausgeht. Den Mädels ist völlig bewusst - ein Patzer bedeutet direkt das Aus."

Die Mann-Schwestern sind nicht mehr spielberechtigt

Die Stärke der JSG-Juniorinnen liegt nach einem großen Umbruch in der Geschlossenheit. "Diese Mannschaft funktioniert als Team", betont Wiume. Das muss sie auch, denn die einstigen Leistungsträgerinnen Natalie und Svenja Mann sind mittlerweile zu alt für die U19. "Die Manns hätte ich gerne nochmal ein Jahr gehabt. Mit den beiden würde ich garantieren, dass wir in der Bundesliga sehr weit kommen", sagt Nadine Wiume.

Dafür darf sie sich über die Verstärkung von drei Zugängen aus Weilimdorf freuen: Marlene Fuchs, zuletzt im deutschen Beach-Tor der U17 aktiv und die U-Nationalspielerinnen Lea Grießer und Sophie Hilf.

Schlechter macht das die Chancen der JSG sicher nicht.

Für Maike Daniels

Für die U19-Trainerin der JSG Neckar Kocher, Nadine Wiume, ist ganz klar: "Maike Daniels war unser Fels in der Brandung. Ohne sie würden wir heute nicht da stehen, wo wir stehen. Sie kennt viele Spielerinnen von kleinauf." Doch die ehemalige Jugendkoordinatorin ist seit diesem Sommer nicht mehr da. "Diese Lücke kann niemand füllen", sagt Wiume. Dafür möchte sie mit ihren A-Juniorinnen etwas an die geschätzte Daniels zurückgeben: "Es war ganz klar die Stimmung, dass wir auch ein bisschen für Maike mitspielen wollen am Wochenende. Wenn wir weit kommen, dann ist das definitiv mit ihr Verdienst." Man wolle die Qualifikation auch für Daniels schaffen, "damit sie stolz auf ihre Arbeit zurückblicken kann". 


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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