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Sport-Union lässt zahnlose Vipern lange am Leben

Mit zwei verdienten Punkten, aber ohne Ausrufezeichen gehen die Neckarsulmer Frauen in die WM-Pause. SUN nimmt in Bad Wildungen ein 33:31 mit.

Dominik Knobloch
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Sport-Union lässt zahnlose Vipern lange am Leben
Neckarsulms Lynn Knippenborg führte vorbildlich Regie. Foto: Archiv/Veigel

Gefahr? Nein, die lauerte bei den Vipers der HSG Bad Wildungen an diesem Abend wahrlich nicht auf die Frauen der Sport-Union Neckarsulm. "Ich denke, wir haben insgesamt ein sehr schlechtes Handball-Spiel gesehen", sagte die Trainerin des Bundesliga-Drittletzten, Tessa Bremmer, zum 33:31 (15:11) der Sport-Union bei ihrer HSG.

Tanja Logvin sah hingegen vor allem die beiden gewonnenen Punkte. "Der Auswärtssieg war nach dem Pokal-Aus gegen Oldenburg ganz, ganz wichtig für uns. Es kann nicht sein, dass wir nach einem Sieg unzufrieden sind - warum sollen wir dann gewinnen?", fragte Neckarsulms Trainerin rhetorisch.

Gastgeber stolpern bitterböse über eigene technische Fehler

Dem neutralen Zuschauer stellte sich während den 60 Bundesliga-Minuten auf mäßigem Niveau aber schon auch immer wieder die Frage, wie eine ambitionierte Mannschaft diese zahnlosen Vipern nicht hätte schlagen sollen. Immer wieder stolperte das verunsicherte Bad Wildungen schließlich bitterböse über die eigenen technischen Fehler und war gegen die massive Neckarsulmer 6:0-Abwehr eher ängstlicher Wurm denn gefährliche Schlange.

"Nach zwölf Minuten haben sie schon gesehen, dass sie die bessere Mannschaft sind", sagte Logvin zum 6:3-Start der Sport-Union. Besonders Lynn Knippenborg war als Regisseurin in Bestform und machte reichlich Werbung für einen endgültigen WM-Zuschlage bei den Niederlanden. "Sie hat unglaublich gut gespielt und alles, was wir abgesprochen haben, umgesetzt. Sie war konsequent mit dem Rückraum, hat das Spiel richtig gut geführt", lobte ihre Trainerin die Acht-Tore-Frau.

Espinola Perez kommt diesmal überhaupt nicht zur Geltung

Irene Espinola Perez schien mit dem Kopf hingegen schon bei dem Turnier in ihrer spanischen Heimat zu sein. Die Neckarsulmer Topscorerin kam im rechten Rückraum überhaupt nicht zur Geltung, und auch auf der anderen Neckarsulmer Halbposition sah man nur sehr wenig Sehenswertes - egal, ob Lucie-Marie Kretzschmar, Zugang Nele Reimer oder Sophie Lütke sie besetzte.

Als die HSG nach 21 Minuten zum 8:9 aufschloss, griff Logvin zur Auszeit und fand offenbar die richtigen Worte. Die Sport-Union schraubte das Ergebnis bis zur Pausensirene auf ein achtbares 15:11 - hatte gegen teils völlig verunsicherte Gastgeberinnen aber auch leichtes Spiel. Ein richtig starkes Spiel machte Sarah Wachter bis dato im Neckarsulmer Tor und sorgte damit dafür, dass auch die wenigen guten HSG-Aktionen in der Offensive zumeist ungut für die Vipers endeten.

30:28 nach 29:22-Führung

Besser wurde Bad Wildungen auch im zweiten Durchgang nicht. Die Sport-Union verwaltete ihren Vorsprung souverän, baute ihn bis zur 48. Minute behutsam auf 28:21 aus. Einen Todesstoß versetzten die Neckarsulmerinnen den zahnlosen Vipern aber auch nach dem 29:22 (51. Minute) nicht.

Statt mit einem echten Ausrufezeichen in die WM-Pause zu gehen, ließ die Sport-Union Bad Wildungen in den Schlussminuten allzu gnädig am Leben. Die HSG-Antwort auf die etwas zu schludrige Neckarsulmer Endphase war die Annäherung auf 28:30 (57.). Tanja Logvin gestand: "Gegen andere Mannschaften kann das auch nochmal kritisch werden." Bei den ungefährlichen Vipers an diesem Abend aber nicht. Und so brachten die Neckarsulmerinnen zwei verdiente Punkte nach Hause.

Sport-Union Neckarsulm: Gois , Wachter - Kalmbach (3), Nooitmeer (1), Mann (1), Hendrikse (3), Knippenborg (8/1), Stockschläder (3), Reimer (5/3), Espinola Perez (3), Kooij (3), Nieuwenweg (1), Lütke (1),Kretzschmar (1). Beste Werferinnen HSG: Struijs (7/3), Scheib (6/1), Ingenpass (6/1). Siebenmeter: HSG 5/6, SUN 4/4. Zeitstrafen: 5/3.

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