Pokal-Pflicht vor der Brust, Nationalteam im Hinterkopf

Handball  Bei Drittligist Marpingen-Alsweiler geht es für die Handballerinnen der Neckarsulmer Sport-Union vor allem darum, ohne weitere Ausfälle durchzukommen.

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Für die Neckarsulmerinnen um Lynn Knippenborg steht erst nochmal Arbeit im Pokal an, ehe gleich sieben Spielerinnen ihr Nationalteam unterstützen.

Foto: Mario Berger

Nein, Neckarsulm hat am vergangenen Samstag niemanden in die Beilsteiner Langhanshalle geschickt, um den Gegner der SG Schozach-Bottwartal zu beobachten. Drittligist HSG Marpingen-Alsweiler ist für die Sport-Union ungesehen eine absolute Pflichtaufgabe in der zweiten Runde des DHB-Pokals, mit der die Bundesliga-Frauen an diesem Samstag (17.30 Uhr) in den Wettbewerb starten.

Und wenn schon die SGSB ein 33:24 gegen die Moskitos aus dem Saarland schafft, sollten auch die Neckarsulmerinnen kein Problem bekommen. "Das ist eine Pflichtaufgabe, da gibt es keine Diskussion", sagt Trainerin Tanja Logvin.

Die etwas weitere Fahrt dürfte die Sport-Union gerne auf sich nehmen, wenn sie das württembergische Alternativ-Programm mit Kurzstrecke betrachtet. Die beiden Bundesliga Konkurrenten aus dem Ländle, Bietigheim und Metzingen, müssen direkt zum Derby-Kracher gegeneinander antreten. Ein starkes Team wird die zweite Runde also schon einmal nicht überstehen.

Auf den Gegner hat sich Tanja Logvin diesmal nicht vorbereitet

Nicht ganz erfolgreich überstanden hat die Sport-Union das jüngste Bundesliga-Duell bei den Metzingerinnen, sich beim 33:35 trotz extrem kleinem Kader aber sehr teuer verkauft. "Wenn wir mit sieben Feldspielerinnen in Metzingen so auftreten, sollte es auch gegen einen Drittligisten klappen", sagt Logvin, die sich aber nicht weiter mit dem kommenden Gegner beschäftigt hat und ihr Team auch nicht explizit auf Marpingen-Alsweiler einstellt: "Mal ohne Vorbereitung reinzugehen, bringt die Mädels auf ein anderes Niveau. Das soll nicht überheblich sein."

Einen anständigen Aufritt möchte die Trainerin schließlich allemal sehen. Denn mit einer Sache hat sie sich vor der Pokal-Pflicht sehr wohl beschäftigt: "Unsere Supporter werden uns mit einem Bus begleiten. Das freut mich wirklich sehr und denen wollen wir auch etwas zeigen."

Der Pokal dient auch der Vorbereitung auf das Spiel gegen Blomberg

Präsentieren möchten sich die Neckarsulmerinnen allerdings vor allem auch nach dem Spiel bei der HSG Marpingen-Alsweiler, wenn nächste Woche die Nationalmannschaft ruft. Ins deutsche Team haben es Sarah Wachter, Selina Kalmbach und Johanna Stockschläder geschafft. Lucie-Marie Kretzschmar ist zudem mit Deutschlands Beachhandball-Auswahl unterwegs. Isabel Gois steht im portugiesischen Nationalkader und das Trikot der Niederlande tragen mit Anouk Nieuwenweg und Lynn Knippenborg gleich zwei Neckarsulmerinnen. "Gerade für Lynn ist das unglaublich wichtig", sagt Logvin zur Oranje-Rückkehr ihrer routinierten Leaderin.

Weil der Neckarsulmer Trainerin nach dem Pokal so gerade mal noch drei fitte Spielerinnen bleiben, "ist der Pokal auch frühe Vorbereitung für unser Liga-Spiel gegen Blomberg".

Bereits am Mittwoch, 13. Oktober, wird die HSG in die Ballei kommen - ein äußerst ungünstiger Termin. Damit zumindest das daheim gebliebene Trio Nathalie Hendrikse, Jill Kooij und Sharon Nooitmeer eine angemessene Vorbereitung bekommt, setzt die Sport-Union auf eine hochkarätige Trainingskooperation mit den Bietigheimerinnen.

Dann, wenn die Pokal-Pflicht erfolgreich erledigt ist.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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