Handball
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Tanja Logvin verlängert Vertrag bei den Neckarsulmer Bundesliga-Handballerinnen

Bundesliga-Trainerin Tanja Logvin verlängert in Neckarsulm trotz zahlreicher Angebote bis 2025 und will aufs internationale Parkett. Die einstige Weltklasse-Handballerin ist inzwischen in der Region verwurzelt.

Dominik Knobloch
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Neckarsulmer Sport-Union: Kein Schaufenster, sondern ein Zuhause
Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin sieht bei der Sport-Union noch ein großes Stück Potenzial für das nächste gemeinsame Erfolgskapitel. Foto: Andreas Veigel

Tanja Logvin wusste, dass es zähe Verhandlungen werden würden. Nicht mit ihrem Bundesliga-Verein Neckarsulm, der die erfolgreiche Cheftrainerin unbedingt langfristig binden wollte. Sondern mit ihrem Lebensgefährten Gerhard Husers, der die vielen Anfragen für seine Frau oft sogar persönlich in seiner Spieleragentur erhalten hatte. "Es war schon ein bisschen anstrengend. Er ist eben Sportmanager - aber er ist nicht mein Manager", sagt die 47-Jährige.

Diskussionen über den richtigen Weg für ihre sportliche Zukunft haben die beiden natürlich trotzdem geführt. Ausgiebig. Und Logvin ist zu einem Entschluss gekommen: Sie verlängert ihren auslaufenden Vertrag bei der Sport-Union um drei weitere Jahre bis 2025, wie der Verein am Mittwoch bekannt gab.

 

Ziel mit der Sport-Union ist das internationale Geschäft

"Am Ende war auch Gerhard ganz zufrieden und hat gesagt: Wenn du glücklich bist, dann bin ich es auch", sagt Tanja Logvin. Und die einstige Weltklasse-Spielerin ist extrem glücklich in Neckarsulm: "Mein Herz ist hier. Ich habe eine echte Mannschaft aufgebaut und viel verändert - ich will unbedingt weitermachen." Ihr Ziel mit der Sport-Union ist das internationale Geschäft. Im Idealfall bereits nach dieser Saison. Und so verrät die ehrgeizige Österreicherin mit Blick auf ihren neuen Kontrakt schmunzelnd: "Ein Bonus für den Europa-Pokal steht schon drin."

Logvin hatte Angebote aus Deutschland und dem Ausland

Ihre genaue Dotierung in Neckarsulm nennt Logvin natürlich nicht. Dass sie anderswo deutlich mehr hätte verdienen können, daraus macht sie aber kein Geheimnis: "Ich hatte Angebote aus Deutschland und dem Ausland, hätte in anderen Vereinen viel mehr kriegen können - ich habe aber in keine andere Richtung geschaut. Geld ist nicht alles und ich bin ja auch in Neckarsulm nicht arm." Ohnehin war die Bezahlung schon zu Spielerzeiten nie der zentrale Antrieb, betont Tanja Logvin: "Ich war eine Zeit lang die bestbezahlte Handball-Spielerin der Welt - trotzdem habe ich den Vertrag aufgelöst, weil es nicht gepasst hat."

Sportlich und privat, in Neckarsulm passt alles

Bei der Sport-Union stimmt für sie hingegen aktuell einfach das Gesamtpaket. Sportlich und privat. Mit Husers und den beiden Kindern fühlt sie sich hier heimisch. Tanja Logvin hat sich anders als ihre Vorgänger komplett in der Region verwurzelt, fährt nicht nur für Trainingseinheiten und Spiele in die Halle. Auch wenn ihre gute Arbeit als Trainerin andernorts nicht unbemerkt bleibt, ist Neckarsulm für die gebürtige Russin, die in der Ukraine aufgewachsen ist, kein Schaufenster sondern mittlerweile zu einem Zuhause geworden.

Elementarer Baustein für die Zukunft

Für Rolf Härdtner, Vorstandsvorsitzender der Sport-Union Neckarsulm, ist Logvins Verlängerung der elementare Baustein für die Zukunft: "Gemeinsam mit Oliver Rieth haben wir das perfekte Duo, das unsere Werte verkörpert und bereit ist, ein junges Team zur internationalen Klasse zu entwickeln. Darüber hinaus sind bei Tanja die menschlichen Qualitäten sowie der sportliche Ehrgeiz extrem ausgewogen und sie zeigt bei jeder Spielerin in unserem Kader großen Einsatz für die individuelle Entwicklung."

Bereits vergangene Saison führte Logvin das Neckarsulmer Team mit dem sechsten Platz zum bisher besten Ergebnis der Vereinsgeschichte. Und der Aufschwung der vergangenen Jahre soll weitergehen. Mit Trainerin Tanja Logvin.

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