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Neckarsulmer Handballerinnen wollen ins DHB-Pokal-Viertelfinale

Im Pokal-Achtelfinale am Samstag gegen Oldenburg müssen die Neckarsulmerinnen ihrem Tempospiel treu bleiben. Weiterhin ist die Personaldecke im Rückraum dünn.

Dominik Knobloch
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Neckarsulmer Handballerinnen wollen ins DHB-Pokal-Viertelfinale
Sophie Lütke weiß, wie Erfolg im DHB-Pokal schmeckt. 2019 schaffte der Neckarsulmer Zugang mit dem SV Union Halle-Neustadt den Sprung ins Final Four. Foto: Veigel

Das Ziel der Sport-Union ist Stuttgart. Die Porsche-Arena in Bad Cannstatt, um genau zu sein. Dort steigt seit 2018 die Endrunde um den DHB-Pokal. Und die Neckarsulmerinnen wären Ende Mai ganz gerne mit dabei. Zwei Hindernisse stehen dem ambitionierten Vorhaben allerdings noch im Weg. Das erste ist Bundesliga-Konkurrent VfL Oldenburg, der an diesem Samstag (18 Uhr) zum Achtelfinale in die Neckarsulmer Ballei kommt.

"Wir wollen weiterkommen und auch ins Final Four - dieses Jahr sprechen wir darüber ganz offen. Es ist auch der kürzeste Weg nach Europa, die Mädchen wissen das", sagt Trainerin Tanja Logvin.

Spielmacherin Knippenborg hat den Pokal 2017 mit Buxtehude gewonnen

Wie sich das finale Kräftemessen der letzten vier verbliebenen Teams in der Landeshauptstadt anfühlt, weiß eine Neckarsulmerin ganz genau. 2019 stand Sophie Lütke mit dem SV Union Halle-Neustadt schon einmal im Final Four.Damals schon gecoacht von Tanja Logvin gefiel der Außenseiter im Halbfinal-Duell mit Topteam Bietigheim trotz 26:32-Niederlage mit beherztem Kampf. Neckarsulms Spielmacherin Lynn Knippenborg hat den Pokal 2017 mit dem Buxtehuder SV sogar schon einmal gewonnen. "Natürlich reden die Mädels über diese besonderen Erlebnisse. Das ist ein echtes Handball-Fest", betont Logvin.

 

Um Gast bei diesem Fest zu werden, gilt es aber zu erst einmal, zwei weitere Pokal-Siege zu feiern. Und das ist schon gegen Oldenburg absolut keine Selbstverständlichkeit. Die personelle Situation der Sport-Union ist im Rückraum nach wie vor angespannt. Eigentlich wollte die Neckarsulmer Trainerin längst eine Verstärkung auf halblinks verkündet haben. Doch der Transfer ist noch immer nicht gänzlich in trockenen Tüchern. "Kleinigkeiten fehlen noch", sagt Logvin, die die potenzielle Neue am liebsten schon gegen Oldenburg zur Verfügung hätte.

Oldenburg ist defensiv stabil, es fehlt aber an Durchschlagskraft im Angriff

Ob mit oder ohne Zugang - fürs Weiterkommen müssen die Neckarsulmerinnen gegen den VfL vor allem standhaft bei ihrem eigenen Spielstil bleiben. "Wir dürfen sie nicht spiegeln. Oldenburg spielt langsameren, aber guten Handball. Wir brauchen aber temporisierte Angriffe, unser schnelles Spiel nach vorne - wir haben keine zwei Karabatics im Kader, die 20 Tore aus dem Stand werfen können", betont die Neckarsulmer Trainerin.

Deutlich mehr Bewegung als zuletzt soll es auch in der Neckarsulmer Defensive geben - unabhängig von der Formation. Stellt man die Gegentore der beiden Teams nebeneinandern, zeigt sich ein sehr gegensätzliches Bild. Bei Neckarsulm stehen nach sieben Spielen als Achter 230, die Oldenburgerinnen haben auf Platz lediglich 196 Treffer kassiert.

Beim knappen 27:26 der Sport-Union gegen Schlusslicht Buchholz-Rosengarten vor der Länderspiel-Pause war vor allem die erste Hälfe hinten sehr wackelig. "Wir werden wahrscheinlich erstmal wieder auf die sicherere 6:0 setzten, die Oldenburger Wurfquote aus neun Metern ist nicht so gut", sagt Logvin.

Mit nur 170 Treffern zählt der VfL zum den Teams mit der geringsten Torgefahr des Klassements. Neckarsulm spielt mit 219 in anderen Sphären. Um offensiv richtig ins Rollen zu kommen, braucht die Sport-Union aber ihr Tempo.

Nur mit Geschwindigkeit können die Neckarsulmrinnen weiterkommen. Im Achtelfinale gegen Oldenburg. Und auf dem angestrebten Weg zum Final Four in Stuttgart.

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