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Neckarsulmer Duo hofft auf WM-Schwung

Als Sieger zum Flieger? Irene Espinola Perez und Johanna Stockschläder wollen bei Bad Wildungen finales Selbstvertrauen tanken.

Dominik Knobloch
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Neckarsulmer Duo hofft auf WM-Schwung
Tanja Logvin hofft, dass sich ihr WM-Duo in der jeweiligen Nationalmannschaft beweisen kann. Foto: Mario Berger

Bald schon treffen sie als Kontrahentinnen aufeinander. Noch aber sind Irene Espinola Perez und Johanna Stockschläder Neckarsulmer Teamkolleginnen. Und bevor die Bundesliga für fünf Wochen in die WM-Pause geht, steht an diesem Samstag (19 Uhr) für das Duo der Sport-Union die Pflichtaufgabe bei der HSG Bad Wildungen Vipers an.

Sonntags steigt Espinola Perez dann jedoch bereits in den Flieger nach Madrid, um sich mit der spanischen Nationalmannschaft auf das große Heimturnier Anfang Dezember vorzubereiten. Dort landet Mitte nächster Woche auch Stockschläder mit dem deutschen Team für ein finales Vorbereitungsturnier - bei dem zum Abschluss Gastgeber Spanien wartet.

Nichts Komisches machen

"Es ist cool, dass wir aufeinander treffen. Am besten wäre es aber, es passiert dann später bei der WM", sagt Espinola Perez. Bei aller Vorfreude gilt ihr Fokus aber noch der nächsten Partie mit Neckarsulm. Und da muss nicht nur bei der Halbrechten einiges besser laufen, um beflügelt in die Heimat zu reisen. "Wir müssen einfach nochmal wir selbst sein und nichts Komisches machen", sagt die 28-Jährige.

Neckarsulmer Duo hofft auf WM-Schwung
Irene Espinola Perez bereitet sich ab nächster Woche mit der spanischen Nationalmannschaft auf das große Heimturnier Anfang Dezember vor. Foto: Ralf Seidel

So richtig war die Sport-Union nämlich beim jüngsten 29:34 (19:13)-Pokal-Aus gegen Oldenburg in der zweiten Hälfte nicht wiederzuerkennen. "Ich will eine richtige Antwort vom Team haben. Das war schon eine unerwartete Leistung - ich brauche hundert Prozent Einsatz, der Sieg jetzt ist Pflicht", betont Trainerin Tanja Logvin. Der leichtfertig verspielte Viertelfinal-Einzug sei trotz aller Enttäuschung aber "schon Vergangenheit". In naher Zukunft, beim Drittletzten mit nur 2:12 Punkten auf dem Konto, sollen ihre Neckarsulmerinnen wieder "in jeder einzelnen Minute beweisen, dass sie besser sind", fordert Logvin kein Nachlassen.

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Kein weiterer Halbgas-Auftritt in der vermeintlichen Favoritenrolle

Die Sport-Union muss ganz dringend punkten, um nicht weiter hinter den eigenen Ansprüchen in die Pause zu gehen. Als Achter ist das Punktekonto mit 7:7 Zählern aktuell gerade mal ausgeglichen - zu wenig für eine Mannschaft, die internationale Ambitionen hegt. Mit 230 Gegentoren haben die Neckarsulmerinnen so viele Treffer kassiert wie keine andere Mannschaft des Klassements. "Wir müssen uns aber nicht nur in der Abwehr steigern, wir haben auch im Angriff dumme technische und taktische Fehler gemacht und waren uns zu sicher", sagt die Trainerin und warnt vor einem weiteren Halbgas-Auftritt in der vermeintlichen Favoritenrolle: "Bad Wildungen spielt guten, schnellen Handball, da müssen wir die Hierarchie erstmal beweisen."

Klappt das, hofft Tanja Logvin natürlich auch, dass sich ihr WM-Duo in der jeweiligen Nationalmannschaft beweisen kann. Leistungsträgerin Irene Espinola Perez habe sie schon vor über einem Jahr gesagt, dass sie den Weg zur Weltmeisterschaft in ihrer Heimat schaffen kann. Und hat Recht damit behalten. Die Trainerin hat selbst mehrere Jahre dort gelebt und weiß: "In Spanien bist du der Held mit Handball. Irene kann also doppelt stolz sein - und ich bin es auch. Sie hat sich extrem weiterentwickelt."

Neckarsulmer Duo hofft auf WM-Schwung
Johanna Stockschläder trifft mit dem deutschen Team im WM-Vorbereitungsturnier auf Gastgeber Spanien. Foto: Mario Berger

Auch Selina Kalmbach hat noch WM-Hoffnungen

Viel Potenzial zur Entfaltung im deutschen Team sieht die Neckarsulmer Trainerin auch bei ihrer Linksaußen Johanna Stockschläder: "Sie hat eine Chance und muss sich beweisen, muss die Möglichkeit ergreifen." Ein Vorteil mit Blick auf ihre routinierte Bietigheimer Konkurrentin: "Antje Lauenroth ist keine gelernte Außen."

Ein kleines bisschen Hoffnung kann sich auch die zweite Neckarsulmer Linksaußen, Selina Kalmbach, in Sachen WM noch machen. Sie steht aktuell im deutschen Reserve-Kader. So sehr sich der Blick aber auch schon nach Spanien richten mag - zu aller erst zählt es, die Pflichtaufgabe bei der HSG Bad Wildungen Vipers vor der WM-Pause erfolgreich zu bestehen.

 
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