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Neckarsulm wirft sich mit 51 Toren in die nächste Pokal-Runde

Klassenunterschiede unterstrichen: Handball-Bundesligist Sport-Union feiert beim Drittligist Marpingen-Alsweiler ein Schützenfest - und Svenja Mann setzt dabei mit zehn Toren ein Ausrufezeichen.

Dominik Knobloch
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Neckarsulm wirft sich mit 51 Toren in die nächste Pokal-Runde
Youngster Svenja Mann hat sich mit zehn Treffern gezeigt. Foto: Archiv/Veigel

Dass hinter dem Namen Svenja Mann eine zweistellige Anzahl an Treffern im Spielberichtsbogen steht, ist bei Neckarsulm nichts Ungewöhnliches - wenn das Eigengewächs für die Bundesliga-Reserve der Sport-Union in der Württembergliga aufläuft. In der ersten Mannschaft durfte das Talent hingegen noch nicht allzu viele Akzente setzen. Bis zum Samstag.

In der zweiten Runde des DHB-Pokals feierten die Neckarsulmerinnen ein rauschendes 51:17 (21:7)-Handballfest beim völlig überforderten Drittligisten HSG Marpingen-Alsweiler. Satte zehn Treffer gingen dabei auf das Konto der 20-jährigen Linkshänderin.

Kompliment für die Halbrechte

"Svenja hat es hervorragend gemacht. Mit Zug zum Tor, ohne Angst ist sie einfach durchgegangen. Ich konnte sie in diesem Spiel wirklich mal 40, 50 Minuten durchspielen lassen und sie konnte ihre Qualitäten zeigen. Svenja wird sich entwickeln", sagte Trainerin Tanja Logvin und sprach der jungen Halbrechten ein Kompliment aus. Aber auch mit dem Team war Logvin überaus zufrieden: "Sie haben die Aufgabe verstanden und Hierarchie gezeigt. Egal, wer der Gegner ist, sie geben 100 Prozent. Es kann nicht jeder sagen, dass er schon einmal 51 Tore geworfen hat."

Die Trainerin nutzte das ungleiche Kräftemessen, um zumindest ein paar Leistungsträgerinnen des dezimierten Neckarsulmer Kaders etwas Zeit zum Ausruhen zu gönnen: "Ich habe zwar mit meiner stärksten Aufstellung angefangen, aber Johanna und Irene viel geschont." Außer Stockschläder und Espinola Perez bekam die formstarke Keeperin Sarah Wachter eine komplette Pause. Isabel Góis vertrat sie souverän, machte sogar auch einen Treffer, hatte aber sicher schon arbeitsreichere Einsätze.

Abstatterin Kalmbach als Topscorerin

Viel von sich zeigen durfte neben Svenja Mann mit Selina Kalmbach eine zweite Spielerin aus der Region. Mit elf Treffern avancierte die Abstatterin auf Linksaußen knapp zur Topscorerin - ein deutlich offeneres Rennen als das eigentliche Spiel. Schon beim 15:5 nach 23 Minuten war die einseitige Begegnung vorentschieden.

Neckarsulm blieb früh Raum, um auch mal andere Dinge auszuprobieren. "Wir haben ein paar neue Sachen zwischen Rückraum und Kreis sowie Kreis und Außen gemacht, wir wollen uns weiterentwickeln", erklärte Tanja Logvin, die bewusst auf eine Vorbereitung zum Gegner verzichtet hat. Ein Modell, das absolut aufging. "Vielleicht mache ich das jetzt immer so, das würde Zeit sparen", scherzte die 47-Jährige. "Es macht einfach Spaß mit den Mädels zu arbeiten. Sie denken mit, haben Respekt und wollen immer. Es ist auch eine mentale Entwicklung. Ich bin ganz, ganz glücklich."

Wie im Rausch

Trotz der deutlichen 21:7-Pausenführung nahmen die Neckarsulmerinnen den Fuß in der zweiten Hälfte nicht vom Gas, sondern spielten sich nach kurzen Anlaufschwierigkeiten mit viel Tempo in einen Rausch. Vom 24:11 (36.) marschierte die Sport-Union innerhalb von nur zehn Minuten mit einem 13:0-Lauf zum 37:11. Und hatte bis zum beachtlichen 51:17-Endstand auch weiter Lust auf Tore.

Es war nicht das einzige Pokal-Ergebnis, das für gute Laune bei der Sport-Union sorgte. Denn in der größten Überraschung der zweiten Runde steckte Neckarsulmer Vergangenheit. Die Ex-Spielerin und ehemalige Jugendkoordinatorin der Sport-Union, Maike Daniels, durfte als Trainerin von Drittligist Rödertal einen 31:23-Coup gegen den Bundesligisten Sachsen Zwickau bejubeln.

Gratulation an Maike Daniels

"Ich habe mich wirklich riesig für sie gefreut und ihr auch direkt gratuliert", sagte Tanja Logvin zu der Frau, die vergangene Saison noch ihre Co-Trainerin war und Talenten wie Svenja Mann in ihrer Zeit bei Neckarsulm ganz viel bei der Entwicklung geholfen hat.


SU Neckarsulm: Gois (1), Wachter - Kalmbach (11), Nooitmeer (2), S. Mann (10), Hendrikse (8/1), Knippenborg (5), Stockschläder (2), Espinola Perez (2), Kooij (2), Nieuwenweg (5), Kretzschmar (3/1). Siebenmeter: HSG 3/4, SUN 2/4. Zeitstrafen: 1/4.

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