Neckarsulm will die Bilanz gegen Bayer weiter aufbessern

Handball  Die Bundesliga-Handballerinnen der Sport-Union möchten mit einem Erfolg gegen Leverkusen für zusätzliche Zuschauer in der Ballei werben. Trainerin Logvin sagt: "Es ist schön, endlich wieder Leben in der Sporthalle zu haben."

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Der starke Neckarsulmer Zugang Johanna Stockschläder hat das Zeug zum Neckarsulmer Publikumsliebling.

Foto: Mario Berger

Nein, ein Neckarsulmer Lieblingsgegner sind die Werkselfen von Leverkusen wahrlich nicht. Seit die Sport-Union in der Bundesliga auf Bayer trifft, hat es bei zehn Versuchen überhaupt erst einen einzigen Erfolg gegeben. Und zwar beim 30:26-Heimsieg der vergangenen Saison, der coronabedingt ohne Zuschauer hatte gefeiert werden müssen. Ein einmaliges Ereignis, das an diesem Samstag (18 Uhr) seine Wiederholung finden soll - was das Ergebnis anbelangt, nicht aber die Kulisse in der Ballei.

Während Mitte November 2020 lediglich 70 Papp-Fans und nur wenige Helfer bei der Begegnung mit Bayer dabei waren, soll es diesmal deutlich lebhafter zugehen. "Ich möchte Ausstrahlung sehen, wir wollen uns den Zuschauern präsentieren und so viele wie möglich für uns gewinnen. Wir wollen zwei Punkte und keine Ausreden", sagt Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin, die den Geisterspielen der Vergangenheit nur ganz wenig abgewinnen konnte: "Es ist schön, endlich wieder Leben in der Sporthalle zu haben. Ich hoffe, das wird mehr und mehr. So kann man jedes Spiel gewinnen."

Außer vielleicht das Duell mit Meister Dortmund, gegen den beim Neckarsulmer Heimauftakt auch die 704 Fans in der Ballei nicht halfen, ein 28:36 zu verhindern. Dasselbe Ergebnis, aber die Sport-Union als Sieger, brachte das jüngste Neckarsulmer Spiel bei Bensheim/Auerbach. Die gute Leistung und die ersten beiden Punkte waren sicher nicht das allerschlechteste Argument, um für noch regeren Besuch bei der Begegnung mit Bayer Leverkusen zu werben.

938 Zuschauer kamen vor Corona in der Saison 2019/20 im Schnitt zu Neckarsulmer Heimspielen. 2018/19 lag der Wert bei 1042, im ersten Neckarsulmer Bundesliga-Jahr 2016/17 gar bei 1100. Für Neckarsulm gilt es, den leichten Negativtrend umzukehren - sofern die Corona-Verordnung es der Sport-Union erlaubt.

Zahl der Gegentore weiter minimieren

Um ihre Bilanz gegen Bayer weiter aufzubessern, braucht es jedenfalls kein Hygienekonzept. Dafür ein sportliches. "Wir müssen unser Spiel spielen, müssen schnell spielen. Außerdem müssen wir unsere Gegentore weiter minimieren und am Rückzugsverhalten arbeiten", fordert Logvin. Gerade letzteres wird gegen Leverkusen entscheidend sein, wie das jüngste 23:24 der Werkselfen gegen den Thüringer HC gezeigt hat. Bayer-Torfrau Kristina Graovac war gemeinsam mit Linksaußen Zoë Sprengers die überragende Akteurin der Partie. Neben einer fantastischen Haltequote von 45 Prozent leitete die Kroatin mit langen Pässen die Hälfte der satten zehn Tore von Sprengers ein.

Vor Furcht erstarren muss Neckarsulm dennoch nicht. Denn der einstige Angstgegner ist angeschlagen. Torgarantin Mariana Ferreira Lopes hat sich ebenso das Kreuzband gerissen und wird monatelang nicht zur Verfügung stehen wie Fanta Keita. Auch Marija Kaludjerovic und Außen-Routinier Svenja Huber sind mit Faserrissen außer Gefecht. "Wenn eine Mannschaft viele Verletzte hat, steht sie auch enger zusammen", warnt die Neckarsulmer Trainerin dennoch davor, die Leverkusenerinnen zu unterschätzen. Immerhin haben die Werkselfen dank eines 27:24 beim Auftakt in Bad Wildungen ebenfalls bereits die ersten Zähler auf dem Konto.

Zeug zum Publikumsliebling

Dennoch hat die Neckarsulmer Trainerin einen klaren Auftrag für ihr Team. "Die Mädels sollen begeistern, Idole sein", sagt Tanja Logvin mit Blick auf die kleinen Neckarsulmer Fans. Das Zeug zum Publikumsliebling hat Zugang Johanna Stockschläder. Zehn Treffer hat die flinke Linksaußen bereits für Neckarsulm erzielt, sieben bei ihrem ersten und bisher einzigen Heimspiel gegen Ex-Club BVB.

Und als ehemalige Dortmunderin hat Stockschläder auch eine ganz gute Bilanz gegen Bayer.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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