Neckarsulm trotz Tief im Aufschwung

Handball  Die Neckarsulmer Sport-Union ist beim 31:35 gegen Metzingen nah dran, aber weit weg von voller Kraft. Es gibt in der Vorbereitung noch etwas zu tun.

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Die Sport-Union, hier mit Lynn Knippenborg im Angriff, hatte im Testspiel gegen Metzingen gute Phasen, doch am Ende fehlte die Kraft.

Foto: Andreas Veigel

Tanja Logvin war nicht überrascht. Die Trainerin wusste bereits vor der 31:35 (18:16)-Testspiel-Niederlage gegen Metzingen, wo ihre Neckarsulmerinnen sich zum aktuellen Zeitpunkt der Vorbereitung befinden: "Im Tief. Man sieht natürlich, dass die Mannschaft müde ist."

Trotzdem schaffte es ihre erschöpfte Sport-Union, gegen den Bundesliga-Dritten der Vorsaison in einen Aufschwung zu kommen.

Als Metzingen beim letzten Neckarsulmer Bundesliga-Heimspiel der vergangenen Saison zu Gast in der Ballei war, fing sich ein Mini-Kader der Sport-Union Mitte Mai noch ein deutliches 25:36. Gut drei Monate später war die Neckarsulmer Mannschaft vollzählig - aber mitten in der Vorbereitung eben nicht bei voller Kraft. Mit einigen auffälligen Akzenten und einer bärenstarken Anfangsphase schafften sie aber dennoch Teilerfolge.

Guter erster Durchgang der Neckarsulmerinnen

"Wir hatten viel Aggressivität und Kommunikation, haben in der Abwehr gut geschoben. Dann geht es auch einfach, Tore zu machen", sagte Kreisläuferin Jill Kooij zum guten ersten Durchgang. In der Schlussviertelstunde musste sie bei der Sport-Union aber kurzerhand zur Halbrechten werden, weil beim Stammpersonal im Rückraum die Kräfte schwanden: "Es macht immer Spaß, etwas neues zu probieren."

Wenig Spaß am Spiel hatte zunächst der Gast. Mit viel Druck und Tempo startete die Sport-Union durch und führte nach vier Minuten verdient mit 3:0. Im Angriff machte Zugang Daphne Gautschi auf halblinks Werbung in eigener Sache.

Defensiv durfte sich Sahron Nooitmeer mit knallharter Arbeit im Mittelblock der beweglichen 6:0-Deckung empfehlen. Die Metzingerinnen schienen überrascht vom Neckarsulmer Tempo. Und hielten auch beim 7:2 (8.) noch immer nicht Schritt. So richtig energisch war nur TuS-Trainerin Edina Rott, als sie nach dem 4:9 zur Auszeit griff.

Sport-Union findet nicht mehr richtig in Tritt

Doch die Ex-Neckarsulmerin Nicole Roth griff im Metzinger Tor auch danach weiter munter hinter sich. Trotzdem bat Logvin nach dem Metzinger 7:12: "Ein bisschen schneller, bitte." Doch schon zwölf Minuten vor der Pausensirene war ihr Team platt. Stattdessen nahm die TuS langsam ihr gewohntes Tempo auf. Die Sport-Union strauchelte mit einem 18:16 in die Kabine.

Metzingen blieb auch nach den Seitenwechsel auf dem Gas. Und die Neckarsulmerinnen fanden durch viele Wechsel und die Umstellung auf eine 5:1-Deckung nicht besser in Tritt. Nach 38. Minuten hatte der Gast das Spiel mit dem 22:21 gedreht, nun einen Lauf und enteilte auf 26:22. Die Sport-Union zeigte aber Moral und ließ sich nicht abschießen.

Bei Gautschis 27:29 schien zehn Minuten vor der Schlusssirene zumindest der Ausgleich drin. Auch beim 29:31 war Neckarsulm noch nah dran. Doch letztlich fehlten die Kräfte. "Wir müssen einfach 60 Minuten kämpfen", gab Jill Kooij die Maxime für den Rest der Vorbereitung aus.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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