Handball
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Ein gutes Stück Sport-Union in der Nationalmannschaft

Ein Trio der Neckarsulmer Bundesliga-Frauen hofft auf seine Einsatzchance in der deutschen Nationalmannschaft. Auf Linksaußen ist Neckarsulm allerdings doppelt vertreten.

Dominik Knobloch
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Ein gutes Stück Sport-Union in der Nationalmannschaft
Winkt für Selina Kalmbach wieder Einsatzzeit im DHB-Dress? Foto: Imago/Wolf

Ein Doppelzimmer der deutschen Nationalmannschaft ist mittlerweile gänzlich in Neckarsulmer Handball. Selina Kalmbach und Sarah Wachter teilen seit Montag ihr Quartier in Trier und zudem die gemeinsame Hoffnung auf das Vertrauen von Bundestrainer Henk Groener. Genau wie Johanna Stockschläder, die als dritte Spielerin der Sport-Union im 20er-Aufgebot steht.

Bevor Deutschland an diesem Donnerstagabend zum Auftakt der EM-Qualifikation Griechenland empfängt (20.15 Uhr/Sport1), muss Groener allerdings noch vier Namen von seiner Liste streichen - nicht ausgeschlossen, dass darunter auch Neckarsulmerinnen sind.

Mit Antje Lauenroth hat das Neckarsulmer Duo routinierte Konkurrez auf links

Kalmbach und Stockschläder spielen schließlich beide auf Linksaußen und haben mit der 33-jährigen Antje Lauenroth von Liga-Primus Bietigheim routinierte Konkurrenz. "Zu dritt bedeutet, dass wahrscheinlich nur zwei zum Spiel eingetragen werden und Antje ist natürlich die etablierte Spielerin, hat ganz viel Erfahrung und ist schon sehr lang dabei. Johanna und ich als Neue müssen uns einfach bestmöglich präsentieren und gucken, wie es mit Spielzeiten ist", betont die 23-jährige Abstatterin Kalmbach.

Dass am Sonntag direkt das nächste deutsche Spiel gegen Belarus in Trier wartet, erhöht jedenfalls die Chancen. "Die Besetzung kann natürlich für die beiden Begegnungen unterschiedlich sein. Jede Spielminute, die man bekommt, bringt einen irgendwie weiter", sagt Kalmbach. Vielleicht sei man kurz enttäuscht, wenn man nicht eingetragen wird, "aber ich freue mich auch allein schon über die Trainingsmöglichkeiten, die man hier hat - und die Chance wird kommen". Bei den jüngsten deutschen Auftritten im April gegen Portugal gab Henk Groener beiden Neckarsulmer Außen ihre Gelegenheit. Damals fehlte allerdings auch Lauenroth.

Formstarke Torhüterin erhält eine Bewährungsprobe

Sarah Wachter stand beim WM-Playoffs-Doppelpack ebenfalls noch nicht im deutschen Team. Nun gibt Groener der formstarken Keeperin ihre Bewährungsprobe neben Dinah Eckerle und Katharina Filter. "Ich finde, Sarah macht es super und zeigt sich bestmöglich. Sie sieht es genauso wie ich - sie lässt sich überraschen, was kommt. Wenn sie ran darf, wird sie sich voll reinhauen", sagt Kalmbach. "Es ist natürlich nicht schlecht, dass von der Sport-Union drei Mädels dabei sind. Es zeigt ja auch, dass sich in Neckarsulm echt viel tut, sich die Spielerinnen weiterentwickeln. Generell ist es echt cool, dass so viele von uns mit ihrer jeweiligen Nationalmannschaft unterwegs sind, nicht nur für Deutschland." Gerade einmal drei gestandene Spielerinnen bleiben Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin diese Woche in der Heimat. Ein Luxusproblem, dass die 47-Jährige "richtig stolz" macht.

Die deutschen Nationalspielerinnen sind hingegen stolz darauf, dass sie in Trier erstmals seit seit 18 Monaten wieder auf die Unterstützung der Zuschauer bauen können. Die Arena darf unter Beachtung der 2G-Regel mit genesenen oder geimpften Besuchern voll ausgelastet werden. "Das gibt eine ganz andere Atmosphäre. Der Sport lebt von Emotionen", sagt Groener.

Deutschland ist Favorit, ein Sieg gegen Griechenland ist Pflicht

Ausverkauft ist die Partie jedoch noch nicht. Kein Wunder, zählt Griechenland doch nicht gerade zu den ersten Adressen des Frauen-Handballs. Groener hat daher auch eine unmissverständliche Marschroute vorgegeben. "Wir sind Favorit, ein Sieg ist Pflicht. Es geht mehr darum, wie die Mannschaft auftritt. Wir wollen das Spiel bestimmen und das Tempo vorgeben." Und dabei soll auch ein Stück Sport-Union helfen.

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