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Ein altbekannter Neuzugang für die Sport-Union Neckarsulm

Handball-Bundesligist Neckarsulm holt ehemalige Topscorerin Nele Reimer aus Bietigheim zurück und sorgt damit für Entlastung im Rückraum. Die 25-Jährige darf bereits am Samstag im DHB-Pokal-Achtelfinale eingesetzt werden.

Dominik Knobloch
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Ein altbekannter Neuzugang für die Sport-Union Neckarsulm
Nach einem Ausflug zum Branchen-Primus Bietigheim geht Nele Reimer (beim Wurf) ab sofort wieder für Neckarsulm an den Bundesliga-Ball. Foto: imago-images/Wolf

Das jüngste Wiedersehen ist noch gar nicht allzu lange her. Vor drei Wochen erst waren die Neckarsulmerinnen bei Bundesliga-Primus Bietigheim zu Gast und beim 24:41 mit einem angeschlagenen Mini-Kader auf völlig verlorenem Posten.

Bei den Gastgeberinnen herrschte hingegen dichtes Gedränge auf der illustren Ersatzbank. Mittendrin auch Nele Reimer. "Nein, ich bin nicht verletzt", war ihr kurzer Kommentar zu einem Spiel gegen den Ex-Club, bei dem sie keine einzige Minute aufs Feld durfte.

Nur sieben Torwürfe in dieser Saison für Bietigheim

Vier Tore bei sieben Würfen lautet die knappe Statistik der Halblinken nach acht Liga-Spielen mit der SG BBM. Eine neunte Partie für Bietigheim wird es nicht mehr geben. Schon an diesem Samstag steht die 25-Jährige wieder im Kader der Sport-Union Neckarsulm. Dem Verein, den sie nach der Saison 2019/20 und drei Jahren als Top-Feldtorschützin verlassen hatte. Hier hofft die 1,80-Meter Frau wieder auf mehr Einsatzzeit. Und ist eine willkommene Hilfe im ersatzgeschwächten Rückraum.

"Es ist ein absolute Win-Win-Situation. Ich bin ganz glücklich über die Verstärkung und es ist auch für Nele gut, die bei uns zurück in ihre Spur finden kann", sagt Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin, die den Zugang bereits am Freitag in der Abschluss-Einheit vor der Partie gegen Oldenburg in der Halle hatte. "Es sah fast so aus, als sei sie nie weg gewesen - die Mädels haben sie gut aufgenommen, sie ist ja nicht fremd und war schnell integriert."

Vom ersten Rat an die Rückkehrerin berichtet Logvin mit einem Lachen: "Ich zähle keine Pässe, ich brauche Würfe." Die gebürtige Rostockerin habe in Bietigheim extrem dazu gelernt, was mannschaftsdienliches Spiel betrifft, betont die alte und neue Trainerin: "Jetzt müssen wir einen Mittelweg finden."

Reimer bleibt mindestens bis zum Saisonende

Vertraglich ist der gemeinsam Weg zunächst auf die Saison 2021/22 mit Option festgeschrieben. Ob Reimer sich den Weg zum großen Nachbarn auch gleich hätte sparen können? "Sie hat ein Schritt nach vorne gewagt, der für sie am Ende etwas schlechter gelaufen ist", sagt Logvin. "Nele hat aber mit Weltklasse-Spielerinnen trainiert und auch nur zwei, drei Minuten Champions League sind eine gute Erfahrung - wir bekommen eine gute Spielerin mit Potenzial, die vor allem mental weitergekommen ist." In der Saison 2020/21 kam Nele Reimer bei Bietigheim immerhin auf 56 Tore und eine Trefferquote von 53 Prozent. Zum Teil auch immer wieder als Linksaußen. Während der aktuellen Runde hatte sie "fast keine Chance zu spielen", weiß Tanja Logvin.

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Dünne Personaldecke im Rückraum

In Neckarsulm wird der altbekannte Neuzugang sicher Gelegenheit bekommen, sich zu beweisen. Mit Carmen Moser und Daphne Gautschi sind schließlich gleich zwei Konkurrentinnen im linken Rückraum langzeitverletzt und auch Lucie-Marie Kretzschmar ist aktuell mit anhaltenden Knieproblemen nicht absolut schmerzfrei. "Es erwartet aber niemand, dass sie direkt von null auf hundert geht", versichert Logvin.

Die Neckarsulmer Trainerin ist allerdings bekannt dafür, Zugänge schnell ins kalte Wasser zu werfen. Genau das hat sie Reimer verraten. Und die sei bereit.

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