31:30-Testspielsieg der Neckarsulmer Sport-Union in Bad Wildungen

Handball  Neckarsulmer Bundesliga-Handballerinnen zeigen bei den Vipers Moral und starke Tempo-Phasen. Die Neuzugänge brauchen noch mehr Vertrauen zueinander, um die etablierten Kräfte ersetzen zu können.

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Der Daumen geht nach oben: Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin sah ein schnelles Spiel ihrer Sport-Union und etablierte Kräfte in guter Verfassung.

Foto: Andreas Veigel

Der Aufwand hatte sich gelohnt. Trotz aller Unzulänglichkeiten. 600 Kilometer An- und Abreise für einen Test. Dazu noch ein verspäteter Anwurf wegen einer Autopanne beim Schiedsrichtergespann. Nach 45 Minuten tatenloser Wartezeit dann Entscheidungen der Unparteiischen, die die Sport-Union immer wieder extrem verärgerten und Trainerin Tanja Logvin letztlich sogar auf die Tribüne brachten.

Doch als die Neckarsulmerinnen am Sonntagnachmittag auf dem lange Heimweg von Bad Wildungen waren, hatten sie das an Bord, was in der Bundesliga-Vorbereitung wichtig ist - "Erfahrung in unserem Sack", wie es Logvin ausdrückte.

Starke erste 20 Minuten der Gäste

Gefallen hatte der 46-Jährige zum einen der Kampfgeist ihrer Neckarsulmerinnen, mit dem sie das Bundesliga-Duell mit den Vipers trotz Rückstands noch zu einem 31:30 (17:18) machten. Und dann schenkte ihr die Mannschaft in der Anfangsphase auch noch Gänsehaut: "Die hatte ich wirklich. Die ersten 20 Minuten waren im Angriff wunderschön anzuschauen, wie im Bilderbuch. Das Tempo war hervorragend - sensationell."

Keine Sensation war für Logvin die Schiedsrichterleistung. Groß diskutieren wollte sie dennoch nicht darüber. Auch nicht die Rote Karte, die sie sah. Logvin blickte lieber auf das Positive daran: "Auch das ist eine wichtige Erfahrung."

Sehr viele Testspiele in der Vorbereitung

Die erfahrenen Spielerinnen waren es auch, die gegen Bad Wildungen den Unterschied machten. Rückraum-Leaderin Lynn Knippenborg scheint schon wieder in alter Topform und auch Irene Espinola Perez und Selina Kalmbach zeigte gegen die Vipers ihre Klasse. Über die verfügen unfraglich auch die Neckarsulmer Zugänge. Bei Bad Wildung fehlte den Neuen gerade in der Abwehr und gegen die unangenehme 4:2-Deckung der Vipers aber oft noch der richtige Rhythmus. "Sie müssen Vertrauen zueinander finden. Ich musste oft zu den Leuten wechseln, die schon voriges Jahr zusammengespielt haben und dann hat es funktioniert", sagte Tanja Logvin.

Beim entscheidenden Schluss-Spurt vom 21:23 (40.) zum knappen Sieg setzte die Neckarsulmer Trainerin nur auf etablierte Kräfte: "Da müssen wir die Neuen noch besser integriert bekommen. Aber das geht eben nicht von heute auf morgen. Deshalb spielen wir auch so viele Testspiele. So viel hat vorher wahrscheinlich noch keine getestet." Und deshalb nimmt Logvin für Spielminuten auch Aufwand in Kauf.

"Vertrauen kommt nicht von alleine. Die Mädels müssen noch viel zusammenarbeiten. Wir haben keine andere Wahl", betont die Trainerin: "Im Endeffekt bin ich aber zufrieden, auch wenn es Sachen zu verbessern gibt."


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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