Yanik Haas, der Berufs-Profi der Eisbären Heilbronn
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Yanik Haas von den Eisbären Heilbronn, bereut keine seiner Entscheidungen. Der zweite Torhüter des HEC wollte eigentlich sein Geld mit dem Sport verdienen, entschied sich aber doch für eine Ausbildung.
Wenn er nicht mit auf dem Eis steht, unterstützt Eisbären-Torhüter Yanik Haas (rechts) sein Team so gut es geht in anderer Form.
Foto: Christiana Kunz
Teamgeist ist eines der Worte, die Yanik Haas besonders oft in den Mund nimmt. „Man muss für den Erfolg auch mal zurückstehen, anderen den Vortritt lassen und sich auf andere Art einbringen. Zum Beispiel mit einem lockeren Spruch in der Kabine oder so“, sagt der Torhüter der Eisbären Heilbronn vor dem dritten Spiel der Playoff-Halbfinalserie gegen den EHC Zweibrücken an diesem Freitagabend. Mit einem Sieg könnten die Eisbären ins Finale der Baden-Württemberg-Liga einziehen. Und Haas weiß, was zurückstehen bedeutet. Schließlich sagt er über den Stamm-Goalie der Eisbären, Riku Törnqvist: „Er ist wahrscheinlich der beste Torhüter der Liga.“ Und so hat Haas meist eine passivere Rolle bei den Spielen.
Yanik Haas hatte den Traum, Eishockey-Profi zu werden und investierte dafür viel
Dabei hatte der Mannheimer lange den Traum, Profi zu werden. Nun ist er auf dem besten Wege, „Berufs-Profi“ zu werden, wie Jan Hey, dritter Vorstand des Heilbronner Eishockeyclubs, erklärt.
Vor fast drei Jahren hat sich Yanik Haas gegen den Profi-Traum und für einen Berufseinstieg über die Ausbildungs-Kooperation des HEC, die seit rund fünf Jahren existiert, entschieden. Mitte Mai wird er seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann abschließen und weiter mit Hey im Vertrieb bei einem der HEC-Hauptsponsoren, Cygna Labs, zusammenarbeiten. „Er zeigt genau das auf, was wir mit der Ausbildungs-Kooperation erreichen wollen“, sagt Hey, der schon jetzt von Haas unterstützt wird.
Mit 13 Jahren zieht Yanik Haas nach Berlin
Im Alter von 13 Jahren zog Yanik Haas bereits nach Berlin ins Internat. Zwei Jahre später führte ihn der Weg weiter nach Dresden, dort spielte er vier Jahre im Nachwuchs und machte nebenher sein Abitur. 2023 ging es dann wieder zurück nach Baden-Württemberg – eben nach Heilbronn. „Mein Bruder hat bei den Eisbären gespielt“, sagt Haas. „Und ich wollte eine berufliche Laufbahn einschlagen. Hier hatte ich auch die Nähe zu den Eltern, zur Familie.“
Leute, die aus dem Sport kommen, bringen wichtige Tugenden mit
Selbst als er vergangene Saison die Heilbronner Falken im Oberliga-Halbfinale in Hannover unterstützen sollte, bekam er die Freistellung und durfte mitfahren. „Das ist immer ein Geben und Nehmen. Er zeigt auch immer Einsatz für den Beruf“, sagt Hey. „Leute, die aus dem Sport kommen, bringen viele Werte mit, die für ein Unternehmen sehr wertvoll sind. Sei es Teamgeist, Disziplin oder Struktur. Sie können auch mit Niederlagen umgehen oder eben mit Phasen, in denen es vielleicht mal nicht so gut läuft.“
Yanik Haas möchte die teils harte Zeit am Internat nicht missen
Die Zeit in Berlin möchte Haas trotz des zerplatzten Profi-Traums nicht missen. „In Mannheim ging es für mich nicht mehr weiter, deshalb habe ich den Schritt gemacht“, sagt Haas. „Aber es war schon hart. Man vermisst das Zuhause. Aber ich wollte eben Profi werden und hoffte, dass es sich irgendwann auszahlt.“
Ausbildungs-Kooperation des HEC
Seit rund fünf Jahren gibt es die Ausbildungskooperation des HEC. „Nur die wenigsten schaffen es, im Sport Profi zu werden. Wir wollen mit der Kooperation die Möglichkeit für ein zweites Standbein bieten. Die Leute haben so eine weitere Perspektive und werden zu Berufs-Profis“, sagt Jan Hey, dem das Projekt besonders am Herzen liegt. Er selbst nutzte die Ausbildungskooperation und absolvierte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn (DHBW) sein Sportmanagement-Studium. Den Praxisteil leistete er beim HEC, bei dem er auch als Nachwuchs-Trainer arbeitete.
Fünf Partner-Unternehmen hat der HEC aktuell. Es könnten auch mehr sein. „Aber ich muss erst Auszubildende, Studenten, Praktikanten liefern, um weitere Firmen mit reinzunehmen“, sagt Hey und erklärt: „Wir vermitteln keine Plätze, sondern stellen nur den Kontakt her. Die Spieler müssen sich dann ganz normal bewerben. Auch Yanik hat bei uns zwei Bewerbungsgespräche geführt. Wir bieten die Plattform, die Hilfe zur Selbsthilfe.“
Dabei geht es um Studienplätze, Ausbildungsstellen, aber auch um Praktika
Sportlich sei dies nicht der Fall gewesen, aber es habe sich, was die Persönlichkeit angeht, ausgezahlt. „Ich musste früh selbstständig werden“, sagt Haas, der irgendwann realisierte, dass es jüngere Torhüter gibt, die besser sind als er. „Ich konnte damit gut umgehen“, sagt er. Auch seine Eltern unterstützten ihn immer, rieten dann aber doch auch zu einer Ausbildung. „Ich bin mega dankbar, dass sie es mir so gesagt haben“, erklärt Haas. „Ich bereue bisher nichts.“
Keine Probleme beim Spagat zwischen Sport und Ausbildung
Unter dem Berufsbild des IT-Systemkaufmanns konnte er sich vorher nichts vorstellen, bewarb sich aber trotzdem auf die Stelle. „Es ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber mir macht es Spaß. Ich bin ja auch im Vertrieb tätig und muss nicht so tief drin sein“, sagt Haas. „Es war am Anfang ein hartes Stück Arbeit, das zu lernen.“
Andererseits hatte er aber auch nie Probleme, den Sport und seine Ausbildung unter einen Hut zu bringen. „Wir trainieren mit den Eisbären ja auch nur zweimal. Dadurch, dass wir abends Training haben, ist es kein Problem. Es war nur eine Umstellung, weil wir spät trainieren und man dann früh wieder in der Firma sein muss“, sagt Haas, ein Teamplayer in Sport und Beruf.
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