Wer holt sich den Matchpuck? Die Eisbären Heilbronn oder Reutlingen
In der Finalserie der Baden-Württembergliga zwischen den Eisbären des Heilbronner EC und den Black Eagles Reutlingen steht es 1:1. Am Freitag holt sich ein Team den Matchpuck für Sonntag.

Am Sonntag wird es einen Matchpuck geben. Ganz sicher. Offen ist nur, wer sich diesen erkämpft. Im Eisstadion am Europaplatz könnten entweder die Eisbären des Heilbronner EC oder die Black Eagles Reutlingen die Meisterschaft in der Baden-Württemberg-Liga feiern.
Dafür muss der Matchpuck aber erst verwandelt werden. Sollte dies nicht gelingen, fällt an Gründonnerstag (2. April) in Reutlingen die Entscheidung in der Best-of-Five-Serie. Aktuell steht es nach zwei Spielen 1:1 – wer als erstes drei Mal gewinnt, holt den Titel.
In Heilbronn kommt es auf jeden Fall zum Showdown
Doch bevor es in Heilbronn zum Showdown kommt, steht an diesem Freitagabend (20 Uhr) in Reutlingen erst mal Spiel drei an. Danach steht fest, wer sich am Sonntag (16 Uhr) den Titel holen kann und welche Mannschaft den Matchpuck abwehren muss.
Nach dem Verlauf der beiden ersten Spiele (jeweils Auswärtssiege) deutet alles auf ein enges Duell zweier Top-Teams hin. Beide Mannschaften beendeten bereits die Hauptrunde punktgleich an der Spitze und marschierten souverän durch die Playoffs ins Finale.
Die Serie ist bisher ausgeglichen
Spiel eins ging mit 5:2 an Heilbronn, Spiel zwei konterte Reutlingen vor mehr als 2000 Zuschauern in Heilbronn mit einem knappen 3:2-Erfolg. „Jetzt steht es 1:1, es ist wieder ein 50:50-Spiel. Kleinigkeiten werden entscheiden“, sagt Reutlingens Trainer John Kraiss. Sein Team kam am Sonntag nach zweimaligem Rückstand zurück.
„So ist Hockey eben“, meinte Eisbären-Trainer Kai Sellers. „Wir wollten eigentlich schon den zweiten Sieg, hätten die Serie gerne in drei Spielen entschieden.“ Einen Knackpunkt sah er in den Special Teams. Reutlingen agierte in Über- und Unterzahl einfach effizienter als der HEC.
„Darauf werden wir in der Trainingswoche schon noch mal Wert legen. Außerdem müssen wir im Kopf freier sein.“ Er hatte eine leichte Blockade bei seinen Spielern gesehen.
Reutlingen hat mentale Stärke gezeigt
Deshalb sagte auch Kraiss: „Ohne arrogant klingen zu wollen: Wir waren meiner Meinung nach über alle Drittel hinweg die bessere Mannschaft. Wir haben mehr Druck gemacht und hatten mehr Spielanteile.“Eine Schlüsselrolle spielte dabei auch die mentale Stärke der Reutlinger. Mehrere Unterzahlphasen überstand die Mannschaft.
„Wir haben das als Team überstanden. Das zeigt unseren Charakter“, betonte Kraiss. Gerade in einer Finalserie sei es entscheidend, solche kritischen Momente zu meistern. Im letzten Drittel spielte Heilbronn fast fünf Minuten in doppelter Überzahl und brachte den Puck nicht über die Linie. „Das hat uns gepusht“, sagt Kraiss.
Schwung mit- und Druck rausnehmen
Vor eigenem Publikum wollen die Black Eagles nun den Schwung aus dem Auswärtssieg mitnehmen und sich erstmals in dieser Serie die Führung sichern. Entscheidend dürfte sein, ob sie erneut die nötige Effizienz vor dem Tor zeigen. „Wir müssen nicht Meister werden, wollen es jetzt aber“, sagt Kraiss und nimmt den Druck von seinem Team. „Wenn wir es schaffen würden, wäre es eine Riesensensation. Und wenn nicht, haben wir schon mit dem Finaleinzug eine Sensation geschafft. Wir haben eigentlich nichts zu verlieren.“
Und trotzdem ist der Ehrgeiz vorhanden, der Siegeswille geweckt. „Wenn die Jungs wieder so spielen wie am vergangenen Sonntag, dann bin ich zuversichtlich für das dritte Spiel. Der, der gewinnt, kann die Serie schon an sich reißen und einen großen Vorteil holen“, sagt Kraiss und fügt selbstbewusst an: „Für uns wäre es zwar schön, wenn wir in Reutlingen feiern könnten, wir würden es aber auch am Sonntag schon mitnehmen.“
Vor zwei Jahren noch schlossen die Reutlinger auf Platz sechs in der Landesliga ab. „Nun stehen wir im zweiten Jahr in der Regionalliga gegen die Giganten im Finale“, sagt Kraiss, der zusammen mit Sellers auch schon die Eisbären trainierte. So ist alles angerichtet für ein intensives drittes und viertes Finalspiel in einer völlig offenen Serie.
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