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Sportlicher Stammtisch

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Wenn die DOG-Kreisgruppe aufs Volksfest lädt, thematisieren Ehemalige nicht nur Olympia in Paris.

Beim 17. Olympia-Stammtisch der DOG-Kreisgruppe Heilbronn-Unterland-Hohenlohe haben sich auf dem Volksfest Asse von einst getroffen.
Beim 17. Olympia-Stammtisch der DOG-Kreisgruppe Heilbronn-Unterland-Hohenlohe haben sich auf dem Volksfest Asse von einst getroffen.  Foto: Stefanie Wahl

Dienstag ist sie immer da. Dann macht Erna Fiebig von der TSG Heilbronn, was seit Jahrzehnten ihre Berufung ist: Kinder das Schwimmen lehren. "Es ist jedes Mal nett, wenn sie gebracht werden und die Eltern mir erzählen, dass ich ihnen auch schon Schwimmen beigebracht habe", sagt sie. Selbst steigt die Frau mit den weißen Haaren nicht mehr ins Becken, "weil ich das Chlorwasser nicht vertrage".

Erna Fiebig ist 92 Jahre alt - und am späten Sonntagvormittag beim 17. Olympia-Stammtisch der Kreisgruppe Heilbronn-Unterland-Hohenlohe der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) auf dem Volksfest die Alterspräsidentin. "Ich freue mich immer, wenn das Treffen ist", meint die rüstige Dame.

Nur wenige jüngere Athleten sind dabei

Einige Bierbänke hinter ihr genießt Adrian Zoller Pommes, Göckele und Maß. Der Rollkunstläufer vom RRV Eppingen ist 23 und der Jüngste unter der Gästeschar. Weil am Montag die Prüfungszeit in seinem Studium für Automotive Systems Engineering (ASE) startet, gönnt sich Adrian Zoller noch ein paar Stunden Auszeit, ehe er weiterbüffelt. Mit dem Fahrrad hat er ohnehin nur wenige Minuten Anfahrt gehabt. "Ich finde die Idee super", sagt der Athlet über das 17. Treffen und fügt an: "Es ist wichtig, sich untereinander zu kennen. Schön wäre es nur, wenn noch mehr Jüngere kommen würden."


Einen Treff der Generationen fände auch die ehemalige Handballerin Ardina Tief gut, die mit Ex-Nationalspielerin Marion Kieber-Gotzig und dem einstigen Turner Rainer Arnold der DOG-Vorsitzenden Sigrid Seeger-Losch die Organisation des Stammtisches abgenommen haben. In ihrer kleinen Rede erwähnt die 87-Jährige, dass immerhin zehn Gäste gekommen sind, die auch schon bei der Premiere 1992 auf der Liste gestanden haben. "Der Olympia-Stammtisch ist ein Fest der Begegnung. Die Ehemaligen sollen spüren, dass sie nicht vergessen sind", sagt Seeger-Losch.

Paris wirft bereits seine Schatten voraus

Launig wird über die gute alte Zeit gesprochen. Anekdoten und Aufreger ausgetauscht, aber auch politisiert. Und selbstredend weht der Olympische Geist über die Tische. Olympia als Diskussionsthema, schließlich starten am 26. Juli die Spiele in Paris. Rainer Arnold wird hinfahren - um Timo Eder live beim Mehrkampf zu sehen. Den 19-jährigen aus Ludwigsburg, den der Neckarwestheimer im Olympiastützpunkt Stuttgart nahezu täglich mit Thomas Andergassen trainiert.

Erna Fiebig wird die olympischen Wettkampftage vor dem Fernseher verfolgen. Schwimmen, natürlich. "Aber auch Leichtathletik und Reiten schaue ich gerne. Nur Fußball interessiert mich nicht", sagt die Heilbronnerin. Rolf Friebe von den Red Devils beobachtet nicht nur die Duelle auf der Ringermatte, er wird neben der Leichtathletik auch die Turner verfolgen.

"Schade, dass es Milan Hosseini nicht ganz geschafft hat", meint Bernd Schneider, der ehemalige Lauffener Ringer. Sein Sohn Ralf sitzt ihm gegenüber. Er ist schon bei Olympia gewesen. Als Kampfrichter. Weil aber auch in diesem Bereich das Kontingent reduziert worden ist, wird er die Spiele in Paris nicht vor Ort erleben. Immerhin ist mit Antonio Silvestri ein alter Bekannter dabei. Der Benninger, der einst zum Kader des Zweitligisten beim VfL Neckargartach gehört hat, reist als Kampfrichter-Chef des Weltverbandes zu den Spielen.

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