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Olympiasieger Hamish Kerr besucht Hochsprung-Kultstätte

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Nach Platz zwei bei Hochsprung Heilbronn hat Olympiasieger Hamish Kerr aus Neuseeland einen Wunsch, den ihm die Organisatoren erfüllen. Wo er landet - und was er sagt. 

Hamish Kerr ist am Sonntag bei Hochsprung Heilbronn Zweiter geworden.
Hamish Kerr ist am Sonntag bei Hochsprung Heilbronn Zweiter geworden.  Foto: Seidel, Ralf

Es hat seine Zeit gedauert bis Hamish Kerr den Kopf dafür frei gehabt hat, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Bis Sonntag hat die Gegenwart seine Gedankenwelt bestimmt. Der Neuseeländer nimmt seinen Job als Profi ernst – wie sonst wäre der 28-jährige Olympiasieger geworden? Daher hat Hamish Kerr erst einmal bei Hochsprung Heilbronn seine Arbeit gemacht und ist auf dem Marktplatz vor 1500 Zuschauern als leichtfüßiger Stilist ohne Fehlversuch über 2,24 Meter gefloppt. Dass in der Ergebnisübersicht hinter seinem zweiten Platz keine beeindruckendere Höhe gestanden hat, wurmt den Hallenweltmeister von Glasgow (2024) am meisten. „Weil die ersten Sprünge absolut gepasst haben und ich mich richtig gut gefühlt hatte“, sagt Hamish Kerr.

Einfach mal die Zeit zurückdrehen

An seinem Wunsch, nach dem Meeting in eine Zeit einzutauchen, die er nur aus Geschichten kennt, hat sich für den Mann aus Christchurch jedoch nichts geändert. Schon 2023, als Kerr bei der Premiere von Hochsprung Heilbronn im strömenden Regen gewonnen hat, äußert er die Bitte, einmal nach Eberstadt zu gehen. Am Dienstagnachmittag hat ihn Jacob Denzel aus dem Organisationsteam an die Hochsprung-Kultstätte gefahren. Dorthin, wo am Ortsausgang der Weinbaugemeinde 1979 das Handball-Kleinspielfeld mit dem ersten Meeting eingeweiht und gleich die 2,30 Meter als absolute Weltklasse-Höhe gesprungen worden ist.

Der Neuseeländer Hamish Kerr besucht einen magischen Ort und erhält ein besonderes Andenken.
Der Neuseeländer Hamish Kerr besucht einen magischen Ort und erhält ein besonderes Andenken.  Foto: Kunz, Christiana

Ein magischer Moment am Fuße des Eberfürst

„Ich finde Eberstadt magisch und bin traurig, dass ich dort nie springen konnte“, sagt Hamish Kerr beeindruckt und begeistert zugleich. Als der Neuseeländer 1996 in Dunedin geboren wird, gewinnt Artur Partyka das weltweit geschätzte Hochsprung-Fest am Fuße des Eberfürst mit 2,38 Meter – der polnische Rekord des damals 27-Jährigen hat bis heute Gültigkeit. Als 2018 das 40. und letzte Meeting ausgetragen wird, jubelt Brandon Starc über 2,36 Meter, die australischen Rekord bedeuten – und zugleich auch die Bestmarke von Hamish Kerr sind.

Eberstadts Bürgermeister Patrick Dillig mit Kerr Hamish beim Eintrag ins Goldene Buch.
Eberstadts Bürgermeister Patrick Dillig mit Kerr Hamish beim Eintrag ins Goldene Buch.  Foto: Kunz, Christiana

Skurrile Premiere für Olympiasieger Hamish Kerr

Ein wenig skurril ist es dennoch, dass Hamish Kerr ein Jahr nach seinem olympischen Triumph in Paris am Dienstag trotz aller Historie der erste Hochspringer ist, der sich in das Goldene Buch von Eberstadt einträgt, weil es zuvor offenbar keines gegeben hat. Der sportaffine Bürgermeister Patrick Dillig – seit 2023 im Amt und am Sonntag bereits unter den Besuchern auf dem Heilbronner Marktplatz – hat es eigens für den Gegenbesuch an die historische Stätte geschleppt.

Ein neuer Glücksbringer vom Bürgermeister

Darin steht nun unter Hamish Kerrs Unterschrift HK OLY #1 2024.  Als Andenken und vielleicht neuen Glücksbringer hat Patrick Dillig dem Neuseeländer einen Plüsch-Eber geschenkt. Als Kommunalpolitiker samt Fotograf weg ist, geht Hamish Kerr nochmals auf den Platz. Zum Genießen. „Ich mag Orte, die ganz still sind“, sagt er, „vor allem, wenn ich weiß, dass da mal so viel los war.“ Inspiration. Und Motivation für einen der Großen seiner Zunft. Am Mittwoch hat sich Hamish Kerr wieder im Kraftraum der TSG Heilbronn am Pfühlpark geplagt. Ob Eberstadt oder Heilbronn, Siege entstehen ebenfalls im Stillen.

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