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Wie ist es als Spielerfrau mit Baby?

Tanja Kellermann, deren Partner Tristan-Samuel Weissborn beim Neckar-Cup aufschlägt, erzählt vom speziellen Leben einer Tennisfamilie. Sohn Romeo verzückt nicht nur die Profis aus aller Welt.

Lars Müller-Appenzeller
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Lesezeit 1 Min
Wie ist es als Spielerfrau mit Baby?
Gut gelaunt: Tristan-Samuel Weissborn, Tanja Kellermann und Romeo. Foto: Berger  Foto: Berger, Mario

Tristan-Samuel Weissborn hat ein breites Tattoo auf dem Oberschenkel: 15.9.2021. Am 15. September vergangenen Jahres kam Romeo auf die Welt, womit sich das Leben des Tennisprofis aus Wien grundlegend verändert hat - vor allem aber für seine Freundin und baldige Frau Tanja Kellermann. Wie ist es als Spielerfrau mit Baby, wenn der Mann durch die Tenniswelt reist? "Wenn Romeo und ich drei Wochen alleine sind, das ist eine Herausforderung", sagt sie. "Aber das haben wir ja vorher gewusst." Umso mehr versuchen sie, die gemeinsame Zeit beim Neckar-Cup zu genießen - die dreiköpfige Familie ist mit dem eigenen Auto aus Österreich an den Trappensee gereist.

Der flotte Krabbler Romeo verzückt am Players Desk nicht nur die Helfer ("Der ist sooo süß"), auch die Spieler schauen immer wieder neugierig um die Trennwände, wenn das gut gelaunte Baby vor Freude juchzt und lächelt. Die Profis aus aller Welt lächeln zurück, die Väter unter ihnen denken dann bestimmt an ihre Familie zu Hause. Der Franzose Gilles Simon, zweifacher Vater, sagt es so: "Meine Kinder gehen jeden Morgen um 8 Uhr in die Schule - und ich bin hier."

Für den einjährigen Romeo ist der Neckar-Cup bereits sein zehntes Turnier

Mitreisende Freudinnen oder Frauen sind selten, mitreisende Kinder noch viel mehr. Romeo ist das einzige Spieler-Baby beim Neckar-Cup, der sein etwa zehntes Turnier ist. Mit sechs Wochen ging es los. "Wir waren schon einmal vier Wochen unterwegs, immer wieder in anderen Hotels. Aber es hat immer gut geklappt", erzählt Tanja Kellermann, während sich Romeo am Kühlschrank hoch zieht. Dennoch sind die Nächte mit Baby anders.

"Ich schlafe halt ein bisschen weniger", sagt der stolze Papa. "Wenn ich Einzelspieler wäre, bräuchte ich ein eigenes Zimmer." Wie gut, dass das Doppel nicht so anstrengend ist. Aber es ist auch nicht so lukrativ: Wenn es für Tristan-Samuel Weissborn optimal läuft, bekommt er am Samstag als Turniersieger 5250 Euro - die er sich mit seinem festen Doppelpartner, dem Slowaken Andrej Martin, teilen muss.

Der Sohn sollte besser Fußballer werden, findet der Vater

Deshalb sagt der Papa mit einem Augenzwinkern: "Romeo soll Fußballer werden: Das kostet nicht so viel Geld. Und man verdient damit mehr Geld." Klar ist eines, wie Tanja Kellermann, die übernächstes Jahr wieder als Immobilien-Projektentwicklerin arbeiten will, sagt: "Es kommt kein zweites Kind, so lange Sam Tennis spielt."

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