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Wer beerbt am Trappensee Zapata Miralles?

Der Titelverteidiger hofft, per Wildcard beim Neckar-Cup dabei sein zu können. Rekordsieger Filip Krajinovic hat eine Liebesbotschaft nach Heilbronn geschickt.

Lars Müller-Appenzeller
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Lesezeit 2 Min
Wer beerbt am Trappensee Zapata Miralles?
 Foto: Veigel, Andreas

Man kann zu Novak Djokovic stehen, wie man will. Aber er ist die Nummer eins der Welt. Das Wort des Serben hat Gewicht, einst hat er gesagt: "Die Challenger-Tour ist ein wesentlicher Schritt ins Männer-Tennis. Es ist wichtig, auf diesem Level zu wachsen, denn wenn du in Challenger investierst, investierst du in die Zukunft des Tennis."

Wer bei Challenger-Turnieren wie dem Heilbronner Neckar-Cup zuschaut, der sieht die Zukunft. "Durch den Neckar-Cup sind ganz großartige Spieler gegangen", sagt Bernabé Zapata Miralles mit Blick auf die Siegerliste. Große Karrieren seien hier hervorgekommen. Der Turniertriumph vor einem Jahr war für den Spanier "ein richtiger Anstoß", wie der 25-jährige aus Valencia sagt. Ist er beim 8. Heilbronner Neckar-Cup dabei?

Drei begehrte Freikarten

"Er wollte in das ATP-Turnier in Rom reinkommen und hat mittlerweile um eine Wildcard gebeten", sagt Metehan Cebeci. Der Turnierdirektor des Neckar-Cups hat einige prominente Bewerber um seine drei Freikarten fürs Hauptfeld; am Donnerstag möchte der 52-Jährige die Namen der Glücklichen verkünden.

Kandidaten seien unter anderem: Andreas Seppi - der 38-jährige Italiener steht derzeit auf Platz 138 der Weltrangliste, war einst die Nummer 18. Ernests Gulbis (33 Jahre, Lettland, aktuell 349, einst Nummer zehn) und Tomas Martin Etcheverry. Der 22 Jahre alte Argentinier ist einer der Aufsteiger der Szene, in der Form seines Lebens, belegt in den Tennischarts diese Woche Platz 94.

Selbstbewusstsein aus Heilbronn war fundamental

Die Nummer eins am Neckar war 2021 Bernabé Zapata Miralles. Beflügelt vom Sieg in Heilbronn stürmte er in Paris bei den French Open durch die Qualifikation, qualifizierte sich erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier fürs Hauptfeld. In Wimbledon glückte das erneut. Es folgten der Turniersieg beim Challenger in Posen (Polen) und in New York der erste Hauptfeldsieg bei einem Grand Slam. Es kam noch besser: Ende des Jahres heiratete Bernabé Zapata Miralles. "Ohne Zweifel war das das Schönste in meinem Leben und der schönste Teil eines richtig guten Jahres." Das erst in Heilbronn so richtig begonnen hatte: "Der Sieg beim Neckar-Cup war fundamental für mein Selbstbewusstsein für den Rest des Jahres."

Ein Turniersieg verbindet Sportler und Veranstaltung. So gesehen ist die Verbindung von Filip Krajinovic mit dem Neckar-Cup doppelt so gut wie bei allen anderen: Der Serbe hat zweimal gewonnen, 2017 und 2019. Per Video hat er in den vergangenen Tagen der Neckar-Cup-Familie eine Liebesbotschaft geschickt: "Ich vermisse euch sehr. Ich liebe den Neckar-Cup, den Center Court, die Zuschauer, die Menschen dort." Der 30-Jährige bedauere, dass er dieses Jahr nicht dabei sein könne - als Nummer 56 ist er quasi zu gut. "Aber ich bin mir sicher, dass ich eines Tages wieder dabei sein werde."

Kandidat Rudolf Molleker

Ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Turniersieger könnte es schon am Wochenende geben. Rudolf Molleker, Triumphator 2018 mit zarten 17 Jahren, würde gerne wieder in Heilbronn aufschlagen. Aber er bräuchte eine Wildcard (für die Qualifikation): Wegen einer Verletzung an der Schlaghand und Selbstzweifeln ist er auf Rang 504 abgestürzt. "Ein Wunderkind am Scheideweg" hat die "Märkische Allgemeine Zeitung" an Heiligabend 2021 eine Geschichte über den 21-Jährigen aus Oranienburg betitelt. Ja, das Wachsen auf der Challenger-Tour kann durchaus schmerzhaft sein.

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