Finals 2022
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Was die sechs Sport-Asse aus der Region bei den Finals 2022 vorhaben

Fragen und Antworten zum Multisport-Event in Berlin, das bis zum Sonntag für zahlreiche Athleten die Generalprobe für internationalen Höhepunkte ist.

Von unserer Redaktion
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Was die sechs Asse aus der Region bei den Finals 2022 vorhaben
 Foto: Fabian Sommer

Vier Tage Sport satt in Deutschlands Hauptstadt. Bei den Finals 2022 in Berlin werden insgesamt 190 deutsche Meistertitel in 14 Sportarten vergeben - und das an neun teils besonderen Standorten. Die wichtigsten Fragen zu dem Event.

Welchen Stellenwert haben die Finals in diesem Jahr?

Das ist unterschiedlich. Die Modernen Fünfkämpfer sind total happy über die ungewohnte Aufmerksamkeit, daher sagt ihr Präsident Robin Schmidt: "Für Zweite-Reihe-Sportler ist das etwas ganz Besonderes." Die Elite der Leichtathleten nutzt die nationalen Titelkämpfe als Generalprobe für das, was noch kommt: "Berlin ist ein bisschen Durchgangsstation in Richtung EM und WM", meint die Olympia-Zweite im Diskuswerfen, Kristin Pudenz.

Präsenzpflicht haben die Schwimmer. Weil das Fernsehen vor Ort ist, müssen sich auch die Mitglieder der Nationalmannschaft präsentieren. Daher fliegt der Neckarsulmer Henning Mühlleitner am Donnerstag direkt von der WM in Budapest in die Hauptstadt. Definitiv fehlen wird aber Olympiasieger Florian Wellbrock, da sich seine WM-Starts im Freiwasser mit Berlin überschneiden. "Das ist alles etwas problematisch", sagt Schwimm-Präsident Marco Troll. "Wir werden dennoch versuchen, so viele Aktive wie möglich, die in Ungarn starten, nach Berlin zu bringen - und dafür auch Mehrkosten in Kauf nehmen."

Idriss Gonschinska, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, meint: "Multisportevents setzen sich mehr und mehr als neues Format durch. Es wird eine wunderbare Woche der Sommersportarten werden."

Welche Sportart ist das Zugpferd?

Keine Frage, die Leichtathletik. Die olympische Kernsportart wird am meisten davon profitieren, dass es keine Zuschauerbeschränkungen mehr gibt. Die deutschen Meisterschaften sind der Auftakt für die internationalen Höhepunkte mit den Weltmeisterschaften in Eugene/USA (15. bis 24. Juli) und dem EM-Heimspiel im Rahmen der European Championships (11. bis 21. August) in München. "Einige der Topathleten hoffen und träumen vom Triple", sagt Idriss Gonschinska. Wichtig ist die DM auch deshalb, weil die Erst- und Zweitplatzierten für die Highlights bevorzugt nominiert werden - vorausgesetzt, sie haben die Norm erfüllt oder sind über das neue Rankingsystem des Weltverbandes qualifiziert. "Wir erleben spannende Duelle und ein Barometer des Saisonverlaufs", sagt Gonschinska.

Wo gibt es was zu sehen?

Neu ist, dass dieses Jahr alles in Berlin stattfindet, also keine Sportart ausgelagert wird. Wer sich sämtliche Wettbewerbe anschauen mag, erlebt einen Städte-Trip der anderen Art. Die Leichtathleten sind im Olympiastadion. Ein Zuckerle gibt es für die Kugelstoßer, sie dürfen am Donnerstag (Frauen) und Freitag auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor in den Ring. Öffentlich zugänglich sind die Kanu- und Ruderwettbewerbe auf der Spree entlang der East Side Gallery.

"Das sind wunderschöne Gefühle als Berlinerin vor vielen Zuschauern an der Oberbaumbrücke und Eastside-Gallery zu starten", sagt Kanutin Lisa Jahn. Die 28-Jährige hat bei der Premiere der Finals 2019 vor prächtiger Kulisse den Parallel-Sprint gewonnen. Auf dem Gelände des Olympiaparks liegt der Kuppelsaal im denkmalgeschützten Deutschen Sportforum. Hier gehen die Fechter auf die Planche. Die Turner freuen sich auf die Max-Schmeling-Halle, und die Triathleten starten am Strandbad Wannsee. Ihr Ziel wird der Olympische Platz sein.

Welche Rolle spielt das Fernsehen?

Eine immense. Auch die dritte Auflage der Finals ist ein Großprojekt für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Sie übertragen mehr als 25 Stunden live. "Es gibt mehr zu tun als bei den Olympischen Spielen, weil kein Signal gestellt wird, sondern wir alles selbst produzieren", sagt Katrin Günther, stellvertretende Programmdirektorin des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Beim ZDF sind daher 60 Personen beschäftigt. Die ARD stellt sogar 70 Mitarbeiter, da sie auch noch die Rundfunkstationen bedient.

Wer ist aus der Region mit dabei?

Was die sechs Asse aus der Region bei den Finals 2022 vorhaben
 Foto: privat

Eine ordentlich große Gruppe. So reisen die Künzelsauer Säbelfechterinnen Julika Funke und Lisa Gette von den Europameisterschaften in Antalya nach Berlin, wo für sie am Samstag die Achtelfinals anstehen; die Medaillenentscheidung fällt am Sonntag. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln können die Turner Milan Hosseini und Daniel Wörz fahren, das Duo von der TG Böckingen lebt in Friedrichshain und trainiert am Stützpunkt Berlin.

Zum dritten Mal ist der deutsche Trial-Vizemeister Oliver Widmann bei den Finals dabei. 2019 hat der Bönnigheimer bei den Junioren gewonnen, im Vorjahr in der Klasse Elite 26": "Ich freue mich auf die neue Location am Neptunbrunnen und dass wieder Zuschauer erlaubt sind."

Was die sechs Asse aus der Region bei den Finals 2022 vorhaben
 Foto: Andreas Gora

Drei Titel (100 und 200 Meter Schmetterling, 200 Meter Lagen) zu verteidigen hat der zur Sport-Union Neckarsulm gewechselte Ramon Klenz. Er sagt über die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE): "Berlin ist das Wohnzimmer fürs deutsche Schwimmen, im SSE sind immer Topzeiten möglich. In der ganzen Welt gibt es kaum ein schnelleres Becken."

 
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