Stimme+
Tennis
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Umtriebige Zeiten beim Neckar-Cup in Heilbronn mit vielen Anfragen

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Alte Bekannte und junge Profis der nächsten Generation wollen beim 8. Neckar-Cup dabei sein. Etat des Tennis-Turniers wurde auf 400 000 Euro erhöht.

Rudolf Molleker, der Neckar-Cup-Sieger von 2018, plant bereits seine Reise nach Heilbronn. Der inzwischen 21-Jährige ist in der Ukraine geboren.
Foto: Archiv/Berger
Rudolf Molleker, der Neckar-Cup-Sieger von 2018, plant bereits seine Reise nach Heilbronn. Der inzwischen 21-Jährige ist in der Ukraine geboren. Foto: Archiv/Berger  Foto: Berger

Über die Osterfeiertage telefoniert Metehan Cebeci viel. Auch mit Bundestrainer Michael Kohlmann wird er sich austauschen. Es ist eine ebenso liebgewonnene wie wertvolle Tradition, in den Wochen vor dem Neckar-Cup mit dem 48-Jährigen enger in Kontakt zu stehen.

Denn der Neckar-Cup, der als Challenger-Turnier vom 8. bis 14. Mai in seine achte Auflage geht, ist einmal mehr für das Gros der deutschen Spieler eine willkommene Station auf ihrem Weg durch die Saison. Die hat - bedingt durch die Corona-Jahre mit ihren enorm schwierigen Bedingungen - Änderungen mit sich gebracht. Eine davon: Aufgrund der geringen Turnier-Anzahl in 2021 gilt es nicht die Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen, sondern jedes Match seit Januar zählt fürs persönliche Ranking.

Viele Spieler hoffen auf eine der drei Wildcards

Für das Heilbronner Sandplatzturnier bedeutet dies, dass sich die Profis spätestens am Ostermontag die aktuellste ATP-Weltrangliste anschauen - und noch am gleichen Tag für den Neckar-Cup melden. Danach geht nichts mehr.

Für einige Asse, darunter den Vorjahressieger Bernabé Zapata Miralles aus Spanien steht daher eine knifflige Entscheidung an, hat er doch Chancen, für das parallel laufende und lukrativere Masters-1000-Turnier in Rom zu melden. Campo Centrale im Foro Italico oder an der Krummen Steige im Heilbronner Osten? Wer zu hoch pokert, dem bleibt nur die Hoffnung auf eine der Wildcards. Von diesen drei begehrten Plätzen aber hat Turnierdirektor Metehan Cebeci noch keinen vergeben - drei Wochen vor dem Turnier ist es zu früh.

Deutsche Profis sollen auf ihrem Weg nach oben unterstützt werden

Anfragen hat Cebeci schon reichlich, darunter von alten Bekannten wie Jiri Vesely, derzeit Nummer 73 der Welt, oder dem Litauer Ricardas Berankis. Auch Rudolf Molleker, Neckar-Cup-Sieger von 2018, plant erneut eine Reise ins Unterland. Einige seiner Landsleute sind derzeit verletzt, darunter Jan-Lennard Struff. Weil es Metehan Cebeci seit jeher wichtig ist, die deutschen Profis auf ihrem Weg nach oben zu unterstützen, sagt er: "Deutsche Spieler werden bevorzugt." Jedenfalls in dem Bereich, wo er die Entscheidungsgewalt besitzt.

Neu ist, dass das Feld der Qualifikanten von 16 auf 24 aufgestockt wird - ein Entgegenkommen der Spielergewerkschaft ATP an die Profis, deren Anreise damit lohnenswerter wird, erhöhen sich doch nun ihre Chancen ins 32er-Hauptfeld einzuziehen. Sechs Qualifikanten statt bisher vier komplettieren das Feld, in dem obendrein die besten 23 im ATP-Ranking wie die drei Glücklichen mit einer Wildcard antreten. Die Doppel-Konkurrenz bleibt wie gewohnt ein 16er-Feld.

Die nächste Spielergeneration steht im Fokus

Metehan Cebeci spürt in nun wieder umtriebigere Zeiten, "was während Corona gefehlt hat" und blickt nach dem Ausfall des Turniers 2020 und dem Event 2021 ohne Zuschauer positiv nach vorne. "Besonders freue ich mich auf die nächste Generation, weil sie keiner kennt." Der Tennis-Fachmann gleichwohl schon und nennt ein Trio mit Dominic Stricker, einem 19-jährigen Linkshänder aus der Schweiz. Aber auch Chung Hsin Tseng - Nummer 125 der Welt - und einen erst 17 Jahre alten asiatischen Landsmann.

"Wir bieten etwas, was Heilbronn braucht - und vielleicht auch will. Heilbronn benötigt derartige Events und muss sich im Profisport entwickeln, weil wir hier Defizite haben", sagt Tom Bucher am Gründonnerstag bei einer Pressekonferenz im Parkhotel, das im Mai zudem neue Unterkunft für die Spieler und Offiziellen sein wird.

Tom Bucher wünscht sich täglich 1000 Zuschauer

Dem im Veranstaltungs-Trio mit Mine und Metehan Cebeci für Sponsoring und Finanzen zuständige Bucher hat der "Break schon Sorgen gemacht - und wir haben uns schwerer getan, das Turnier zu organisieren. Die Routine geht verloren, aber wir stellen uns jeder Herausforderung." Mit Erfolg. Denn der auf 400 000 Euro angewachsene Etat ist durch viele Partner auf der Einnahmenseite kompensiert.

Soll heißen: Die bei einer Freiluft-Veranstaltung stets nur schwer zu kalkulierende Zuschauerzahl und deren Eintrittsgelder sind kein fix eingeplanter Posten. Dennoch wünscht sich Tom Bucher "täglich 1000 Zuschauer. Es wäre super, wenn alles komplett voll ist." Immerhin ist der Vorverkauf so gut wie nie angelaufen. Ein Drittel der Karten für den Finaltag sind bereits weg.

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben