Eishockey
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Überragende Erlebnisse trotz körperlicher Strapazen: Wie die Unterländer Daniel Fischbuch und Alexander Karachun ihre WM-Teilnahme erlebten

Daniel Fischbuch und Alexander Karachun haben am guten Abschneiden des DEB-Teams bei der Eishockey-WM ihren Anteil. Jetzt geht es für beide erst einmal verspätet in den Sommerurlaub.

Martin Peter
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Lesezeit 3 Min
Überragende Erlebnisse trotz körperlicher Strapazen: Wie die Unterländer Daniel Fischbuch und Alexander Karachun ihre WM-Teilnahme erlebten
Zwei Unterländer im Nationalteam: Alexander Karachun (links) und Daniel Fischbuch (Zweiter von links) standen bei der WM in Finnland phasenweise sogar zusammen auf dem Eis und und hatten einige Tore zu feiern. Foto: imago images/ActionPictures  Foto: IMAGO

Viel Zeit hatte Alexander Karachun nach seiner Rückkehr aus Helsinki nicht. Für eine Stippvisite in der alten Heimat Heilbronn hat es noch gereicht. Danach ging es aber wieder nach Schwenningen. Den eben erst ausgepackten Koffer neu bepacken. Raus mit der Ausrüstung, rein mit der Badehose. Am Mittwoch saß der Eishockey-Nationalspieler mitsamt seiner Freundin schon wieder im Flieger. Dieses Mal in die andere Richtung. Nicht in den Norden, sondern in den Süden. Mauritius. Sonne, Sommer, Strand. "Die Fotos sahen gut aus", sagt der 27-Jährige, der sich auf seine wohlverdiente Erholung freute. Endlich Urlaub.

Die Eishockey-Saison war durch die Weltmeisterschaft für Karachun ungewohnt lang. "Sonst ist immer im März Schluss." Diesmal waren es zehn Monate, bald drei mehr als sonst. "Das hängt schon in den Knochen", sagt er. Die Strapazen aber waren es wert. Der Stürmer, der seine ersten Schritte beim Heilbronner EC gemacht hat, darf sich nicht nur Nationalspieler nennen. Er ist auch WM-Teilnehmer. Und: ein WM-Torschütze. "Nicht jeder Spieler kann von sich sagen, bei einer WM ein Tor gemacht zu haben", sagt Karachun mit Stolz. Er gehört nach seinem Doppelpack beim 9:4 gegen Italien dazu.

Historische WM-Endrunde trotz Viertelfinal-Aus

Auch sein langjähriger Weggefährte aus Heilbronn und Düsseldorf, Daniel Fischbuch, gehört dem elitären Kreis nun an. Für den 28-jährigen Stürmer aus Stein am Kocher war es nach Riga im Vorjahr zwar schon seine zweite Weltmeisterschaft. In der lettischen Hauptstadt aber kam Fischbuch nur zu einem Einsatz. In Helsinki spielte er alle acht Partien. "Ich bin froh, dass ich mich diesmal auch ordentlich zeigen konnte." Wie sein Zimmerkollege Karachun traf Fischbuch gegen Italien doppelt und steuerte noch zwei weitere Treffer zum letztlich guten Abschneiden des DEB-Teams bei. Das bittere Aus im Viertelfinale gegen Tschechien (1:3) habe zwar wehgetan. Im Großen und Ganzen sei man mit dem Abschneiden aber zufrieden.

Zumal in Helsinki auch Historisches gelungen ist: "Es war die beste Vorrunde, die eine deutsche Mannschaft je gespielt hat", sagt Fischbuch. Fünf Siege in Folge, Platz zwei in der Gruppe. Und zwei Unterländer haben dazu ihren Beitrag geleistet. Das bringt zusätzliche Glücksgefühle. Und das schon vor dem Urlaub. Bei Fischbuch geht es erst in zwei Wochen nach Fuerteventura, obwohl das Sommertraining bei der Düsseldorfer EG schon begonnen hat. "Wir Nationalspieler haben aber noch länger frei bekommen", sagt er. Die Saison war auch für ihn mit zehn Monaten lang. "Das war nicht ohne."

Gute Stimmung im Unterländer Doppelzimmer

Abgesehen von einer Corona-Erkrankung und kleineren Blessuren ist Daniel Fischbuch aber gut durch die Saison gekommen, die WM war jetzt der krönende Abschluss. Sie als Stammspieler zu erleben, im Powerplay auf dem Eis zu stehen, war doch noch einmal was anderes als nur Ersatzspieler zu sein. Am meisten beeindruckt hat ihn, wie schnell die Mannschaft zusammengewachsen ist. "Wir kommen aus den verschiedensten Mannschaften, haben uns aber als Einheit gefühlt, das ging echt schnell", sagt er.

Die Stimmung sei super gewesen, im Unterländer Doppelzimmer sowieso. "Es war lustig, man packt ein paar alte Geschichten von früher aus", sagt Fischbuch über die Zeit mit Karachun. Gegen eine Wiederholung bei der WM 2023 in Finnland und Lettland haben beide nichts einzuwenden. "Ich habe richtig Blut geleckt, ich weiß jetzt, wie es ist, für Deutschland zu spielen", sagt Fischbuch. Auch Karachun fand es "überragend, dass ich dabei sein durfte". Er nimmt ein gutes Gefühl und viel Motivation mit in die neue Saison. Er will wieder zur WM, die jede körperliche Strapaze wert ist.

Feueralarm bei der WM-Premiere

Ähnlich wie Fischbuch im vergangenen Jahr musste sich Alexander Karachun zu Beginn der WM in Helsinki erst einmal gedulden: Drei Spiele lang musste der Heilbronner zuschauen. "Ich habe seit der Vorbereitung zehn Tage gewartet", sagt der 27-Jährige.

Und als dann gegen Dänemark seine WM-Premiere anstand, ging erstmal der Feueralarm los. "Wir wussten erst gar nicht, ob das Spiel stattfinden kann", sagt er. Nach zwei Stunden des Wartens nach einem Brand in der Halle ging es aber los. Ein paar Wechsel habe er gebraucht, dann war er drin, sagt Karachun. Und das für den Rest des Turniers. Der Bundestrainer stellte ihn fünf Mal auf. "Ich habe wohl was richtig gemacht."

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